(21.02.2015) Gestern Abend gab es im Theater an der Volme wieder eine Lehrstunde in „Frauen verstehen“ bzw. „Männer verstehen“. In der kabaretistischen Komödie „Candlelight & Liebestöter“ geht es um eine Situation, die vielen Paaren bekannt vorkommen wird. Sie möchte sich einen gemütlichen Abend zu zweit machen und er will die Übertragung des Fußballspiels anschauen. Während er noch argumentiert, hat sie schon das heimelige Ambiente im Blick, in dem sie gemeinsam mit „Hase“ den Sonnenuntergang ansehen wird.

Sie hat es im Blick, wie gesagt, erst muss es noch hergerichtet werden und da darf ihr „Hase“ gerne zur Hand gehen, Boden fegen, Gartenmöbel aufstellen, Putzlappen holen, Wäsche abnehmen – für Gedanken über das verpasste Länderspiel bleibt da wenig Zeit. Nur kurz kann „Hase“ daran denken, wie die Herren Nachbarn und Herren Kollegen ihn aufziehen werden. Er hört sich schon argumentieren und sie mit „Warmduscher“ antworten, wo sie doch selbst „Babybreiesser“ oder „Namenderfrauannehmer“ sind. Pah! Er wird jedenfalls den romantischen Abend mit der Frau genießen.

Und es könnte auch ein wunderbar romantischer Abend werden, wäre da nicht dieses grundlegende Problem der Kommunikation zwischen Mann und Frau. Und genau damit spielt dieses Komödie, die mit einem Wäscheständer, einer Palme und Gartenmöbeln als Bühnenbild auskommt, weil sie von den herrlichen Dialogen lebt zwischen ihm, „Hase“, von Simon Jakobi wunderbar treffend dargestellt, und ihr, „Schatz“, herrlich überzeugend von Indra Janorschke gespielt. Was geheimnist er nicht alles in ihre Anweisungen hinein und wie tiefgründig interpretiert er noch die harmloseste Bemerkung.

Szenenapplaus und lautes Gelächter im Publikum sprechen für sich und gelegentliche Zwischenrufe aus dem Zuschauerraum zeigen, dass in dem Stück alles andere als Fiktion gezeigt wird, aber auf liebenswerte Weise überzogen – obwohl ich bei der Premierenparty erfahren habe, dass die Idee mit den farbigen Putzlappen sehr dich an der Realität ist. Gerne hätte ich noch gewusst, ob es wirklich Frauen gibt, die Sockenpaare vor der Wäsche mit einem Faden zusammennähen. Vielleicht findet sich hier noch jemand, der entsprechende Erfahrungen damit hat. 🙂

Um es kurz zu machen, es war ein amüsanter Abend mit einem Stück, das mir noch besser gefallen hat als „Was Frauen wirklich wollen“ – vielleicht weil ich manch vergleichbaren Dialog auch schon belauscht habe, in einer Inszenierung, die auch den Autoren Sabine Misiorny und Tom Müller gefallen hat, was soll ich da noch sagen. Schaut es euch selbst an! © Birgit Ebbert

Weitere Termine: 07.03., 11.04., 10.05., 25.06., 31.07., 30.08. & Informationen: www.theaterandervolme.de