Koffer von Graf von Stauffenberg im Stauffenberg-Schloss

(25.11.2013) Die Koffer sind gepackt, die Literaturtage in Albstadt sind vorbei und damit ist auch meine Aufgabe als Albschreiberin erfüllt. Ich hoffe, dass ich der Stadt und den Albstädtern mit meinen Blog-Beiträgen, Zeitungsartikeln und Begegnungen zurückgeben konnte, was ich mitnehme. Mein Erfahrungskoffer ist prall gefüllt

  • mit Informationen, nach denen ich niemals gesucht hätte, wäre ich nicht nach Albstadt gekommen
  • mit Ideen für Geschichten, sogar für einen Krimi, eine Artikel-Reihe im Blog
  • mit Ein-Wort-Titeln für Bücher wie sie Verlage heute gerne mögen
  • mit Kontakten zu liebenswürdigen, interessanten und beeindruckenden Menschen
  • mit Anregungen, die ich im „Norden“ weiter geben oder selbst ausprobieren werde m
  • mit Lebenserfahrung, die mitnimmt, wer sich auf das Leben einlässt und es nicht an sich vorbeirieseln lässt
v.l.n.r. Manfred Mai, Ursula Baumgärtner, Martin Roscher, Sabine Roth-Züfle, Marinus Merz und Moderatorin der Eröffnungsveranstaltung Bernadett Schoog

Mein Gepäck hat sich erweitert um Bücher von Autoren, die ich als Albschreiberin auch abseits des Lesebetriebs im Gespräch erleben durfte, etwa 1.500 Fotos sowie Prospekte und Kataloge, die ich noch weiterbearbeiten möchte.

Zeit also, Danke zu sagen an alle, die mein Leben hier in Albstadt bereichert haben. Ich habe oft erzählt, wie ich den Unterschied zwischen den Schwaben und den „Norddeutschen“ erlebt habe: Als ich im Januar 1988 nach Echterdingen zog, kam die schwäbische Nachbarin mit einer Kanne voller Kaffee, weil ich ja sicher die Kisten noch nicht ausgepackt hätte. Als ich 1997 nach Bochum zog, kam der Nachbar und beschwerte sich über den Lärm der Handwerker und ward sonst nie wieder zu sehen. Die Albstädter haben diese Erfahrung bestätigt. Es gab keinen, der mich nicht freundlich aufgenommen hätte – selbst Gästezimmer wurden mir angeboten, als ich wegen des Schnees in Burgfelden ein wenig unglücklich war. Apropos Burgfelden. Den Eindruck, den meine unglücklichen Postings erzeugt haben, muss ich relativieren. Ich habe auch dort nette Menschen kennengelernt und der Stadtteil bietet sich für einen Erholungsurlaub geradezu an, Ruhe, wunderschöne Spazierwege, Rückzug aus der Welt gehören hier zum Alltag. Ich sollte und wollte dort arbeiten und auch spätabends im Talgang unterwegs sein. Da war Burgfelden nicht der optimale Ausgangspunkt. Aber das wurde dann von den Organisatoren gelöst.

Karin Scheidig, Dr. Christian Schenk, Uta Schreyer, Christine Widmann-Simon

Keine gelungene Veranstaltung ohne ein engagiertes Orga-Team (nicht auf Bildern, weil vermutlich im Verborgenen tätig: Carmen Bitzer-Eppler, Ingeborg Lehner, Vera Matthes, Karl-Otto Müller, Dorothea Reuter, Dagmar Stuhrmann). Hier erlaube ich mir, stellvertretend für die mehreren Tausend Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen ein herzliches Dankeschön an all jene zu schicken, die die Literaturtage vorbereitet und die im Hintergrund gewirkt haben. Ein Hausmeister hat sich heute beschwert, dass ich in der Kolumne „Die schönste Begegnung“ die Hausmeister vergessen hätte. Habe ich nicht. Ich wollte sogar einen der Hausmeister porträtieren, doch dann fehlten mir Infos und Fotos und in der Hektik habe ich mich für jemand anders entschieden. Ich weiß, dass gerade Hausmeister, aber nicht nur sie, auch alle im Hintergrund in den letzten zehn Tagen fast rund um die Uhr gearbeitet haben.

Herzlich danken möchte ich aber auch dem Oberbürgermeister Albstadts, Dr. Jürgen Gneveckow, dem Leiter des Kulturamts, Martin Roscher, und Marinus Merz, dem Veranstaltungsmanager im Kulturamt, die in den zehn Tagen dafür gesorgt haben, das ich mir wie ein „Local-VIP“ vorkam, ein Gefühl, an das ich mich gewöhnen könnte. #Hagen #Borken *grins*

Bestimmt habe ich jemanden vergessen, mein Kopfspeicher quillt über. Wenn ich mein momentanes Gefühl beschreiben sollte: Ich fühle mich wie als Kind an Weihnachten, wenn alle Geschenke ausgepackt waren und ich nicht wusste, womit ich mich als erstes beschäftigen sollte.

Ciao Albstadt – ich komme sicher noch einmal wieder, wenn es nicht so heiß ist wie im Juli, als ich hier einen Abstecher gemacht habe, und nicht so kalt, nebelig und winterlich ist wie in den letzten zehn Tagen. Dank des Sonnenmontags, an dem das Foto rechts gemacht wurde, kann ich erahnen, wie es im Frühsommer oder Frühherbst hier aussehen könnte.