(23.04.2014) Heute ist der Welttag des Buches, ein Anlass für Hunderte von Buch-Bloggerinnen und -Bloggern, Lesefreude zu verschenken. Ich habe lange überlegt, ob und wie ich mich an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ beteilige. Ich habe so viele Lieblingsbücher, dass ich mich nicht entscheiden konnte, welches ich verlosen sollte.Dann fiel mir Erich Kästner ein, der Autor über den ich am meisten weiß, von dem und über den ich die meisten Bücher besitze und den man immer wieder lesen kann. Ich habe in meinem Bücherregal gestöbert und drei Bücher gefunden, die ich verschenken kann und möchte. Sie warten schon länger auf einen besonderen Moment, da passt der Welttag des Buches optimal.

Ich verschenke also:

  • Erich Kästner: Eine Auswahl. Cecilie Dressler Verlag 1958
    Das Buch gibt es heute nicht mehr, es handelt sich um ein Taschenbuch mit einem Vorwort von Erich Kästner.
  • Marbacher Magazin 86/1999 Emil, Lottchen und der kleine Mann. Erich Kästners Kinderwelt.
    Ein Magazin des Marbacher Literaturarchivs, in dem sich verschiedene Autoren mit verschiedenen Aspekten von Kästners Kindheit und seinen Werken für Kinder beschäftigen. Mit vielen Bildern und einem eingelegten Faksimile-Druck eines Laufspiels zu dem Film „Emil & die Detektive. Ich schenke quasi gleich noch Spielfreude.
  • Birgit Ebbert: Erziehung zu Menschlichkeit und Demokratie. Peter Lang Verlag 1993
    Dabei handelt es sich um ein Buch-Exemplar meiner Dissertation über Erich Kästner, die Zeitschrift „Pinguin“, Jugend im Dritten Reich und den Versuch, die jungen Menschen nach dem Krieg zu Demokratie und Menschlichkeit zu erziehen, das – soweit ich weiß – nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist.

Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Diesen Beitrag zu kommentieren.
  • Einen der Posts bei Facebook, Google+, Xing auf meinem Profil oder meiner Autorenseite zu dem Beitrag zu kommentieren
  • Schon fast altmodisch: eine E-Mail zu schreiben an autorin@birgit-ebbert.de

und mir zu schreiben, welches Gedicht oder Buch euch von Erich Kästner am besten gefällt.

Die Verlosung findet am 1. Mai statt, die Bücher werden im Paket verlost und jeder kann nur einmal teilnehmen.

Für Neugierige zum Weiterlesen

Erich Kästner wäre übrigens am 23. Februar 115 Jahre als geworden und am 29. Juli jährt sich sein Todestag zum 40sten Mal. Ich beschäftige mich seit gut 20 Jahren mit Erich Kästner. Damals bereitete ich mich auf ein Seminar zum Thema „Kinder- und Jugendzeitschriften“ vor und las parallel gerade die Rowohlt-Monografie über Erich Kästner. Im Werkverzeichnis fiel mir auf, dass er die Jugendzeitschrift „Pinguin“ herausgegeben hatte. In Stuttgart, wo ich zu der Zeit arbeitete, und i Rowohlt-Verlag, den ich bis dahin in Norddeutschland verortet hatte. Das machte mich neugierig und ich begann zu recherchieren.

Ein Mitarbeiter des Rowohlt-Verlages erklärte mir, dass der Rowohlt Verlag tatsächlich zunächst in Stuttgart ansässig war. Heinrich Maria Ledig-Rowohlt bekam im November 1945 eine Verlagslizenz in der amerikanischen Besatzungszone, ehe sein Vater im März 1946 die Erlaubnis erhielt, in der britischen Besatzungszone, zu der Hamburg gehörte, einen Verlag aufzubauen.

Auch, dass es die Zeitschrift gab und Erich Kästner mitgewirkt hat, wusste der Mitarbeiter zu berichten. Mehr allerdings nicht, denn das Archiv mit den Unterlagen war Ende der 60er Jahre bei einem Brand zerstört worden. Doch, deshalb kann ich noch ziemlich gut einordnen, wann das Telefonat stattfand: Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, der noch etwas hätte wissen können, war eine Woche zuvor gestorben.

Woher ich erfahren habe, dass es in der Landesbibliothek in Stuttgart eines der wenigen vollständigen Exemplare der Zeitschrift gibt, weiß ich nicht mehr. Ich habe diese Chance genutzt und bekam sogar die Erlaubnis, die Bände über das Wochenende auszuleihen und die Seiten zu kopieren. Heute ist das nicht mehr möglich, habe ich mir sagen lassen. Deshalb horte ich die Kopien, die Originalausgaben der Zeitschrift sind kaum noch zu bekommen. (Ich habe gerade gesehen, dass eine der wenigen Ausgaben für 25 Euro verkauft wird, da besitze ich mit meinen 25 Originalheften ja einen Notgroschen.)

Mithilfe der Kopien, unendlich vielen Büchern aus der gut sortierten Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart und viel Gehirnschmalz natürlich habe ich dann meine Dissertation „Erziehung zu Menschlichkeit und Demokratie. Erich Kästners Zeitschrift ‚Pinguin‘ im Erziehungsgefüge der Nachkriegszeit“ geschrieben.

Weitere Informationen über Erich Kästner, sein Leben und Werk auf www.kaestner-im-netz.de