Riesenrad vor meinem Fenster(19.11.2015) Mein neuer Krimi Schneewalzer spielt in Hagen , er beschäftigt sich aber auch fiktiv mit einem Thema, das alle Orte betrifft, mit Straßenmusik. „Es gibt Straßenmusiker und Straßenmusikanten“, lasse ich meine Ermittlerin Anja Henke irgendwann zu ihrem Ehemann sagen, nachdem ich viel zu dem Thema recherchiert habe und überrascht war, was dabei zutage trat. Diese unterschiedlichen Begriffe stammen nicht von mir, ich habe sie nur aufgegriffen, weil ich sie so schlüssig fand.

Straßenmusiker im Schneewalzer

Es scheint nämlich wirklich zum einen Straßenmusiker zu geben, die Musiker sind und ihren Lebensunterhalt mit Konzerten und Auftritten bestreiten, die auch auf der Straße stattfinden können. Sie haben oft Internetseiten, man findet sie bei Facebook und manchmal verkaufen sie auch CDs von sich. Sogar ein Festival mit Straßenmusik gibt es, habe ich entdeckt und schiebe diese Erkenntnis meiner Protagonistin unter. Ein spannendes Thema, mit dem ich mich sicher noch einmal beschäftigen werde.

Daneben scheint es aber Straßenmusikanten, wie ich sie genannt habe, zu geben, die nicht für sich auf der Straße musizieren, sondern im Auftrag von Einzelpersonen oder auch Banden. Sie kommen oft aus den Balkanländern und haben eine mehr oder weniger gute musikalische Grundbildung. Dazu gibt es nur sehr wenige Informationen, auch ein Thema, über das ich gerne mehr erfahren würde. Auf die Idee, mich damit zu befassen, kam ich, weil mir in der Stadt auffiel, dass manche Musiker einfach ihren Geigenkasten o. ä. aufstellten und Geld sammelten, während andere – und zwar verschiedene – einen Stoffcampinghocker vor sich platzierten. Die Hocker blieben gleich, aber die Musikanten wechselten und einmal ist es mir wirklich passiert, dass ich Musikanten aus Hagen in einer anderen Stadt gesehen habe.

Aus dem Schreibkästchen geplaudert

Schneewalzer - ein Weihnachtskrimi. Gmeiner 2015Solche Beobachtungen setzen meine Fantasie in Gang und ich stelle mir vor, wie das zusammenhängen könnte. Wenn ich dann noch lese, dass die Nebenjob-Zentrale „Straßenmusiker“ als Geschäftsidee vorschlägt – Tatsache, den Artikel habe ich noch in meinem Ordner, und die „Bettel-Mafia“ in Zürich, wo das Betteln verboten ist, nun die Bettler musizieren lassen, dann ist schnell eine Krimi-Idee entstanden. Und da gerade zu Weihnachten Straßenmusik Hochkonjunktur zu haben scheint, passte das Thema gut zum Weihnachtsmarkt. Und dann habe ich noch diese witzigen „Auszüge aus dem ‚Handbuch für den fortgeschrittenen Straßenmusiker‘“ im Internet gefunden und das Konzept des Krimis war fertig. Viel Spaß bei der Lektüre 🙂 © Birgit Ebbert

Birgit Ebbert: Schneewalzer. Gmeiner Verlag 2015