(15.11.2013) Ganz überraschend begann mein Tag heute mit einer Lesestunde in einer zauberhaften sechsten Klasse in der Lammersberg-Realschule. Als Dankeschön, dass ich eingesprungen bin, bekam ich ein Frühstück mit Butter-Brezel und einen Platz im Lehrerzimmer, an dem ich in Ruhe arbeiten und surfen konnte.

Gegen Mittag habe ich mich dann auf den Weg gemacht, um die Gegend zu erkunden. So mancher Albstädter wird sich gewundert haben, wenn ich zackig rechts ran fuhr, aus dem Auto sprang, ein paar Fotos schoss und wieder ins warme Auto hüpfte. Denn eigentlich war kein Fotografier-Wetter, meine Hände sind noch immer leicht beleidigt, weil ich ihnen das angetan habe. Aber angesichts des vollen Programms der Literaturtage musste ich den freien Tag nutzen. Und ich habe viel gesehen und zwischendurch auch noch eine Konditormeisterin und Bäckerin in der vierten Generation kennengelernt. Doch die Geschichte wird ein anderes Mal erzählt.

Erst einmal muss ich das leicht negative Bild, das von Burgfelden entstehen könnte korrigieren. Nachdem ich nämlich Pfeffingen, Margrethausen und Onstmettingen einen Besuch abgestattet habe, bin ich durch Burgfelden geschlendert und habe die schönen Seiten des Dörfchens entdeckt. Vor allem aber bin ich zufällig auf dem Böllat gelandet. Geübten Wanderern verrate ich lieber nicht, in welchem Schuhwerk ich unterwegs war. Aber woher sollte ich auch wissen, dass der so harmlos wirkende Weg am Ende der Straße direkt auf den Böllat führte. Als mir das klar wurde, waren nur noch ein paar hundert Meter zu gehen, da mochte ich auch nicht umkehren. Wer weiß, vielleicht schneit der Weg in den nächsten Tagen zu.

Der Blick von der Aussichtsplattform ist wirklich beeindruckend, dabei war es heute wolkig und ziemlich windig, weshalb ich mich nicht ganz dicht an den Abgrund getraut habe. Ich konnte auch so sehen, dass es sehr tief runterging. Corvo hat gar nicht erst gewagt, aus der Tasche zu krabbeln. Er hat sich nur auf den Schneemann gewagt, der dort einsam stand. Vielleicht habe ich Glück und es scheint doch noch die Sonne, ehe ich zurückfahre. Jetzt weiß ich ja, dass ich nur ein paar Minuten gehen muss und meine Mütze mitnehmen sollte, wenn ich mich auf Traufgang-Test-Gang mache. Mein Fazit zu Burgfelden: Eine wunderbare Location für Erholungsurlaub, für eine Schreibklausur weniger geeignet, wenn man im Internet recherchieren muss. © Birgit Ebbert

Aussichtsplattform auf dem Böllat