Rechts auf dem Berg ist die Ruine

(18.11.2013) Kennt heute noch jemand mein Lieblingslied aus der Kindheit? „Auf dem Berg bin i gewesen, hab‘ den Vöglein zug’schaut …“ Zumindest den ersten Vers kann ich heute mit Fug und Recht singen. Kaum habe ich den blauen Himmel gesehen, bin ich schon losgetrabt – zuerst auf den Böllat. Dort hatte ich eine schöne Sicht, habe Corvo auf den Resten seines Schneemanns fotografiert und ein paar Bilder von den Bergen geschossen. Alles schön easy und gemütlich.

Sieht alles noch sehr harmlos aus

Dann erinnerte ich mich daran, dass mir gestern von allen Seiten dringend ein Spaziergang zur Schalksburg-Ruine empfohlen wurde. Ruine und Burg hört sich gut an und die Schalksburg stand ohnehin auf meinem Tosee-Plan, also bin ich munter los spaziert. Bis zum Ende des Burgwegs durch die Felder, die man bei uns Hundewiese nennen würde. Bis dahin war alles gut. Ich habe die Sonne und den blauen Himmel genossen nach den trüben Tagen seit meiner Ankunft.

Da musste ich runter und wieder rauf und das war noch harmlos

Was mir aber niemand gesagt hat, dass es bis zur Schalksburg-Ruine nicht nur bergig, sondern auch steil und schmal ist. Ich glaube, es sprach jemand davon, dass man auf einem „Grat“ wandern müsste. Vielleicht hätte ich besser zuhören sollen. Jedenfalls sah ich mich plötzlich auf einem etwa 60 cm breiten Pfad – rechts ging es bergab, links ging es bergab und ich mitten dazwischen. In Schuhen, die mich sicher getragen haben, bei denen aber jeder Wanderführer vermutlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte, und auf einem Boden voller Laub. Zum Nachmachen ist das in dieser Konstellation eher nicht. Aber bei schönem Wetter und trockenen Tagen in jedem Fall. Dann gehört dieser Teil – das hätte mich stutzig machen sollen – zum Felsenmeersteig.

Hat sich doch gelohnt

Ich war jedenfalls froh, dass ich schon als Vorschulkind im Schwarzwaldurlaub und als Grundschulkind im Felsenmeer in Hemer solche Wanderungen geübt hatte. Trotzdem war ich froh, als ich wieder Asphalt unter den Füßen hatte. Denn das Ganze musste schnell gehen, ich wollte mir dir Schulvorstellung über Robert Gernhardt nicht entgehen lassen. Aber gelohnt hat sich das Abenteuer. Ich habe in einer ziemlich kurzen Zeit das Tal unterhalb von Burgfelden umrundet. In der einen Minute ein Foto von der Schalksburg-Ruine vom Böllat aus – in mehr als einer Minute, das gebe ich zu, Auge in Auge mit der Ruine. Jetzt widme ich mich erst einmal der Kultur und sollte auch schauen, ob ich etwas zu essen bekomme, nachdem das Frühstück dem Berg zum Opfer fiel, sieht es so aus, als würde das Mittagessen ausfallen, weil ich diesen Beitrag noch fix hochladen will.

So sieht der Turm also von Nahem aus.

An der Stelle, an der die Schalksburg-Ruine steht, soll es übrigens in der Bronzezeit eine Besiedlung gegeben haben. Die erste nachweise Burg stand hier um 1100. Diese Burg wechselte mehrmals den Besitzer und wurde Mitte des 15. Jahrhunderts auf  Geheiß des Hauses Württemberg zerstört. Nach 1465 wurde eine neue Burg aufgebaut, die allerdings auch nicht lange bestand hatte. Der Turm, den ich besucht habe, wurde Ende der 1960er Jahre als Aussichtsplattform errichtet. © Birgit Ebbert