(22.04.2015) Ja, ich werde mich für einen guten Zweck kurz mal in ein Geschenk verwandeln, das man nirgendwo kaufen kann. Begonnen hat alles damit, dass mir der Aufruf der gemeinsamen Bürgerinitiative für das Theater Hagen in die Hände fiel. Darauf standen 7 Anregungen, wie man das Theater Hagen als Bürger unterstützen könnte – frei nach John F. Kenndy „Fragen Sie nicht nur, was das Theater Hagen für Sie tn kann, fragen Sie auch, was Sie selbst zum Erhalt und zur Förderung unseres Theaters in Hagen tun können!“

Zum Beispiel in einem Geschäft … (hier, wie es hieß, umgeben von Requisiten vom Theater Hagen)

Unter Punkt 7 wurden Ideen gesucht für besondere „Geschenke, die man nicht kaufen kann“. Da fiel mir die Wohnzimmerlesung ein und ich habe spontan angeboten, eine solche Wohnzimmerlesung zu versteigern. Lange hörte ich nichts, aber nun wird es ernst. Und ich frage mich, ob Lesungen heute noch so interessant sind, dass jemand darauf steigert. Vielleicht hätte ich lieber anbieten sollen, mich als Clown zu verkleiden für einen Kindergeburtstag oder einen Tag mit dem Hund Gassi zu gehen. Aber das kann jeder. Aus einem eigenen Buch lesen, schon weniger. Und den einen oder die andere gibt es vielleicht doch noch, der Bücher und Lesungen mag.

Die Lesung muss auch nicht unbedingt im Wohnzimmer stattfinden, eine Terrasse geht auch oder eine Kantine oder ein Kinderzimmer oder ein Ladenlokal oder ein Büro oder … – da würde ich Wohnzimmer sehr weit fassen. Ich lese ebensogerne vor einer kleinen wie vor einer großen Gruppe.

… oder mit Mikro …

Auch was den Lesestoff angeht, kann ich mich auf die Zielgruppe einstellen. Es sind von mir Geschichten für alle Altersstufen erschienen, stelle ich gerade fest: Vorlesegeschichten für die Kleinen, Detektiv- oder Spukgeschichten für die Grundschulkinder, Krimis für die Erwachsenen, selbst für Jugendliche könnte ich mit meinem Jugendroman „Ego-Trip. Computerrallye durch das Leben aufwarten“ oder einer Geschichte, an der ich gerade schreibe. Eigentlich würden sich auch die Krimis rund um den Blogger Sven für Jugendliche eignen, fällt mir gerade ein und davon gibt es im Sommer ja einige in der Krimi-Sammlung „Wer mordet schon im Ruhrgebiet“. Je nach Timing könnte die Wohnzimmerlesung sogar eine Buchpremiere werden, denn in dem Buch gibt es natürlich auch einen Krimi aus Hagen. Mit der neuen Ermittlerin, die ab Oktober in meinen Hagen-Krimis unterwegs sein wird. Und wer jetzt sagt, aber für unseren Opa oder Tante Adelgunde ist ein Krimi nichts, den kann ich beruhigen: Denen würde ich Kurzgeschichten zum Thema „Leibgerichte“ vorlesen oder über „Sportidole“ oder „Spiele der Kindheit“.

... für Kinder ...
… für Kinder …

Am Lesestoff wird die Aktion also nicht scheitern, soviel ist klar. Trotzdem werde ich mir für den Tag starke Nerven zulegen, falls niemand meine Lesung ersteigern will. Daran habe ich natürlich nicht gedacht, als ich im letzten Jahr so spontan das Blatt ausgefüllt habe. Ausgerechnet ich, wo ich sonst immer alles drehe und wende, habe diesen Haken nicht bedacht. Vielleicht erkundige ich mich schon mal, ob bei der Veranstaltung Wein ausgeschenkt wird, damit ich meinen Kummer ertränken kann. Aber da muss ich nun durch und die Idee finde ich nach wie vor klasse.
Und einen Vorteil hat das Ganze. Ich weiß schon, was alles versteigert wird und habe schon einen Favoriten.

… und für einen guten Zweck auch halb in der Volme 🙂

Und hier ein paar Fakten: Inzwischen ist aus der Bürgerinitiative die Bürgerstiftung der Theaterfreunde Theater Hagen geworden. Die Versteigerung findet statt im Kunstquartier am 9. Mai von 11 bis ca. 13 Uhr. Werner Hahn wird die Versteigerung leiten und versteigert werden zum Beispiel Privatkonzerte und Theateraufführungen daheim, ein Rundflug über Hagen, eine Rotweinprobe, ein Schlagzeug-Workshop, eine Kutschfahrt durchs Sauerland, ein Tagesmalkurs und eben meine Wohnzimmer-Lesung. © Birgit Ebbert

Auktion mit Geschenken, die man nicht kaufen kann (Westfalenpost 22.03.)

Das Titelfoto ist von Wilfried Junge, ich fand es passt gut zum Thema und danke ihm, dass ich es nutzen darf. Die Fotos von der Kinderlesung und an der Volme sind von Ulrich Wens, das aus dem Kaufhof von Sabine Schmidt und das Mikro-Bild mit meiner Kamera von einem mir bekannten Fotografen, der namentlich nicht erwähnt werden möchte.