(05.03.2014) Fast hätte ich die „Celebrate Your Name Week“ verpasst, die Namensforscher 1997 ins Leben gerufen haben und die immer in der ersten vollen Märzwoche stattfindet. Leider kennt sie kaum einer, dabei ist für mich der Name ein wichtiger Teil der Identität. Ich habe meinen Vornamen schon als Kind geliebt und war immer ein Fan von Namenstagen, die leider aus der Mode gekommen sind. Aber vielleicht ermuntert diese Woche den einen oder die andere, sich mit seinem Namen zu beschäftigen oder auch mit denen der Kinder. Und falls jemand ein Buch mit dem Namen des Kindes sucht, empfehle ich gerne auch die Seite www.leseerziehung.de, auf der ich im letzten Jahr viele Bücher nach Vornamen sortiert habe. Namen und Buchhinweise nehme ich weiterhin gerne!

c-birgit-ebbert-IMG_6480Dass Namen eine Wirkung haben, wissen wird spätestens seit der Lehrer-Studie der Universität Oldenburg, in der deutlich wurde, dass Kinder mit klassischen Namen einen Notenvorteil haben im Vergleich zu den „Chantals“ und „Kevins“. Nach einem Langzeit-Experiment des Portals www.onomastik.com wird vermutet, dass wir häufig mit Namen nicht nur Bekannte gleichen Namens assoziieren, sondern auch Persönlichkeitsmerkmale. So wird Felix mit sportlich frech verbunden, während Maximilian eher als schlau angesehen wird. Elisabeth gilt als intelligent und zuverlässig, bei Emilia hingegen fällt den meisten ein attraktives Äußeres ein.

Onogramme nennt der Beitreiber der Seite Onomastik die Grafiken, die zeigen, welche Assoziationen Menschen mit bestimmten Namen verbinden. Natürlich musste ich gleich nachschauen, was sich denn da so unter „Birgit“ findet. Danach ist mein Name also weit bekannt, gewöhnlich und nicht wohlklingend. Tja, Geschmackssache. Jemand der den Namen „Birgit“ trägt ist nach den bisher abgegebenen 32 Stimmen weiblich (ach nee), alt (ist alles relativ), klein (das stimmt mal nicht), unsportlich (mhm), mal lustig, mal ernst (ok, damit kann ich mich anfreunden), weder arm noch reich (warte mal, bis mein erster Bestseller erschienen ist, liebe Statistik), nicht attraktiv (*grummel*), zuverlässig (stimmt), zwischen nicht und sehr intelligent (ach nee). Aber witzig ist es doch, sich sein Onogram hier anzuschauen, so zum Spaß – um den Namen zu feiern in der „Celebrate Your Name Week“.

Gerade stelle ich fest, dass ich indirekt schon am Samstag meinen Namen gefeiert habe. Da habe ich nämlich nach Verwandten im Internet gesucht und bin dabei auf allerlei Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit dem Namen „Ebbert“ gestoßen. Nicht nur, dass ich einen möglichen Verwandten entdeckte, der in einem russischen Kriegsgefangenenlager ums Leben kam, in den USA gibt es einen Politiker namens George E. Seney, dessen „E“ für Ebbert steht und in Borken eine Gemarkung namens „Ebbert“, von der ich bisher noch nichts wusste. In Deutschland sind die Ebberts vor allem in NRW vertreten, die Karte mit der Namensverteilung auf www.verwandt.org schaue ich immer mit großer Faszination an.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß bei der Namensfeier in dieser Woche. © Birgit Ebbert