Ein Schokoladen-Automat!

(15.08.2014) In den ersten Jahren nach meinem Umzug von Stuttgart ins Ruhrgebiet gab es bei jeder Fahrt in den Süden ein Pflichtprogramm: RitterSport in Waldenbuch. Meist hatte ich eine lange Auftragsliste bei mir und mein Kofferraum war auf der Rückfahrt halb voll mit Schokolade. Zu der Zeit fand der Werksverkauf von Ritter Sport noch in dem kleinen Pförtner-Häuschen neben dem Werk statt. Inzwischen hat sich vieles geändert. Statt des kleinen Raumes, in dem man sich kaum bewegen konnte, erwartet mich ein – natürlich quadratisches – Gebäude, in dem neben dem Shop ein Schokoladen-Museum, eine Kunst-Ausstellung und ein Café untergebracht sind.

Kakaobohnen zum Mitnehmen

Ich habe meinen Erinnerungsbesuch natürlich mit einem Bummel in dem SchokoLaden begonnen, wo es letztlich das gleiche Sortiment gibt wie vor 15 Jahren, allerdings auffordernd dekoriert und inzwischen deutlich erweitert.

Nachdem ich meine Einkäufe im Auto verstaut hatte – die Schließfächer habe ich zu spät gesehen, das als Tipp am Rande, ging es auf Erkundungstour durch das Schokoladen-Museum. Hier erwartet die Besucher ein Streifzug durch die Geschichte des Unternehmens, aber auch eine sehr verständliche und interessante Aufbereitung, wie Schokolade entsteht – von der Kakaobohne, die man sogar anfassen darf, über die Kakaobutter und das Milchpulver, die allerdings unter Glas sind, bis zu den Gerätschaften, die für die Schoki-Herstellung nötig sind.

Wer sich wie ich für alte Werbung interessiert, bekommt gleich noch einen kleinen Abriss in Werbegeschichte, dank der Ausstellung der Ritter Sport-Anzeigen. Wirklich lohnenswert.

Einiges fehlte mir in der Ausstellung und im Shop, zum Beispiel meine Lieblings-Ritter-Sport-Schokolade, an die sich vermutlich außer mir niemand erinnert: Erdnusscreme. Eine Schokolade mit Erdnuss-Nougat. Und es fehlten die leckeren weißen Schoko-Fußbälle, die es anlässlich einer  Fußballweltmeisterschaft in den 90er Jahren einen Sommer lang gab.

Verschieben musste ich erst einmal den Besuch im Museum Ritter, in dem die Kunstsammlung der Mit-Inhaberin von Ritter Sport, Marli Hoppe-Ritter, untergebracht ist. Eine interessante Idee, finde ich, das Quadrat in den Mittelpunkt einer Kunstsammlung zu stellen. Das Museumsgebäude wurde 2005 erbaut und von dem Architekten Max Dudler gestaltet. Es zeigt die über Jahre zusammengetragenen 900 Werke der Sammlung von Marli Hoppe-Ritter in wechselnden Themenzusammenhängen wie im letzten Jahr „Licht. Kunst. Kinetik“, wo u. a.  mindestens eines der wunderbaren Werke von Hans Kotter zu sehen ist, dessen Werke ich im letzten Herbst im Osthausmuseum kennen gelernt habe. Derzeit ist „Sieben“ zu sehen, mal sehen, ob ich den Besuch der Ausstellung morgen noch schaffe.

Das Museum wurde erst nachträglich an den SchokoLaden angebaut, dessen Eröffnung und Einweihung man bereits 2001 feierte. Da wohnte ich schon in Bochum, kein Wunder, dass ich das verpasst habe.

Fast hätte ich es vergessen – in dem Café gibt es nicht nur leckeren Kuchen, sondern auch einen Espresso Spezial mit geschmolzener Schokolade. Lecker!

Informationen zum SchokoLaden

Informationen zum Museum Ritter