(06.04.2018) Eigentlich wollte ich ja keine Rezensionen mehr schreiben, aber jetzt hat mich ein Buch doch so beeindruckt, dass es mir ein Anliegen ist, euch das Buch vorzustellen: Glück wächst im Blumentopf von Andrea Behnke.

Weshalb das Glück im Blumentopf wächst

Annalena lebt bei ihrer Mutter und arbeitet in einer Werkstatt, dort sind alle nett und die Arbeit ist ok, aber irgendwie spürt sie, dass das nicht alles sein kann. Da ergibt es sich, dass sie bei einer Floristin im Blumenladen an ihren freien Tagen ein Praktikum absolvieren darf. Plötzlich entdeckt sie ganz neue Seiten an sich und entwickelt eine Vision von ihrem Leben. Sie hat sozusagen ihr Glück im Blumentopf entdeckt J

Zu diesem Buch

Die Geschichte, wie ich sie zusammengefasst habe, klingt erst einmal nicht besonders, eine junge Frau ist unzufrieden und findet eine Lösung aus der Unzufriedenheit. Die Protagonistin Annalena ist allerdings anders als andere, sie ist 32 Jahre alt, lebt bei ihrer Mutter und arbeitet in einer Werkstatt für Behinderte, welches Handicap sie hat, wird in dem Buch nicht beschrieben, weil es auch unwichtig ist. Die Geschichte soll deutlich machen und das kommt auch sehr gut heraus, dass auch Menschen mit Behinderungen, wo auch immer sie leben und arbeiten, die gleichen Wünsche, Sehnsüchte und Träume haben wie wir alle. Andrea Behnke hat das sehr gut umgesetzt in einer knappen, aber treffenden Sprache, die schnell Bilder aufruft und die Situation erllebbar macht.

Zum Verlag

Die Berliner Edition Naundob publiziert vor allem Bücher für und über Menschen mit Besonderheiten in leichter oder einfacher Sprache, um auch Menschen mit wenig Leseerfahrung den Genuss von geschriebenen Geschichten zu ermöglichen und anderen Lesern einen Einblick in das nur scheinbar schlichte Denken, das Menschen mit Behinderungen oft nachgesagt wird, zu vermitteln. Ein tolles Buch, ein toller Verlag, schaut mal rein, wenn ihr die Gelegenheit habt oder bestellt es 🙂 © Birgit Ebbert

Drei Fragen zum Buch an Andrea Behnke

1) Wie bist du auf die Idee für die Geschichte gekommen?
Ich kannte einmal eine Frau, der es etwas ähnlich wie der Annalena in meinem Buch. Mit ihr hatte ich mich oft unterhalten – und ihre Geschichte ist in meinem Kopf geblieben. Natürlich ist die Annalena im Buch eine erfundene Figur, aber der Auslöser war diese Bekanntschaft. Ich wollte diese Geschichte schon länger gerne schreiben. Und dann fand ich die Idee toll, nicht nur über Annalena zu schreiben, sondern auch für Menschen, die ähnlich wie sie, vielleicht nicht so gut lesen können.

2) Was war beim Schreiben dieses Buches anders als bei anderen Geschichten?
Die Sprache. Ich mag ohnehin eine eher lakonische Sprache. Ich erzähle gerne viel mit wenigen Worten. Aber hier musste ich noch mehr auf meine Wortwahl achten und auf den Satzbau. Das war teilweise eine Herausforderung – eine spannende, finde ich. Und eine, die mir Spaß gemacht hat.

3) Hast du bei dieser Geschichte anders recherchiert als für andere Erzählungen?
Nein. Ich schreibe oft Geschichten, für die ich recherchieren muss, sei es etwas Historisches oder Ähnliches. Und hier habe ich zum Beispiel recherchiert, welche Wohnformen es für behinderte Menschen gibt.

Weitere Informationen auf www.andreabehnke.de und www.naundob.de