(11.04.2015) Seit gestern kann man in Dortmund auf besondere Weise den „Spuren von Jules Verne“ folgen. Die Ausstellung „Das mechanische Corps“ zeigt Installationen, Videos, Bilder, Comics und natürlich auch Bücher, die sich mit den technischen Visionen des französischen Autors beschäftigen. Jules Verne, wird nun mancher denken, tauchte der nicht erst kürzlich in einem Beitrag über Steampunk auf. Stimmt. Das Thema „Steampunk“ war es auch, das mich zum Hartware MedienKunstVerein im Dortmunder U geführt hat, wo die Ausstellung mit Werken von 40 Künstlern bis zum 12. Juli zu sehen ist.

Eine faszinierende Ausstellung, die zum einen Steampunk-Accessoires zeigt und zum anderen Kunstwerke, die sich mit dem Werk von Jules Verne beschäftigen, absurde technische Weiterentwicklungen finden sich dort ebenso wie skurile Nachdenkereien, aber auch eine Dia-Show mit Bildern aus den Büchern des Autors, Auszüge aus seinen Filmen und Originalausgaben der Werke.

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Erstmals zu sehen war „Das mechanische Corps“ im Künstlerhaus Bethanien in Berlin im vergangenen Sommer. Die Ausstellung spürt der Frage nach, was Menschen im 21. Jahrhundert dazu bringt, in Kleider und Rollen des 19. Jahrhunderts zu schlüpfen und viel Zeit für die Entwicklung von seltsamen Maschinen und Gegenständen aufzubringen. Mithilfe oder anhand der Kunstwerke und ihrer Künstler haben sich die beiden Kuratoren Peter Lang und Christoph Tannert auf die Suche nach einer Antwort gemacht, um festzustellen, dass es die eine Antwort nicht gibt. Jeder Künstler hat seine eigene Antwort, die in den Texttafeln zu den Exponaten sowie im Ausstellungsführer deutlich wird. Es lohnt sich also, die Tafeln zu lesen und nicht nur an den Werken vorbeizugehen.

Aber eigentlich hat man keine Zeit, die Tafeln zu lesen, weil man so viel entdecken kann – und zwar nicht nur mit den Augen. Schon beim Betreten des Ausstellungsraums empfängt die Besucher ein merkwürdiges Stampfen, das mir fast ein wenig seinen Rhythmus aufgedrängt hat. An anderer Stelle kann es einem passieren, dass man vor dem großen Wandbild sitzt und plötzlich eine Stimme hört, die elfengleich von verrückten Welten spricht.

Kurzum: Langeweile kommt in dieser Ausstellung ganz gewiss nicht auf. Mehr noch, der Besuch der Ausstellung könnte dazu führen, dass man nie mehr Langweile hat, weil man sich (wieder) durch die 60 Romane und hunderte Kurzgeschichten von Jules Verne lesen will, um nachzuvollziehen, was die Künstler inspiriert hat, oder weil man sich dem Steampunk zuwendet und selbst seltsame Maschinen erfindet. Ich bin dann mal basteln! © Birgit Ebbert

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