(21.03.2016) In der letzten Woche stand in der Stadtbücherei auf der Springe alles im Zeichen des Himmels. Eine Ausstellung der Sternwarte, die noch bis Anfang April zu sehen ist, verrät unter anderem die Hintergründe des Hagener Planetenmodells und bei verschiedenen Veranstaltungen konnten sich Besucher dem Himmel auf ganz unterschiedliche Weise nähern. Am frühzeitig ausverkauften Bücherfrühstück konnte ich leider nicht teilnehmen, aber die anderen Veranstaltungen klangen so interessant, dass ich damit meine Urlaubswoche eingeläutet habe.

Filmisch auf der Reise zu den Sternen

Am Freitag wurde auf einer großen Leinwand in der Musikbücherei der Film „2001: Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick gezeigt, der Mitte der 60er-Jahre gedreht wurde und vor der Landung des ersten Menschen auf dem Mond in die Kinos kam. Das muss man sich vergegenwärtigen, wenn man den Film anschaut, dann kommt man aus dem Staunen nicht heraus.

Natürlich gibt es auch heute noch kein Terminal, in der ein Mensch in Alltagskleidung auf den Flug zum Mond wartet und die Erforschung des Jupiters steht auch noch in den Sternen, aber Bildtelefon und sprechende Computer kann sich fast jeder zulegen, der Spaß daran hat. Beeindruckend auch, dass man zu jener Zeit ohne Computeranimation auskam und es dennoch schaffte, die Menschen in den Bann zu ziehen. Bei einem Film von 143 Minuten eine Leistung, die fast alles Besucher bewältigt haben. Vor mir saßen Jugendliche, die anfangs miteinander tuschelten, aber dann irgendwann doch schwiegen und fasziniert auf die Leinwand schauten. OK, ganz haben sie den Film nicht durchgehalten, aber 100 Minuten haben sie wohl geschafft. Obwohl es in dem Film Sequenzen gibt ganz ohne Ton, wenn man von der Live-Beschallung durch den Besucher hinter mir absieht, der keine Probleme damit hatte, das Glas Salzstangen genüsslich genau in jenen Minuten zu leeren. Krch, krch. So entstehen Ideen für Krimis!

Mit Musik geht es auf eine Reise zu den Sternen

Beim Programm am Samstagabend wäre das nicht aufgefallen, weil Stefan Erbe und Steve Baltes 90 Minuten elektronische Musik vom Feinsten spielten. Der Untertitel des Programms „Atemberaubende Großprojektion trift galaktische Chill-Out Klangwelten“ war nicht übertrieben. Ich bin immer noch beeindruckt, wie Stefan Erbe es schafft, gleichzeitig Ton und Bild zu managen. In die auf die Musik abgestimmten Videosequenzen wurden immer wieder Live-Aufnahmen von der Arbeit der Musiker eingespielt, was zu skurilen Bildeindrücken führte.

Eine Performance der Extraklasse, die zurecht ausverkauft war – ich zumindest habe mir die nächsten Termine des Duos schon in den Kalender geschrieben und werde die Gelegenheit nutzen, endlich wieder einmal ins Planetarium nach Bochum zu fahren. Spätestens dann wird es sicher einen eigenen Blogbeitrag über Stefan Erbe geben. Bis dahin empfehle ich einen Beitrag auf Radio Oberhausen – ja, man muss auch mal über Grenzen hören 🙂 – am Karfreitag, in dem Wave Music-Moderator Dietmar Spors über und mit „Elektronik Wizard“ Stefan Erbe und seinen Besuch bei der Veranstaltung in der Stadtbücherei.

Zum Ausklang der Sternenwoche gab es am Sonntag dann noch einmal Literatur – in Häppchen und mit Musik verknüpft. In der Reihe „Texte & Töne“ widmeten sich Markus Suplicki und das Franz-Lehár-Quartet der Max-Reger-Musikschule dem „Himmel“. Ich muss gestehen, dass ich versäumt habe, mir die gespielten Musiktitel zu notieren, die darf mir gerne jemand nachreichen, aber die Titel der literarischen Texte habe ich aufgeschrieben, schon um sie nachzulesen wie zum Beispiel „Die letzte Elektrische“ von Kurt Tucholsky oder Rilkes „Zum Einschlafen zu singen“, Rückerts „Schlummerlied“ oder „Mond und Mädchen“ von Klabund. Man sieht, das Spektrum war weit gespannt, Hölderlin gab es und Annette von Droste-Hülshoff, aber mein Lieblingstext war „Der Langschläfer“ von Sebastian Haffner – warum wohl? 🙂 Auch das war ein toller Nachmittag, Markus Suplicki präsentierte eine schöne Textmischung und das Franz-Lehár-Quartett unter der Leitung von Udo Hartelmeier flotte und getragene Musik, klassisch, modern und ausgefallen.

Eine gelungene Veranstaltung der Stadtbücherei, die neugierig macht, was eine Bibliothek sonst noch zu bieten hat außer Büchern.

Internetseite von Stefan Erbe

Zur Ankündigung der Reportage auf Radio Oberhausen

Website der Stadtbücherei Hagen