(28.07.2015) Was schreibt man über eine CD, deren Songs einen umfangen wie ein Freund, den man lange nicht gesehen hat. Sind es die Texte, die ich vom Mitgründer von Extrabreit irgendwie nicht erwartet habe, die mich so fesseln oder ist es die gelungene Abmischung von Gesang und Instrumenten, lauten und leisen Tönen, die mich in den Bann zieht? Sicher ist es die Stimme, das weiß ich mal genau, ich habe schon gerne Achim Reichel gehört und St. Kleinkrieg klingt ein bisschen wie er, aber doch auch anders. Wenn die Songs im Auto vom Ipod alphabetisch sortiert kommen, zögere ich manchmal sogar kurz, ob das wirklich Stefan Kleinkrieg ist oder Udo Lindenberg. Aber dann ist klar, dass es seine Stimme ist. Witzig, dass es Nuancen sind, die Stimmen manchmal untersteiden und die man doch sofort erkennt.

Was auch immer es ist, die CD Das schwarze Schiff hat es in meinen Charts von 0 auf 1 geschafft. Sie läuft seit Tagen in jeder Minute, in der ich nicht schreibe, und dank Ipod auch bei meinen Fototouren für mein Buch über Hagen und im Auto. Und immer entdecke ich etwas Neues in den Texten und inzwischen sogar auch in der Instrumentalbegleitung, obwohl ich diesbezüglich nicht sonderlich begabt bin. Ich frage mich, wieso ich keinen der Songs bisher im Radio gehört habe. Liegt es daran, dass ich doch eher selten das Radio anschalte oder dass die CD dort noch nicht angekommen ist? Oder ist es wirklich so, wie ich es mal gehört habe, dass es nur wenige Songs sind, die es auf geheimnisvollen – Insidern vermutlich bekannten – Wegen ins Radio gelangen?

Hört euch die CD. Nun bin ich durchaus dem Maritimen zugeneigt und Das schwarze Schiff klingt zudem geheimnisvoll. Der Titelsong erzählt auch wirklich eine spannende Geschichte, bei der ich ein Geisterschiff sehe und gleich weiterdenke, was wohl passiert, wenn ich mich nicht vor dem „Mondlicht in einer Septembernacht“ hüte. Sorry, aber ich bin ein Buchstabenmensch, da bleibt man schon mal an den Texten hängen und spinnt sie weiter.

Das zweite Lied „Augen zu“ kommt auf meine Liste der Mut-Mach-Songs, da befinden sich u. a. von Peter Maffay „Der Mensch, auf den du wartest“ und von Juliane Werding „Gib niemals auf“, Songs, die mich schon durch manche schwierige Zeit begleitet haben. Aber das wäre ein eigenes Thema für einen Blogbeitrag. Die Botschaft „doch das war nicht alles, es gibt immer ein nächstes Mal“ in „Augen zu“ gefällt mir jedenfalls – wie die ganze CD. Hört einfach mal rein. 🙂 © Birgit Ebbert

Ich habe Stefan Kleinkrieg drei Fragen zur CD gestellt – und meine Rubrik gleich mal umbenannt von „Drei Fragen zum Buch“ in „Drei Fragen zum …“ – das bietet doch viel mehr Möglichkeiten. Natürlich haben Stefan und ich uns verquatscht, aber ein paar Notizen kann ich noch lesen 🙂

Das schwarze Schiff gehört zum Liederzyklus „Der Herr der sieben Meere“, habe ich gelesen. Welche Songs zählen noch dazu?
Habe ich das gesagt?
Ich habe es in deinem Blog gelesen.
Da habe ich viel geschrieben. Aber das kann schon sein. Ich hatte mal die Idee. „Das schwarze Schiff“ ist ja von mir. „Käpt’n Bye Bye aus Shanghai“ ist von Hans Albers. Da hatte ich schon mal ein Seemanslied. „Im Hafen von Titika“.

Woher kommt das Faible zu Seefahrern?
Seemannslieder finde ich grundsätzlich gut, Musik und Texte sind oft super. Und manche Lieder von Hans Albers sind richtig klasse und den finde ich als Person gut, er ist einer der größten Stars seiner Zeit.
Kann man eigentlich einfach so Lieder anderer Musiker covern?
Ja. Man muss nicht mal fragen. Aber ich habe das trotzdem gemacht. Die Plattenfirma war erst nicht so begeistert, sie meinten, auf meiner Seite wären so viele Totenköpfe und hatten wohl Sorge, ich würde mich lustig machen über den Song „Käpt’n Bye Bye“. Als ich ihnen dann gesagt habe, dass wir von Extrabreit schon mal ziemlich erfolgreich einen Albers-Song gecovert haben, waren sie einverstanden.
Sind von euch auch schon mal Songs gecovert worden?
Ja.
Welcher zuletzt?
Polizisten.
Über den Rest des Gesprächs zu diesem Thema verrate ich nichts. Na, vielleicht: Wir waren einer Meinung. Kann ja jeder selbst googlen, von wem es gecovert wurde. 🙂

Ich weiß, das sind – je nach Zählweise – mehr oder weniger als drei Fragen. Aber besondere Gespräche bedürfen einer besonderen Zählung.

Hier findet ihr übrigens mehr von Stefan Kleinkrieg:

Der Blog „Betrachtungen eines mittleren Charakters“

Und hier könnt ihr in die CD reinhören

Facebookseite St. Kleinkrieg