Bernd Schwarzer erklärt sein Kunstwerk

(21.08.2014) Nach dem „Weltenbrand“ zieht gerade die Welt ins Osthausmuseum ein. Noch wird gewerkelt und während des Pressegesprächs kamen letzten Werke an, aber bis Samstag wird alles am Platz sein. Dann sind drei ganz verschiedene Ausstellungen von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts zu sehen, die jede für sich Zeiten und Welten widerspiegeln.

Wenn man das Museum betritt empfangen einen sogleich farbenfrohe Bilder des Düsseldorfer Künstlers Bernd Schwarzer, der auch in der Ausstellung „Weltenbrand“ bereits vertreten war. Was im ersten Augenblick spielerisch und leicht wirkt, ist immer mit einem tiefen Sinn verbunden. „Jedes Bild hat eine geistige Geschichte“, erklärt Bernd Schwarzer und man merkt ihm das an, wenn er beginnt, zu erzählen.

Je nachdem, wo man weitergeht, empfangen einen die Kunstwerke der Deutsch-Ägypterin Susan Hefuna oder Künstler-Postkarten des Expressionismus. Da auch von Bernd Schwarzer einige Künstlerpostkarten zu sehen sind, habe ich mich als nächstes für die Expressionisten entschieden.

Die 50 Postkarten von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Max Pechstein spiegeln zum einen das Werk der Künstler wieder, aber auch den Geist der Zeit. Neben den Vorderseiten, die von den Künstlern gestaltet wurden, können auch die Rückseiten betrachtet – und gelesen werden, wenn man denn firm ist im Entziffern fremder, 100 Jahre alter Handschriften. Zwischen den Postkarten sind Werke der Künstler aus dem Bestand des Osthausmuseums zu sehen, die zeigen, welche Schätze das Museum besitzt.

Im oberen Ausstellungsbereich erwarten einen ganz andere Werke. Schwarz und weiß sind die dominierenden Farben von Susan Hefuna in dieser Ausstellung. Sie zeigt ihre Kompositionen, zu denen sie von der ägyptischen „Mashrabiya“ inspiriert wurde. Die Masrabiya ist ein Teil der ägyptischen Architektur und bezeichnet jene Gitter vor den Fenstern, die es den Frauen im Haus erlauben, hinauszuschauen, während sie von außen nicht gesehen werden können. Susan Hefuna hat sich 1998 erstmals mit diesem Thema beschäftigt und mit den Strukturen, die sie dort wahrgenommen hat, immer aufs Neue gearbeitet. Auf ganz andere Art faszinierend.

Kurzum: Das Osthausmuseum hat wieder ein interessantes Angebot zusammengestellt, das für jeden etwas beinhaltet und zugleich neue Eindrücke vermittelt. Die ausstellungen sind vom 24. August bis zum 2. November 2014 zu sehen, Zeit genug für Berichte über jede einzelne Ausstellungen, die dann sukzessive folgen werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet statt am 23. August um 16.00 Uhr.

Tipp: Im Jungen Museum ist weiterhin die Ausstellung „Der Berliner Skulpturenfund“ zu sehen und im Christian-Rohlfs-Raum die Ausstellung „In wessen Namen“.

Weitere Informationen über die Ausstellung: www.osthausmuseum.de