Gespräch über die Frage, was im Gasthaus an der Volme geschah(19.09.2015) Gestern wurde also endlich Das Gasthaus an der Volme von Stefan Schroeder im Theater an der Volme uraufgeführt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie vor einem knappen Jahr beim Adventsbrunch bei meiner Autorenkollegin Marlies Ferber die ersten Ideen dazu gesponnen wurden. Genauso unterhaltsam wie diese erste Denkrunde ist dann das Stück geworden. Ich bin sicher, dass das Stück ein Dauerbrenner wird.

Dario Weberg als zwielichtiger KneipierDer Fall, der in den rund 90 Minuten gelöst werden muss, ist sehr verworren. In Hagen treiben Kriminelle ein übles Spiel mit der Polizei. Noch vor dem Vorspann werden wir Zeuge, wie eine Frau mit einem Blasrohr getötet und die Sekretärin des Polizeipräsidenten aus dem Präsidium an der Hohenleye entführt wird. Ab da heißt es dann mitraten, welche der 30 Personen die im Laufe des Stückes die Bühne betreten, die gesuchte „Schwarze Hand“ sein könnte.

Indra Janorschke als PolizistinJa, 30 Personen treten in der Kriminalkomödie auf, gespielt von Indra Janorschke, Dario Weberg, Roman Weber und Lars Lienen. Es ist unglaublich, wie sie die ständigen Kostüm- und Persönlichkeitswechsel schaffen und zwischendurch müssen sie zu viert auch noch eine fünfzigköpfige Polizeistaffel geben! Ich weiß gar nicht, welche Leistung ich besonders herausstellen sollte, weil alle vier ihre Rollen herausragend präsentiert haben.

Na, vielleicht Roman Weber, der so witzig die Diva im Gasthaus an der Volme gegeben hat oder Dario Weberg, der als Barkeeper Roman Weber als Chansonetteso herrlich verbrecherhaft rüberkam oder doch Indra Janorschke, die zwischen der Undercover-Polizistin und der dünkelhaften Herrin von Burg Emst sämtliche Register der Verstellungskunst bot? Lars Lienen hatte es als verliebter und von sich überzeugter, aber wenig kreativer Inspektor Platt noch am einfachsten, schien es. Ich habe ja von fast jeder Szene bis zur Auflösung Fotos gemacht, da wird deutlich, dass auch er nicht entspannt hinter der Kulisse saß, wenn er keinen Auftritt hatte. Chapeau für diese Leistung.

Aufregungen im Gasthaus an der VolmeEin „chapeau“ und Glückwunsch gilt aber auch Stefan Schroeder, der sowohl das Buch geschrieben, als auch Regie geführt hat und noch durch seine Liebe zum Regiedetail für Lacher sorgte, wenn gar kein Schauspieler auf der Bühne war. Das muss man erst mal schaffen. Und nicht zu vergessen, Christoph Brall in der Technik, der neben der Steuerung von Licht, Beamer und Musik immer im rechten Moment zur Stelle sein musste und auch war, wenn Graf Archibalds Telefon klingelte, der Hebel zum Geheimkeller gesucht wurde oder andere Gimmicks zum Tragen kamen.

Unterirdische Wege durch HagenAch je, ich vergaß das Wichtigste zu erwähnen, das Ganze spielt in und unter Hagen – Hugo Haspe, Graf Eppenhausen, Gräfin Emst, Gloria Bredelle, Max Halden und einige andere treiben ihr Unwesen auf der Elberfelder Straße, am Bahnhof, in Wehringhausen, auf Emst und anderen Ortsteilen, die ich mir nicht merken konnte, weil ich so gebannt zugehört und fotografiert habe 🙂

Eine gelungene Uraufführung von Das Gasthaus an der Volme , zurecht vom Publikum umjubelt und damit man mir nicht vorwirft, ich würde ja immer positiv über das Theater an der Volme schreiben, zitiere ich heute eine Zuschauerin, die meinte: „Genial! Und so etwas gibt es in Hagen!“ © Birgit Ebbert

Fotos von der Premiere von Das Gasthaus an der Volme

Bericht über die Voraufführung und das Treffen mit dem Autor