(29.04.2014) Wer mich kennt, meinen Beitrag zur Sammler-Blogparade des Museums im Bügeleisenhaus gelesen hat oder schon bei mir zu Hause war, weiß, dass ich Pixibücher sammle. Da kann ich den 60sten Geburtstag der Pixibuch-Idee natürlich nicht blogbeitragsfrei vorbeiziehen lassen. Heute vor 60 Jahren ist das erste Pixibuch erschienen – ein Grund, in meinem Archiv zu stöbern. Zum Glück kann ich das in Ruhe tun, vor 10 Jahren hatte ich in Bochum Besuch von einem Fernsehteam – eine Homestory mit Pixibüchern, bei der nachher nicht nur meine Wohnung halb umgeräumt war, sondern auch meine damals noch ca. 1.000 Pixibücher komplett durcheinander gebracht wurden.

Die Erfolgsstory der kleinen Bücher begann, als der Verleger Per Hjald Carlsen eine Möglichkeit suchte, Bilderbücher preisgünstig anzubieten. Er entschied sich für das Format 10 x 10 cm und nannte die Reihe nach dem englischen „pixy“ Pixi. Damals gab es den Pixi, den heute vermutlich jeder kennt, noch nicht. Er wurde erst 1982 „lebendig“ – in Geschichten zunächst und dann auch als Verkaufsfigur, in Spielen, Schlüsselanhängern und inzwischen sogar Hörgeschichten. Ich habe irgendwann aufgehört, die Merchandising-Artikel zu sammeln, weil die zuviel Platz wegnahmen. Anders als die Pixibücher, an denen mich fasziniert, dass sie vom ersten Tag an exakt die gleiche Größe haben. Zwischen den beiden Esel-Büchern liegen rund 40 Jahre!

c-birgit-ebbert-IMG_1713Ein Gruß an Verlage: Mich nervt es furchtbar, wenn Bücher in einer Reihe plötzlich ein anderes Format haben, weil ich es mag, wenn eine Reihe auch im Regal als solche zu erkennen ist!

Bei Pixibüchern ist das eben so und das seit 60 Jahren wie sie Bücher auch seit 60 Jahren 24 Seiten umfassen. Das zweite, was mich zur Pixibuch-Sammlerin werden ließ, ist die Durchnummerierung. Endlich etwas, das ich von 1 bis 2000 sammeln kann. Nicht wie Bierdeckel, Tragetaschen oder Elefanten, von denen es unendlich viele gibt.

Die Anzahl der Pixibücher ist überschaubar – für mich zumindest. Manche Sammler beschränken sich nicht auf die Bücher von 1 bis 200x, sie sammeln ausländische Pixibücher – ich bekam deshalb sogar extra welche aus China geschickt – oder sämtliche bisher erschienen Auflagen und gleichen sie noch ab, ob etwas geändert wurde. Nichts für mich, abgesehen davon, dass dann der Platz eng wird, denn denn braucht man schon ein ganzes Zimmer und nicht wie ich fünf CD-Rackets, um die Bücher aufzubewahren.

Meine ersten Pixibücher besaß ich übrigens schon, als ich noch nicht lesen konnte. Es waren Pixi 91 „Backe, backe, Kuchen“, 103 „Abend“ und 108 „Der kleine Esel“. Meine Mutter hat mir abends daraus vorgelesen – in meiner Erinnerung gab es noch weitere Geschichten, doch die Bücher dazu waren weder in meinem Kindheitsarchiv noch in meinem Elternhaus aufzutreiben. Mit der Sammlung begonnen habe ich Mitte der 90er-Jahre bei einem Besuch der Buchhandlung im Stuttgarter Flughafen. Bis das Internet sich ausbreitete und ebay aufkam, habe ich die Sammlung von 3 auf über 1000 noch klassisch aufgestockt, indem ich jeden Flohmarkt in Stuttgart, Bochum und Borken besuchte und mir sogar eine Zeitungsannonce leistete, die mir zu 25 Erstausgaben von Pixibücher zwischen 1 und 100 verhalf.

Meine Erfahrungen in Buchhandlungen waren nicht immer so erfreulich wie die in Stuttgart. Ich erinnere mich an den empörten Blick einer Hagener Buchhändlerin, als ich mich nach Pixibüchern erkundigte. Dabei standen 1966 sogar sechs Pixi-Bücher auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis und wenn man sich heute die Serien anschaut, dann ist die Hall of Fame der Illustratoren und Bilderbuchautoren vertreten. Kein Wunder, dass die Erfolgsgeschichte andauert und im Jahr rund 15 Millionen der kleinen Bücher verkauft werden. Einen Beitrag dazu leisten sicher die Bücher über Conni, die inzwischen den Sprung ins Jugendbuch geschafft hat.

Ein Ausschnitt von meiner Pixi-Regalwand

Nun habe ich mich selbst neugierig gemacht auf die neusten Bücher, die im Alltagsstress erst einmal im Pixi-Regal gelandet sind. Sobald ich Muße habe, werde ich sie durchblättern und lesen – mit ein bisschen Wehmut allerdings, denn ein Traum hat sich noch immer nicht erfüllt. Ich würde so gerne ein Pixibuch schreiben. Mal sehen, vielleicht schicke ich gelegentlich Corvo mit seinem Rucksack und seinem Tagebuch als Agenten in den Verlag – erst einmal stimme ich mich mit den Sommer-Pixibüchern auf den Sommer ein. © Birgit Ebbert

Weitere Informationen über Pixibücher vom Carlsen-Verlag und von Pixibuch-Sammler Michael Kuznik.

Und da ich gerade wegen der Blogparade im ABC-Fieber bin, ist hier noch der Direktlink zum Pixi-ABC.

Hier können Pixibücher auch einzeln bestellt werden – wichtig für Neu-Sammler!

Zum Beitragsbild: Ich hoffe, der Carlsen-Verlag sieht es mir nach, dass ich mir aus dem 50-Jahre-Button einen 60-Jahre-Button gebastelt habe, aber ich hatte keine Gelegenheit, einen neuen Button zu erobern.