Atelierhaus(16.05.2017) Zehn Jahre ist es her, seit sich Künstler in Hagen zusammenfanden, um im ehemaligen Hotel Danne ein Kunst- und Atelierhaus zu installieren. Seither arbeiten auf vier Etagen in 24 Ateliers Künstlerinnen und Künstler aus allen Kunstsparten – von filigranen Zeichnungen über großflächige Gemälde und Skulpturen bis zur Fotografie ist alles vertreten. Das genau macht den Besuch des Hauses zu einem besonderen Erlebnis, hinter jeder Tür verbirgt sich ein neuer Ansatz, Kunst zu schaffen. Inspiration pur, die jeder nach Vereinbarung erleben kann oder ganz zwanglos am ersten Sonntag im Monat, wenn die Künstler ihre Ateliertüren öffnen.

Wie alles begann

Wie im wahren Leben liegen auch die Wurzeln des Kunst- und Atelierhauses einige Jahre vor der Gründung. Bibiane Stein-Majewski von der Stadt Hagen erinnert sich in der Katalog-Dokumentation, die zum Jubiläum erschienen ist, an die Anfänge. Das Hotel Danne mit seiner zentralen Lage im Kunstquartier gegenüber des Osthausmuseums und des im Bau befindlichen Emil-Schumacher-Museums geriet schon 2005 in den Blick der Kulturverantwortlichen in der Stadtverwaltung. Im Rahmen der City-Offensive NRW „Ab in die Mitte“ wurden Projekte gesucht, mit denen die Innenstädte aufgewertet und aktiver gemacht werden konnten. zu dem Projekt „BLAU! KUNST STELLE HAGEN“; das dafür entwickelt wurde, gehörte auch die Idee eines temporären, offenen Ateliers im Hotel Danne. Vom 21. bis 29. August 2006 wurde diese Idee realisiert. Und die Künstler waren elektrisiert von dieser Idee, mitten in der Stadt Kunst zu schaffen.

Wie aus dem Projektraum ein ständiges Atelierhaus wurde

Städtische Gratulantion von Kulturdezernentin Margarete Kaufmann mit Melanie Redlberger und Dagmar Schäfer vom Kulturbüro an KAH-Vorsitzenden Martin Rüßmann

Schon während des Projektes kristallisierte sich der Wunsch heraus, das ehemalige Hotel Danne dauerhaft als Atelierhaus zu etablieren. Nachdem auch der Hauseigentümer von der Idee angetan war, gab das Kulturbüro den Anstoß, indem es 120 Künstler aus der Region zu einem Besichtigungstermin einlud. Von Anfang an, war vorgesehen, die einzelnen Räume als Ateliers gegen eine geringe Gebühr zu vermieten, sodass sich die Künstler diesen Kunstraum leisten konnten. 14 der 120 Künstlerinnen und Künstler fanden sich am 25. September 2007 im Atelierhaus ein, um den Verein „Kunst- und Atelierhaus Hagen e. V.“ zu gründen. Seither zieht der kreative Geist durch das alte Gebäude, das sich schon von außen durch die auffällige Fassade als Hort der Kunst präsentiert.

Die Arbeit des Kunst- und Atelierhauses

Live-Kunst von Dietmar Scholz aka Edward Painter während der Jubiläumsausstellung am 7. Mai 2017

Der Kern des Kunst- und Atelierhauses ist die Arbeit des einzelnen Künstlers, der in seinem Atelier Ideen ausprobieren und Projekte umsetzen, sich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen und sie um Rat bitten oder sich inspirieren lassen kann. Aber zur Kunst gehört eben auch ein Betrachter und so öffnet das Kunst- und Atelierhaus einmal im Monat seine Pforte und die Künstler gewähren einen Einblick in ihre Arbeitsweise und stehen für Nachfragen zur Verfügung. Der Tag der offenen Tür ist meist mit einer Ausstellung verbunden, bei der einer der Künstler seine Arbeiten in größerem Rahmen präsentieren kann. Bei den Jahresausstellungen können die Besucher erleben, wie unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler das gleiche Thema interpretieren. Am 7. Mai gab es zum Jubiläum eine besondere Ausstellung mit speziellen Aktionen und Besuch von der Stadtverwaltung. Ein Besuch lohnt sich immer, auch wenn man nie weiß, welche Türen geöffnet sind und wen man dort trifft, was aber auch wieder den Reiz des Hauses ausmacht, das sich der Förderung der freien Kunst verschrieben hat. Ich bin immer gerne dort und gehe inspiriert und gut gelaunt von den Eindrücken nach Hause.

Aktuelle Informationen: www.kah-hagen.de – bis Ende Juni sind außerdem Werke einiger Künstler im KunstSchaufenster der Rathausgalerie (Eingang gegenüber der Marienstraße, 1. Etage) zu sehen.

Einen schönen Eindruck von den Stilrichtungen gibt der Katalog, der zum 10-jährigen Jubiläum erschienen ist, und in dem sich alle Künstler kurz mit Vita und Fotos von Werkbeispielen vorstellen.

Bericht über einen Besuch im Oktober 2014