Meine wichtigsten Utensilien als Albschreiberin(12.11.2013) Heute wird es ernst. Ich habe den großen Koffer schon vom Schrank geholt und nun heißt es, diesen mit allem Nötigen für zwölf Tage Albstadt zu bestücken. Mit Blick auf die Jahreszeit werden schon die Winterstiefel viel Platz wegnehmen. Ich habe gerade mal Ben Wettervogel im Morgenmagazin per Twitter gefragt, ob ich Schneestiefel einpacken sollte. Konnten die Literaturtage nicht im Sommer sein? Da wäre ich mit einem Köfferchen angereist. Aber so: dünne Jacken, dicke Jacken, dünne Pullis, dicke Pullis. Das nimmt so viel Platz weg. Da hat Corvo es echt leichter. Ein paar Notizhefte und einen Stift in seine Tasche, fertig.

Und die Kleidung ist nur ein Teil des Gepäcks. Neben Kamera und Laptop müssen all die zusammenrecherchierten Informationen mit, sofern sie nicht auch im Laptop schlummern. Sie befinden sich in dieser Mappe, die ich wieder hervorgekramt habe. Schon als Fünf- oder Sechsjährige habe ich meinen Vater glühend um eine solche Mappe beneidet. Ein Ringbuch mit Reißverschluss zum Zuziehen und Tragegriff. Leider war die Mappe meines Vaters nach gut 40 Jahren so abgearbeitet, dass ich vor einigen Jahren eine neue Mappe geschenkt bekam. Jetzt weiß ich wofür. Darin befinden sich alle Informationen über die Veranstaltungen und Ortsteile von Albstadt, über die lesenden Autoren und meine Fragen zu ihren Büchern und all die Ausdrucke und Prospekte der Dinge, die ich gerne sehen würde.

Ob in der Mappe oder in der Laptoptasche, das wird sich zeigen, irgendwo griffbereit werden mein Albstadt-Notizbuch, das Diktiergerät und ein kleines Stativ ihren Platz finden. Mit meiner Kamera kann ich nämlich auch Filme drehen und seit ich weiß, wie ich diese Dateien fix für das Internet verkleinern kann, nutze ich die Möglichkeit gerne. Mal sehen, was sich in Albstadt so bewegt.

In der Tasche, die meine Schwester mir speziell für Lesungen genäht hat, warten einige meiner Bücher auf die große Reise und die Schwabenluft. Vor allem aber meine Kurzkrimi-Sammlung „Mord und Ortschlag“, von der es genau drei handgebundene Exemplare gibt. Mein Exemplar geht mit auf Reisen, weil die Sammlung auch einen Kurzkrimi enthält, den ich speziell für Albstadt geschrieben habe: „Täter on tour“. Er ist der Grund, warum sich in der Lesungstasche auch mein Hut befindet. Mein Blogger Sven Kempelmann, der im Sommer erfolgreich in Hattingen einen Täter ausfindig gemacht hat, ist mir mit seinem VW-Bulli namens Spritty vorausgefahren und wurde prompt in einen Mordfall verwickelt.

Upps, fast hätte ich meine Begleitung vergessen: Reporterrabe Corvo hat seinen Platz in der linken Außentasche meiner Kameratasche bereits eingenommen und rechts seine Reisetasche verstaut.

Dann schaue ich mal, was sonst noch wichtig ist. Eine Zahnbürste vielleicht.

Ich packe meinen Koffer also mit einer Zahnbürste, einer Haarbürste, … © Birgit Ebbert