(18.10.2019) In meiner Stadtschreiberin-Kolumne am letzten Samstag hatte ich schon angekündigt, mit einem Gotha-Blick durch die Hallen der Frankfurter Buchmesse zu gehen. Und, was soll ich sagen, ich bin fündig geworden 🙂 Aber es gab auch so noch einiges zu sehen und erleben.

Die Buchmesse als Autorin-Motivation?

Ganz ehrlich, als ich Halle 3 betrat, fühlte ich mich gleich erschlagen und dachte: Ich schreibe nie wieder ein Buch. So viele Bücher, wer soll die alle lesen? Ja, ich hätte auch denken sollen, so viele ehemalige Bäume, ich weiß. Aber ich war mental erschlagen. Ich hatte den Eindruck, dass es an diesem Donnerstag voller und lauter war als sonst. Manch ein Gesprächspartner meinte, das käme mir vielleicht deshalb so vor, weil ich nur die Stille der Dichterklause in Gotha gewohnt wäre 🙂 Damit war es in den letzten Tagen dank Workshop, Besuch, Ausflügen auch nicht weit her 🙂 Aber im Laufe der Messe hat sich mein Kopf beruhigt. Ich hatte inspirierende Gespräche bei Verlagen, Begegnungen mit KollegInnen und habe doch die eine oder andere Entdeckung gemacht. Allerdings habe ich vor allem nach Verlagen für Kreativbücher Ausschau gehalten, da habe ich einige Ideen. Mal sehen, was sich daraus ergibt.

Etwas schade fand ich, dass die Stände in diesem Jahr ziemlich sparsam dekoriert waren. Vor zwei oder drei Jahren habe ich viele Faltmodelle fotografieren können, in diesem Jahr waren es einige wenige. Ist Papier vielleicht schon wieder out? Immerhin habe ich ein Buchcover mit Papierflieger entdeckt, man ist ja schon für kleine Dinge dankbar 🙂 Ok, im Papeterie-Bereich habe ich auch den Stand mit dem zauberhaften Papier aus dem Schwarzwald entdeckt, da habe ich nicht angehalten, weil ich erst alles Papier verfalten muss. Und am Stand des Lingen Verlags gab es ein ganzes Regal mit Papier aus dem monbijou-Papeterie-Sortiment, aber: s.o. erst muss ich einen Teil meiner Papiervorräte verfalten 🙂

Thüringen auf der Buchmesse

Am längsten aufgehalten habe ich mich – von meinen vereinbarten Gesprächen abgesehen – am Stand der LEG Thüringen. Nicht nur, weil es dort hübsche Geschenke gab 🙂 Sind die Bierdeckel nicht klasse? Und für den Playmo-Goethe musste ich drei Dinge aus Thüringen aufschreiben, für mich ein Kinderspiel. Wer auch einen Playmo-Goethe oder -Bach gewinnen möchte, hier sind meine drei Dinge: Wartburg, Bauhaus, Rostbratwurst – ja, ich hätte wirklich auch noch Schloss Friedenstein oder Kartographie erwähnen können, um mich als Expertin zu outen, aber ich fand die Rostbratwurst lustiger und sie hat den jungen Damen am Stand auch ein Lächeln entlockt 🙂 Was mir an dem Stand aber vor allem gefallen hat, dass sich dort explizit kleine Verlage aus Thüringen präsentierten. Ich hatte ein schönes Gespräch mit zwei Frauen vom Eckhaus Verlag, denen ich meinen Herti-Roman schicken darf bzw. das Exposé, wenn alles fertig ist, und die Bücher über die Hintergründe von Stolpersteinen herausgeben. Den Buchverlag für die Frau werde ich mir noch genauer anschauen, weil er auch Kreativbücher im Programm hat und dann habe ich mental den Grundstock für eine neue Buchsammlung gelegt. Im Rhinoverlag gibt es eine Westentaschen-Bibliothek „Die kleinen Rhinos“, so hübsche Minibücher und dann noch durchnummeriert. Als ehemalige Pixibuch-Sammlerin, die immer noch ihre 2.000 Pixis im Schrank hat, darf ich so etwas nicht sehen. Ich habe mir aber selbst eine Hürde gesetzt, ich werde als erstes dem Verlag ein Projekt anbieten und wenn das klappt, fange ich an zu sammeln. Ein fairer Deal mit mir selbst, oder?

Sprich: Ich bin mit einigen Ideen nach Hause gekommen und neuen Kontakten, allerdings nicht so geflasht wie in früheren Jahren, was auch ok ist, schließlich ist der Besuch der Buchmesse für mich als Autorin ein Arbeitstag und kein Fun-Event und durch die Begegnungen war der Tag trotzdem schön.

Hier noch ein paar Foto-Eindrücke