(15.02.2019) Neben dem Schlosspark, von dem ich ja bereits das ein oder andere Foto gepostet habe :-), war bei meinem ersten Besuch in Gotha und auch in dieser Woche die Heinrich-Heine-Bibliothek im Winterpalais meine Hauptanlaufstelle. Beim ersten Besuch fand dort die wöchentliche Pressekonferenz von Oberbürgermeister Knut Kreuch statt, bei der ich meine „Ernennungsurkunde“ als Stadtschreiberin bekam. Das war ganz schön, weil ich auf diese Weise bereits einige MitarbeiterInnen der Stadtbücherei kennengelernt habe. Als ich am Mittwoch auf der Suche nach Büchern zum Thema Bauhaus durch die Gänge der zweistöckigen Bibliothek streunte, wurde ich gleich freundlich empfangen. Nebenbei bemerkt, ich bin fündig geworden in der Bibliothek. Ok, ich habe nicht alle Bücher zum „Bauhaus“ gelesen, sondern die meisten nur durchgeblättert. Aber in dem gemütlichen Sessel vor dem Fenster wirkte das Blättern inspirierend, sodass ich am Ende mit dem Grundgerüst für meinen Workshop in der Hagener Stadtbücherei nach Hause gehen konnte. Fällt euch meine Wortwahl auf? Ich bin „nach Hause“ gegangen. Die Wohnung unter dem Dach des ehemaligen Hospitals Maria Magdalena in der Historischen Altstadt ist für mich in dieser Woche zu einem zweiten Zuhause geworden. Ein paar Utensilien werde ich noch mitbringen, aber das ist bei Umzügen ja auch nicht anders, dass man anfangs vermisst, was in irgendwelchen Kisten verstaut ist.

Freundeskreis der Heinrich-Heine-Bibliothek Gotha e. V.

Doch zurück zur Heinrich-Heine-Bibliothek, die ich gut zu Fuß erreichen kann. Dabei überquere ich die für Gotha wichtigen Plätze, den Buttermarkt und den Ekhof-Platz, woran ihr seht, dass in Gotha alle wichtigen Orte in überschaubarer Entfernung liegen. Am Mittwochabend bummelte ich also erneut durch die Stadt, weil ich vom Freundeskreis der Stadtbibliothek eingeladen wurde, mich bei deren Stammtisch vorzustellen. Das war ein informativer und lustiger Abend, ich weiß jetzt schon, welche interessanten Veranstaltungen in diesem Jahr in der Stadtbibliothek stattfinden werden und ich darf zu den nächsten Stammtischen wiederkommen. Der zweite Mittwoch ist bereits in meinem Kalender für den Freundeskreis blockiert und ich habe auch angeboten, dass ich gerne helfe, Kuchen zu verkaufen – ok, ich sagte, Schnittchen zu schmieren 🙂 – wenn bei einer Veranstaltung helfende Hände gebraucht werden. Nebenbei habe ich Kontakt zu einem Schreibclub bekommen und meine Bildungslücke über Johann Conrad Schlaun geschlossen, der in Münster das Schloss, den Erbdrostenhof und andere Gebäude in der Zeit des Barock gebaut hat. Da sieht man übrigens, dass man das, was vor der Tür liegt, oft nicht kennt. Ich habe Schlaun mit Schloss Augustusburg in Brühl in Verbindung gebracht und dabei bin ich während meines Grundstudiums in Münster mehrfach zur Einschreibung im Schloss gewesen!

Lesung zum Valentinstag

Gestern Abend war ich bei einer wunderbaren Lesung mit meiner Stadtschreiber-Vorgängerin Annabella Gmeiner und dem Landtagsabgeordneten aus Gotha, Matthias Hey. Die beiden haben Mark Twains „Tagebuch von Adam und Eva“ gelesen, das Buch ist herrlich und die Lesung war klasse. Dazu gab es tolle Musik vom Heurigen-Duo Horst Gröner und Rainer Eichhorn, die Wiener Lieder gesungen haben. Ein unterhaltsamer und lehrreicher Abend, ich hatte noch nie von dem Buch gehört, habe erfahren, dass Wiener Couplets sehr tiefgründig sein können, weiß schon, dass Gotano die ostdeutsche Antwort auf Cinzano war und ist und das im Osten Muschebubu schummriges Licht bezeichnet, das zum Kuscheln einlädt 🙂

Auf meiner „Das muss ich in Gotha erleben“-Liste stehen nun nach eindringlicher Empfehlung die „Illuminaten-Führung“ und ein Besuch des Versicherungsmuseums, Kontakt ist schon hergestellt :-). Und zukünftig sollte ich mehr Notizzettel dabei haben, um immer gleich die Anekdoten über die Gothaer Historie aufzuschreiben. Offen ist noch die Frage, was nun richtig ist: Gothaer oder Gothsche – aber ich muss ja beim nächsten Mal auch noch etwas zu lernen haben 🙂

Abschlusslesung der Stadtschreiberin 2018

Alle Wege führen zur Stadtbücherei 🙂 – als ich heute vom Schlosspark in die Stadt runterging, fand ich mich plötzlich hinter der Bibliothek.

Heute Nachmittag werde ich noch einmal zur Stadtbücherei gehen. Dort findet die Abschlussveranstaltung mit Annabella Gmeiner, der Stadtschreiberin 2018, statt. Kennengelernt habe ich sie ja gestern Abend schon, aber heute liest sie eigene Texte, da bin ich natürlich neugierig. Und dann bekomme ich auch das Büchlein „Blick auf Gotha“ mit ihren Kolumnen. Die Artikel meiner anderen Vorgänger habe ich schon gelesen, darüber werde ich noch berichten, wenn ich Annabellas Texte gelesen habe 🙂 Ach ja, und da werde ich mich auch vorstellen. Nachdem ich am Mittwoch beim Freundeskreis aus dem Plaudern nicht herausgekommen bin, habe ich eine kleine Rede vorbereitet 🙂 – wie ich mich kenne, werde ich dann doch wieder quatschen, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Je nachdem, werde ich den Beitrag hier veröffentlichen oder auch nicht 🙂 Jetzt mache ich noch einen letzten Spaziergang durch den Schlosspark und verabschiede mich von den Eichhörnchen bis zum nächsten Kurzaufenthalt. Bis dahin werden ein paar Wochen vergehen, weil ich im März so viele Veranstaltungen habe, eigentlich schön, aber eigentlich könnte ich auch bis zum Ende des Jahres hierbleiben in meinem Teilzeitzuhause. © Birgit Ebbert

PS: Eigentlich wollte ich ja etwas ÜBER die Heinrich-Heine-Bibliothek schreiben, aber ich dann haben sich die Erlebnisse ins Schreiben gemischt. Mehr über die Bibliothek dann demnächst 🙂