(16.04.2014) Gestern habe ich einen neuen Versuch gestartet, den Maximilianpark in Hamm zu besuchen – und ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben habe. Allerdings frage ich mich, wie ich als Elefanten-Sammlerin 30 Jahre übersehen, überhört und überlesen habe, dass in Hamm ein riesiger Glaselefant steht. Irgendwo habe ich gelesen, es sei der größte in der Welt, aber ich finde die Quelle nicht mehr und so wichtig ist das auch nicht, beeindruckend ist er auf jeden Fall – schon wenn man ihn von weitem sieht, erst recht, wenn man davor steht.

Der Glaselefant entstand 1984 aus einer Kohlenwäsche, also einem alten, ungenutzten Industriegebäude. In dem Jahr fand in Hamm die Landesgartenschau statt und dafür wurde ein das Gelände der Zeche Maximilian zu einem Park umgewandelt. Auch heute finden sich auf dem Gelände noch Spuren der Industriegeschichte, Maschinenhallen und andere Gebäude werden für Veranstaltungen, Restaurant, Verwaltung genutzt und dann ist das eben der Glaselefant.

Der Architekt und Künstler Horst Rellecke hat das Industriegebäude in eine Plastik verwandelt, mit einem Aufzug kann man 35 Meter hoch in den Kopf des Elefanten fahren, wo es eine Ausstellung mit Objekten des Künstlers gibt. Darauf habe ich gestern verzichtet, weil bei dem schönen Wetter der Park lockte und der hält noch viele andere Überraschungen bereit. Natürlich grünt und blüht es überall, aber auch die zahlreichen Skulpturen laden zum Betrachten ein und zwischendurch gibt es kleine Ausflüge in die Geschichte wie die Nachbildung eines westfälischen Backhauses, das ich mir genau angeschaut habe, weil es von Handwerkern aus der Nähe meiner Heimatstadt gefertigt wurde – und ich suche ja noch einen Leichenfundort.

Geplant hatte ich das Schmetterlingshaus als Tatort, als ich aber von draußen die Schmetterlinge flattern sah, erinnerte mit eine Gänsehaut daran, dass Falter und ich nicht wirklich enge Freunde sind. Deshalb habe ich auf einen Besuch des Hauses verzichtet, aber von einem Vater, der draußen auf einer der zahlreichen Bänke saß, erfahren, dass es kleine Mädchen gibt, die Schmetterlinge lieben und sie kuschelig finden. Naja. Das muss ich nicht überprüfen und bei Vorstellung über Falter zu lesen, habe ich mich anderweitig umgesehen.

Meditationsbrücke mit Rabe

Ich habe mich lieber damit befasst, die Meditationsbrücke zu fotografieren und mir anzuschauen, wie weit die Themengärten schon gedienen sind. Da gibt es einen Färbergarten und einen Apothekergarten, einen Fuchsiengarten und einen Gemüse- und Kräutergarten. Besonders stolz ist der Park auf die Anlage von Gartenkünstler Pied Oudolf, von dem aber noch nicht so viel zu sehen war – es ist eben doch erst Frühling und nicht Sommer. Aber so habe ich einen Anlass, im Sommer noch einmal hinzufahren. Ich habe ohnehin noch nicht alles gesehen, vor allem habe ich mir nicht gemerkt, von wem welches Kunstwerk statt. Aber was wären wir ohne Ziele.

Und vielleicht genehmige ich mir beim nächsten Mal ein Eis auf der Seeterasse und warte kontemplativ darauf, ob der Kopf des Wals auftaucht, dessen Schwanzflosse beeindruckend aus dem Wasser ragt. Ja, Teiche und Seen gibt es auch in dem Park – nicht das einzige Highlight für Wasserliebhaber. Ein Highlight – nicht nur im Hochsommer – ist auch das Tal der 1000 Wasser. Allerdings empfehle ich, die Kamera vor dem Betreten und zwar schon vor dem Durchqueren des Torbogens wegzuräumen.

Die dicke Spinne dort sprüht nämlich Wassergibt und der Drachen schnaubt auch etwas feucht. Kein Wunder, dass sich die Kinder dort tummelten. Für sie ist der Park ohnehin ein Paradies mit den Rutschen auf dem Affenfelsen, den riesigen Klettergerüsten und den zahlreichen Spielmöglichkeiten, die der Bezeichnung „Familienpark“ Ehre machen. Ok, beim Betreten des Parks durch den Haupteingang sind noch elterliche Ermahnungen nötig, das Kohleobjekt ist nämlich kein Klettergerüst, sondern eine interessante Erinnerung an die Geschichte des Geländes.

Eine wirklich gelungene Umwandlung eines Industriegeländes in eine Freizeitoase, die im Jahr rund 350.000 Besucher nutzen. Wohnte ich in Hamm, gehörte ich sicher zu den 9.000 Besitzern einer Dauerkarte, zumal diese den Eintritt zu den Events enthält – in der nächsten Woche gibt es zum Beispiel eine Wasserfontänen-Show, bei der Beschreibung ich sponan an die Wasserorgel zur 750-Jahr-Feier in Borken 1976 denken muss. Ich glaube, ich muss in der nächsten Woche noch einmal nach Hamm! © Birgit Ebbert

Weitere Informationen über den Park, die Specials, die ich noch nicht gesehen habe, und die Veranstaltungen: www.maximilianpark.de und der Park aus Fotografensicht.