(01.10.2014) Derzeit werden im Osthausmuseum Werke des Düsseldorfer Künstlers Bernd Schwarzer ausgestellt, in denen er die Geschichte Deutschlands, Europas, ja der Welt reflektiert. Die Kunst Schwarzers ist wie der Künstler selbst vielseitig,vielformatig und hyperlebendig. Fast scheinen einen die Bilder anzuspringen, vor allem die „Flammenbilder“ für die er „Farbflammen“ aus Ölfarbe mit dem Spachtel aufträgt, bis sie ihre Dreidimensionalität entfalten.

Daneben finden sich aber auch Künstlerpostkarten, die er an Freunde, Künstlerkollegen und Bekannte aus der ganzen Welt schickt. Im Eingangsbereich schaut die Besucher ein farbenkräftiger Mann an, der Münzen um sich schart.

Ich kannte die Werke Bernd Schwarzers nur aus der Ausstellung „Weltenbrand“ und gebe zu, dass ich insgeheim erwartete, weitere ernst anmutenden Werke zu sehen. Von dieser Farbenpracht war ich völlig überrascht und ich habe mich selbst dabei ertappt, dass ich mich gleich viel aufgeschlossener den doch auch kritischen Themen genähert habe. Eine interessante Erfahrung.

Ebenso interessant, dass Bernd Schwarzer so manches Weltereignis in seiner Kunst vorhergeschaffen hat – ob das der Mauerfall oder der heutige Konflikt in der Ukraine ist. Das wird unbedingt nicht auf den ersten Blick, wenn man Bernd Schwarzer jedoch lauscht, dann versteht man, warum er sagt: „Jedes Bild hat seine geistige Geschichte.“ Während andere Künstler sich eher zurückhalten mit Stellungnahmen über ihr Werk, merkt man Bernd Schwarzer an, dass er nicht nur von dem Drang zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Welt, sondern auch vom Wunsch, der Welt die Welt zu zeigen beseelt ist.

Bernd Schwarzer malt nicht nur, sein Formenspektrum ist weit gefächert, Assemblagen finden sich da ebenso wie Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen wie die Kreuze, die in der Ausstellung „Weltenbrand“ von ihm zu sehen waren.

Bernd Schwarzer ist am 24. Juli 1954 in Weimar geboren, die Ausstellung ist eine Hommage zu seinem 60. Geburtstag. Als er fünf Jahre alt war, siedelte seine Familie nach Düsseldorf um. Schwarzer begann früh, sich für Kunst zu interessieren und hatte Glück, dass der Vater seine Leidenschaft unterstützte. Schwarzer studierte Malerei in Köln und Düsseldorf, war u. a. Gastschüler bei Joseph Beuys und ist sein 1984 Maler. Seine Werke wurden in allen namhaften Museen ausgegestellt, in Deutschland und darüber hinaus. Im Jahr 2000 leitete er als Gastprofessor selbst eine Meisterklasse an der Akademir der Künste in Minsk.

Seine Werke schafft er in der Regel in seinen Ateliers in der Düsseldorfer Innenstadt. Rund 1.000 m² stehen ihm zur Verfügung, um jedem Thema und jeder Idee den ihnen nötigen Raum zu geben – und um all die Dinge zu sammeln, die ihm bei seinen Reisen durch die Welt begegnen und inspirieren.

In Hagen sind bis zum 2. November von Bernd Schwarzer 50 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen zu sehen, die einen Querschnitt durch seine Themenschwerpunkte Erster Weltkrieg, Religiöse Bilder, Deutschland und Europa zeigen.

Weitere Informationen zur Ausstellung: www.osthausmuseum.de