(30.06.2014) Heute erwartet mich eine ganz besondere Lesung in einer Grundschule in Waltrop. Ich darf vor Book-Buddys lesen. Book-Buddys sind Kinder, die anderen Kindern vorlesen, um ihnen Lust auf Bücher zu machen. Genau gesagt, sind es Grundschulkinder, in meinem Fall Drittklässler, die Vorschulkindern im Kindergarten vorlesen.

Die Idee stammt aus Kanada. Dort ist sie etwas leichter zu realisieren, weil die Kinder der Pre-School und der Primary-School in der Regel in einem Gebäude untergebracht sind, sodass die Book-Buddys nur über den Gang gehen müssen, um den Kindern vorzulesen. Aber auch bei uns realisieren einige Schulen und Kindergärten das Konzept und schlagen damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klasse:

  • die Grundschüler trainieren das Lesen und sie erleben Lesen unabhängig von ihrer eigenen Lektüre als sinnvoll und gewinnbringend
  • die Vorschulkinder erleben fast Gleichaltrige, die es geschafft haben, lesen zu lernen, sie werden zusätzlich motiviert, den – nicht leichten – Lese-Lernprozess aufzunehmen und sie erfahren, wie viel Freude Bücher und Geschichten bringen können
  • Kindergarten und Grundschulen arbeiten gemeinsam an einem Projekt und erleichtern den Vorschulkindern auf diese Weise den Übergang in die Schule

In der Schule, in der ich lesen werde, wurden die Book-Buddys mehrere Wochen je zwei Stunden auf ihren Auftrag vorbereitet. Sie übten mit Korken zwischen den Zähnen zu lesen, ihre Mimik einzusetzen und über Fehler locker hinweg zu lesen. Die Generalprobe war das Vorlesen vor einem Freund oder einer Freundin und dann ging es in den Kindergarten.

Meine Lesung bildet den Abschluss des Projekts. Ich bin gespannt auf die Book-Buddys, die zu der Veranstaltung auch ihre Lese-Schützlinge eingeladen haben. Damit alle Kinder Spaß an meiner Lesung haben, werde ich das Erstlesebuch „Das Rätsel des verlorenen Steins“ vorlesen und dazu die Bilder aus dem Buch zeigen. Anschließend dürfen die Kinder Fragen stellen und malen. Dafür habe ich extra einen Malbogen gebastelt, auf der einen Seite muss ein Bild ergänzt und auf der anderen Seite nur ausgemalt werden. Langweilig dürfte es also nicht werden. © Birgit Ebbert

Informationen über das Projekt Book-Buddy