Die Lernbegleiter(19.10.2016) Heute vor zehn Jahren begann offiziell meine Selbstständigkeit, auf der Bescheinigung für den Existenzgründungszuschuss steht der 19. Oktober als Starttermin. Und das hatte seinen Grund. An dem Tag haben wir in Borken das erste Lerncenter Die Lernbegleiter eröffnet. Unglaublich, dass das schon zehn Jahre her ist.

Der Name Die Lernbegleiter

Der Name Die Lernbegleiter war das Ergebnis eines langen Prozesses, bei dem ich sämtliche Begriffe rund um Lernen, Schule, Entwicklung gemischt und immer wieder neu zusammengesetzt hatte. Eines war immer klar: Die Schule sollte nicht „Nachhilfeschule“ heißen, weil ich aus meiner Tätigkeit beim Studienkreis wusste, dass Nachhilfe mit einem negativen Image belegt ist. Bis heute übrigens, das ist manchmal wirklich nervend. Als dann der Name Die Lernbegleiter da stand, war er irgendwie so logisch. Leider konnte man ihn nicht als Wortmarke anmelden, so etwas können wohl nur die großen Firmen 🙁 Das ärgert mich täglich, weil inzwischen viele Schulen von „Lernbegleitern“ sprechen. Als wir den Namen gewählt haben, gab es nicht ein einziges Suchergebnis im Internet dazu. Aber der Name wurde sehr positiv aufgenommen, ich habe in den zehn Jahren viele Schüler begleitet, die sich geweigert haben, Nachhilfe zu nehmen, allerdings unsere Lernbegleitung. Das ist bis heute so.

Von der Lernhilfe bis zum Unterricht

c-birgit-ebbert-dsc02208Ja, das ist ein schönes Beispiel dafür, dass Idee und Wirklichkeit doch oft auseinanderklafft. Als wir das Konzept unseres Lerncenters entwickelt haben, war klar, dass wir für alle Eltern und für jeden Geldbeutel ein Angebot bereithalten wollten. Deshalb gab und gibt es neben der klassischen Lernbegleitung in kleinen fach- und klassenhomogenen Lerngruppen oder in Einzelbetreuung auch Kurse und Lernmaterialien, mit denen man zu Hause arbeiten kann. Die Idee war toll und ich habe mir unglaublich viel Mühe gegeben, den Lernhilfenmarkt zu sichten und mit den Lehrplänen abzugleichen, damit wir zielgerichtet beraten können. Aber das Interesse der Kunden war gering. Gelegentlich kaufte einer eine Lernhilfe, doch die meisten wollten Lernbegleitung. Immerhin hat das dazu geführt, dass wir heute ein großes Angebot an Lernhilfen für unsere Lehrkräfte im Hagener Lerncenter bereithalten.

Von Borken über Menden nach Hagen

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19. Oktober 2006

Hier ist nun auch eine gute Gelegenheit, das Rätsel zu erklären, wie ich nach Hagen kam. Doch fangen wir von vorne an. Unser erstes Lerncenter haben wir am 19. Oktober 2006 in Borken eröffnet. Ich lebte zwar schon lange nicht mehr dort, aber nach der Analyse möglicher Standorte schien der Ort gut geeignet. Und wir haben traumhafte Räume gefunden. Immer, wenn ich heute dort vorbeikomme, trauere ich denen ein wenig nach. Im Frühjahr 2007 begannen wir unsere Arbeit in Ahaus und Menden und im Sommer 2007 in Kempen und Hagen. Nach Hagen kamen wir, weil wir für die Organisation der Lerncenter eine Zentrale haben wollten, die sollte aber irgendwo zwischen dem Sauerland, wo Ulrich Wens, der Mitgesellschafter lebt, und Bochum, wo ich lebte, bzw. den Standorten liegen. Ich habe früh entschieden, dass ich umziehen würde und daher durfte ich auch festlegen, ob wir nach Lüdenscheid oder Hagen gehen. Da ich Hagen mit Fern-Uni in Verbindung brachte und dem Freilichtmuseum, von dem mein Vater immer geschwärmt hat, habe ich mich für Hagen entschieden und es bis heute zumindest nicht bereut.

Die Lernbegleiter heute

c-birgit-ebbert-img_2232Inzwischen sind zehn Jahre seit der ersten Eröffnung vergangen und wir haben nur noch das Lerncenter in Hagen. Es gab verschiedene Gründe, die anderen Lerncenter aufzugeben, unter anderem meine Autorentätigkeit, die immer mehr Zeit verlangte, zum Teil auch die schwierige Situation vor Ort. Ich erinnere mich gut daran, wie mir der Mitarbeiter beim Gewerbeamt in Borken sagte: „Nun gehen Sie auch noch“, als ich die Abmeldung reinreichte. Es ändert sich eben alles, aber noch sind wir in Hagen, genau neun Jahre, da können wir dann hoffentlich im nächsten Jahr das Zehnjährige feiern. Vielleicht mit unseren ersten Schülern als Gäste, witzigerweise traf ich bei der Lesung, die ich im Rahmen des Bookshopdays besuchte, die Eltern unseres allerersten Schülers hier in Hagen – sie haben mich sogar noch wiedererkannt. Ok, vermutlich eher am Namen als am Aussehen 🙂 Mit der Mutter unserer allerersten Schülerin in Borken bin ich bei Facebook befreundet, da muss ich unbedingt nachfragen, was aus deren Kindheitstraum geworden ist, denn sie hat mich eigentlich erst darauf gebracht, Kindheitsträume zu sammeln. So hinterlässt jeder und alles kleine Spuren. Wir in Hagen hoffentlich auch in den Schullaufbahnen unserer Schüler. © Birgit Ebbert