Eines der Fotos aus der aktuellen Ausstellung mit Fotos zum Thema „Schrift & Buchstaben“

(11.04.2014) Neben den interessanten Ausstellungen, die das Osthausmuseum in den Ausstellungsräumen im alten und neuen Museum zeigt, möchte das „Junge Museum“ junge und neugierige Menschen ab fünf Jahren an die Kunst heranführen. Auch dort gibt es Ausstellungen wie bis zum 20. April noch die „Vogelfrauen“. Aber die Besucher in diesen heiligen Hallen dürfen auch selbst aktiv werden. Na gut, „heilige Hallen“ klingt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wer einmal im Jungen Museum im Souterrain des Museums war, versteht mich sofort. Dort ist die Original-Architektur, wie Henry van de Velde sie vor über 100 Jahren entwarf, noch zu sehen. Der ganze Raum mutet im ersten Moment an wie ein Schlosszimmer. Helle, stuckverzierte Säulen versetzen einen automatisch in frühere Zeiten. Und dazwischen stehen derzeit die wunderbaren Exponate der Ausstellung „Vogelfrauen, Papierkorb-Kinder & Co.“, es lohnt sich diese Werke anzuschauen.

JuMaFaTi & Teddy Tilly

Im Jungen Museum gibt es aber nicht nur Ausstellungen, die speziell für junge Museumsbesucher entwickelt werden, sondern auch interessante Workshops mit Hagener Künstlern. In einem Workshop in den Herbstferien hat Nuri Irak mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Gemeinschaftswerk „Jumufatie & Tilly“ geschaffen, zu dem es -wie er verraten hat – auch eine Geschichte gibt, die ich aber noch nicht aufgetrieben habe. Jumufatie, dessen Name eigentlich nur in Großbuchstaben geschrieben wird, ist ein Fabeltier, das „Junges-Museum-Fabel-Tier“ um genau zu sein. Es besteht aus Fundstücken, die die Workshop-Teilnehmer zu einem Kunstwerk verarbeitet haben. Für ihre Geschichte haben sie auch noch Teddy Tilly erfunden, der lange in der Unterwelt gelebt hat und durch Jumufatie den Weg in die Welt fand. Jumufatie ist wie die Vogelfrauen-Ausstellung noch bis zum 20. April im Jungen Museum zu bewundern.

Ein Teil der Schüler-Fotos zu „Schrift & Buchstaben“

Derzeit werden dort außerdem Fotografien von Schülerinnen und Schülern ausgestellt, die sich an einem Fotowettbewerb zum Thema „Schrift und Buchstaben“ beteiligt haben und einzeln oder in Gruppen ihre Schreib-Sicht darstellen. Neben Momentaufnahmen von Schriften in der Umgebung finden sich Fotos von gestalteten Wörtern, Schriften und Buchstaben. Beide Herangehensweisen machen neugierig und laden – wie übrigens auch Jumufati – zum eigenem künstlerischen Handeln ein.

Ich gebe zu, dass ich eher zufällig im Jungen Museum gelandet bin, weil mich als Buchstaben-Mensch die Fotos zum Thema „Schrift & Buchstaben“ interessiert haben. Ab jetzt werde ich aber, wann immer ich im Osthausmuseum bin, einen Blick ins Souterrain werfen, um mir den Raum anzuschauen und das, was dort gerade ausgestellt und gewerkelt wird. © Birgit Ebbert