(03.05.2019) Heute beginnt nun also das Gothardus-Fest statt, von dem mir nahezu jede und jeder erzählte, mit dem ich in Gotha ins Gespräch kam. Seit Wochen finden sich überall in der Stadt Plakate und Transparente, bei mir im Haus, wo das Stadtmarketing aka KultourStadt Gotha sein Büro hat, wird gewerkelt und am Sonntag auch in der Stadt. Inzwischen konnte ich schon erfahren, dass auf dem Buttermarkt die Feste Grimmenstein, die als Folge der Grumbachschen Händel im 17. Jahrhundert geschleift wurde, aufersteht.

Das Programm des Gothardus-Festes

Es ist kaum zu glauben, was im Rahmen des Gothardus-Festes alles stattfindet – teils direkt vor meiner Tür 🙂 Ab Freitag 16.00 Uhr findet auf dem Buttermarkt ein Mittelaltermarkt statt, auf dem Parkplatz Margarethenstraße, den ich inzwischen auch gefunden habe, gibt es den Gothardusrummel und bei mir vor der Tür findet das Kinderprogramm statt samt Puppenspieler, Samstag und Sonntag ist er ab 11 Uhr geöffnet. Sehr gespannt bin ich natürlich, HagenerInnen ahnen es schon, auf das Riesenrad, das oben auf dem Schlossberg stehen soll, mal sehen, vielleicht wage ich mich mal wieder in eine Gondel, um den Eindruck mit der Fahrt auf dem Hagener Weihnachtsmarkt vergleichen zu können 🙂 Musik gibt es für jeden Geschmack, Swing, Klaviermusik – auch vor meiner Tür :-), Folk, Rock, Pop … auf mehreren Bühnen. Aber nicht verpassen will ich die offizielle Eröffnung, den Lichterlauf zur Orangerie, das Höhenfeuerwerk und am Samstag den Festumzug. Ein Wahnsinnsprogramm mit über 100 Programmpunkten im Programmheft, die werde auch ich nicht alle schaffen 🙂

Wie Gothardus nach Gotha kam oder so

Wenn um einen Heiligen ein solches Gewese gemacht wird, werde ich neugierig und ich habe sehr geschmunzelt über das, was ich herausgefunden habe. Ich dachte nämlich, Gotha sei nach dem heiligen Herrn namens Gothardus oder auch Gotthard oder Godehard, wie er andernorts heißt, benannt. Dafür gibt es allerdings keinen Beleg. Vielmehr scheint es eher so zu sein, dass Gothaha, wie die Ansiedlung ursprünglich hieß, vom althochdeutschen Wort „guot“ abgeleitet, wobei „Gothaha“ übersetzt soviel bedeutet wie „gutes bzw. fließendes Wasser“. Das passt doch gut zur Wasserkunst und dem 500-jährigen Jubiläum des Leinakanals. Erstmals erwähnt wurde die Siedlung übrigens in einer Schenkungsurkunde vom 25. Oktober 775, hier überlässt Karl der Große dem hessischen Klostter Hersfeld den Zehnt der Siedlung „villa gothaha“.

Wie aber kommt nun Gothardus in die Gothaer Geschichte? Gothardus oder Gotthard war einiger der bedeutendsten Heiligen im Mittelalter und Abt von Hersfeld und Bischof von Hildesheim. Einer Sage nach hat er die erste Stadtmauer und die Kirche St. Margarethen bauen lassen. Es wird auch vermutet, dass die Damen und Herren, sprich Nonnen und Mönche der beiden Gothaer Klöster es schafften, Gothardus ins Stadtwappen zu bringen. Verständlich ist das schon, damals konnte man noch nicht googlen, woher der Name Gotha kommt und die Nähe zu Gothardus war für die geistlichen Menschen wahrscheinlicher als eine Ableitung von „guot“. Jedenfalls findet sich Gothardus mit seinen Insignien nachweislich auf einem Stadtsiegel, das um 1250 verwendet wurde. Und so war er eben da. Also wird er gefeiert, man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen 🙂 Wobei der Festtermin am rund um den Todestag am 5. Mai 1038 rankt. Und ich feiere natürlich mit, mit einem kleinen Schmunzeln und der Idee, in Hagen mal nachzufragen, ob auf einem alten Stadtsiegel nicht auch ein Heiliger zu finden ist, den man feiern kann 🙂 © Birgit Ebbert

Quellen:

www.Gothardusfest.de

Sankt Gothardus. geo.viaregia.org