(15.09.2014) In meinem Nachrichten-Ordner bei Facebook schlummern zwei Nominierungen, bei denen ich aufgefordert werde 10 Bücher zu nennen, die mir wichtig sind und 10 Personen zu nominieren. Noch nicht angekommen ist die Nominierung, bei der man 15 Filme nennen soll und 15 Personen nominieren soll, die beantworte ich gleich mal mit, irgendwann erreicht einen so eine Nominierung ja doch.

Solche Nominierungen erinnern mich immer an die Kettenbriefe meiner Kindheit erinnern -ich schrieb schon mal darüber, aber ich finde die Anregung schön, sich an wichtige Medien zu erinnern. Also habe ich mal alles zusammengekramt, was ich früher schon geschrieben habe, im Blogstöckchen über das Lesen und zur Aktion „15 Minuten für 15 Autoren“ und ich habe gleich weitergedacht. Mit folgendem Ergebnis:

10 Bücher

  • „Nur ein Jahr Jessica“ von Berte Bratt, das mich beeindruckt hat, weil eine junge Studentin es geschafft hat, mit viel Kreativität und Mut ihren Lebensunterhalt für ein Jahr zu verdienen.
  • „Zauberberg“ von Thomas Mann, weil man da immer Neues entdecken kann.
  • „Der unendliche Plan“ von Harry Mulisch, das mein Bild davon, wie alles irgendwie zusammenhängt und vielleicht auch von einer unbekannten Kraft gesteuert wird, so schön auf den Punkt, ok auf rund 600 Seiten, bringt.
  • „Faust II“ von Johann Wolfgang von Goethe, ich weiß nicht warum, aber das hat mich einfach gefesselt, als ich es in der Schule gelesen und später wiedergelesen habe.
  • „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing, das mich fasziniert hat, weil Lessing unsere Zeit vorausbeschrieben hat.
  • „Ich trug den gelben Stern“ von Inge Deutschkron, das mich neugierig auf das Leben der Juden in der NS-Zeit gemacht hat
  • „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen“ von Hannah Green, von dem ich nicht mal mehr weiß, worum es darin ging, doch wenn ich daran denke, erinnere ich mich an besondere Lesestunden
  • „Gefährliche Praxis“ von Amanda Cross, durch das ich mein Faible für Krimis über Agatha Christie hinaus entdeckt habe
  • „Sternstunden der Menschheit“ von Stefan Zweig, welches in für mich begnadeter Weise besondere Ereignisse der Historie lebendig macht
  • „Lektüre für Minuten“ von Hermann Hesse, in dem ich seit über 30 Jahren immer wieder lese und stets neue Denkanregungen finde
  • „Schachnovelle“ von Stefan Zweig, das erste Buch, das ich mir als Schülerin von meinem Nachhilfegeld gekauft habe und das Buch, das ich vermutlich am häufigsten gelesen habe.

Bei den 15 Filmen fasse ich mich kürzer, das ist übrigens leichter, weil ich nur die Filme, die mir wichtig waren, auf DVD habe und von manchen sogar noch den Soundtrack.

  • „Der Club der toten Dichter“
  • „Die fabelhafte Welt der Amelie“
  • „Jenseits der Stille“
  • „Jenseits von Afrika“
  • „Die Legende vom Ozeanpianisten“
  • „Gloomy Sunday“
  • „Schindlers Liste“
  • „Das Geisterhaus“
  • „Das Wunder von Manhattan“
  • „Ziemlich beste Freunde“
  • „King’s Speech“
  • „Es begann im September“
  • „Antonias Welt“
  • „Schloss Gripsholm“
  • „Emil und die Detektive“ (von 2001)

Vorbeugend für weitere Challenges sind hier schon mal meine 10 Lieblingsfernsehsendungen:

  • „Lemmi und die Schmöker“ (Warum wohl?)
  • „Sie kommen aus Agarthi“ (Eine Sendung, die keiner kennt, die ich aber ungeheuer spannend fand und gerne noch einmal sehen würde.)
  • „Percy Stuart“ (Dessen Titelsong ich heute noch mitsingen kann: Percy Stuart, das ist unser Mann …)
  • „Salto Mortale“ (Der Serie habe ich eine der Kurzgeschichten gewidmet, die ich kürzlich für eine Anthologie geschrieben habe.)
  • „Das Gold vom Krähenberg“ (Eine Serie, die leider nie wiederholt wurde, deshalb habe ich mir im letzten Jahr die DVD zu Weihnachtengeschenkt.)
  • „Catweazle“ (die Besucher der Bunker-Lesung werden hier schmunzeln)
  • „Notizen aus der Provinz“ mit Dieter Hildebrandt (Mein Einstieg ins Kabarett.)
  • „Was bin ich?“ (Auch wenn in der Berufsberatung dann niemand etwas von den Berufen wissen wollte.)
  • „Spiel ohne Grenzen“ (Weil wir die Spiele dort oft im Garten nachspielen durften.)
  • „Der Kommissar“ (Weil man da nicht vorher wusste, wer der Täter war, sondern mitraten konnte.)

Und auch noch die 10 Theatererlebnisse, die sich mir besonders eingeprägt haben:

  • -„Atlantic Affairs“, das Rock-Musical von und mit Udo Lindenberg bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, 2003
  • „Faust“ in einer Schülerinszenierung meines Gymnasiums unter dem Oberstufenschüler Dominik Wilgenbus, das muss schon lange her sein
  • „Peter Pan“ in einer Inszenierung von Leander Haußmann mit Musik von Element of Crime, 2000
  • „Cats“ im Ronacher in Wien, 1988
  • „Dreigroschenoper“ im Schauspielhaus in Bochum unter Leander Haußmann, vermutlich 1998
  • „Haus und Garten“ im Schauspielhaus in Bochum unter Matthias Hartmann
  • „Jesus Christ Superstar“ im Theater Hagen
  • „Die Räuber“ im Württembergischen Landestheater Esslingen
  • „Das heiße Herz“,  ein Stück mit Hansjörg Felmy Anfang der 80er Jahre, in dem es um Soldaten aus verschiedenen Nationen geht
  • „Der kleine Prinz“ im Theater der Altstadt in Stuttgart, 90er Jahre

Ich hoffe, damit habe ich erst einmal für ein paar Nominierungen vorgesorgt, kommt mir jetzt also bitte nicht mit den 10 Ausstellungen, den 10 Comics, den 10 Zeitschriften, den 10 Konzerten, den 10 Schokoladensorten …

Um den Bogen wieder zu schließen – ich nominiere niemanden oder alle und freue mich, wenn ich den einen oder anderen angeregt habe, über seine kulturellen Erlebnisse nachzudenken und sie in Gedanken wieder zu erleben. © Birgit Ebbert