Mein erster Eindruck von der Didacta(18.02.2016) Gestern habe ich bereits einen Ausflug zur Didacta nach Köln gemacht und einige interessante Gespräche geführt. Natürlich mit Vertreterinnen und Vertretern „meiner“ Verlage, aber auch mit Menschen an verschiedenen Ständen, die mir ins Auge gefallen sind. Das waren eher Stände abseits der Hallen mit den großen Schulbuchverlagen, die umlagert waren, als könne man dort Mega-Promis die Hand schütteln.

Partnersuche einmal anders auf der Didacta

Die Didacta präsentiert Althergebrachtes und InnovationenAls erstes bin ich bei Iva Kolundzija stehen geblieben, sie hat gerade ihr Studium für Nachhaltige Produktkulturen an der Bauhaus-Universität in Weimar absolviert und als Studienarbeit ein textiles Baumaterial für Kinder entwickelt. „Tessa Building Blocks“ heißen ihre Filz-Dreiecke, die sich knautschen, anknabbern und vor allem mit Hilfe von Haken und Ösen zusammenstecken lassen. An den Haken und Ösen arbeitet sie noch, weil ihr wichtig ist, dass das Material nachhaltig ist. Auf die Idee zu dem Projekt kam sie, als ihr auffiel, dass es zwar Stoffspielzeug für die ganz kleinen Kinder gibt in Form von Stoffbällen o. ä., sie dann aber direkt zu Holz oder Plastik übergehen müssen. Im Gegensatz zu dem starren Material ist Filz weicher, anschmiegsamer und beweglicher, was gerade den Kleinen mehr Nutzungsvarianten bietet. Eine interessante Idee finde ich, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Zurzeit denkt Iva Kolundzija darüber nach, ob und wie sie ihr Produkt in einem Startup vermarkten könnte und sie sucht unter anderem auf der Didacta Kindergärten, die ihre Prototypen ausprobieren. Weitere Informationen gibt es unter www.iva-k.com

Althergebrachtes und spannende Innovationen

Spieleklassiker mit Hand und PCAm Nebenstand präsentierte Stefanie Holzheu eine pfiffige Idee, auf die ihre kleine Tochter sie gebracht hat. Indirekt zumindest, Stefanie Holzheu erlebte, wie souverän das Mädchen mit einem Tablet umgehen konnte, dabei wollte sie ihr doch zuerst mal vermitteln, wie man mit Holzplättchen etwas legt, puzzelt u. ä. Also hat sie zusammen mit Partnern eine Schnittstelle entwickelt, die das Spiel mit Plättchen und das Tablet oder auch andere digitale Hardware verbindet. Nun kann man auf dem Tisch oder Spielbrett Muster legen und findet sein Ergebnis auf dem Tablett wieder. Sehr spannend finde ich das Projekt, bei dem die Kinder die Tonleiter mithilfe von farbigen Holzbögen lernen. Da wäre ich auch gerne wieder Kind, wenn ich das richtig verstanden habe, könnte man im nächsten Schritt auf diese Weise auch kleine Melodien erzeugen. Das werde ich ebenfalls im Blick behalten, Froxter Playkit heißt es und ist ebenfalls ein Projekt, das im Rahmen eines Programms an der Bauhaus-Uni gefördert wird.

Mit Lego Geschichten erzählen

Legos für den UnterrichtWährend sich diese beiden Produkte noch in der Entwicklungs- und Findungsphase befinden, gibt es zu einem anderen Angebot, das mich begeistert hat, bereits erste Erfahrungen. Ich weiß, da wird es manche geben, die entsetzt sind, dass mir das gefällt. Aber erstens bin ich ein Lego-Fan und nur froh, dass meine Kindheitslego verschollen sind, sonst könnte ich den tollen neuen Steinen nicht widerstehen. Vor allem aber arbeite ich mit Kindern, die teilweise nicht leicht zu motivieren sind, weil sei vor lauter Misserfolgen das Zutrauen in sich verloren haben. Ich denke schon, dass gerade, aber nicht nur sie, zu manchen Lernthemen über Lego-Education einen leichteren Zugang bekommen. Schon der Weg, über Lego den Zahlenraum zu vermitteln, ist klasse. Und nicht neu, dazu habe ich vor Jahren bereits ein Buch gelesen. In dem Programm wird dieser Ansatz noch erweitert um die Dimension des Computers. Als ich mir aber den Storymaster anschaute, hatte ich sofort eine Schülerin im Kopf, die sich partout keine Geschichten ausdenken kann, weil sie sich die Bilder dazu nicht vorstellen kann. Mit dem Bausatz können die Kinder kleine Bildergeschichten mit Lego bauen und brauchen dazu dann nur noch eine Geschichte schreiben. Die Methoden der Hinführung sind nicht neu – es gibt z. B. ein Spiel, bei dem man nach einem bestimmten Prinzip drei Legoteile zieht und daraus eine Geschichte entwickeln muss. Eine andere Form der Reizwortgeschichte, aber gerade für Schreibmuffel vielleicht genau der Motivationsansatz, der ihnen fehlt. Da musste ich mich schon sehr zusammenreißen, um nicht zu Testzwecken eine solche Box mitzunehmen. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.legoeducation.de.

Rolltreppe abwärts in der MessehalleIch habe noch mehr angeschaut und erfragt, aber die Motivation zum Lernen und die frühkindliche Förderung sind nun mal Schwerpunktthemen, die mich als Autorin und Lernbegleiterin beschäftigen. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Tagen noch, über die weiteren ebenso spannenden Begegnungen zu berichten. Jetzt mache ich mich auf den Weg nach Köln – heute mit einigen Terminen, u. a. dem Podiumsgespräch zum Thema „Leseförderung 2.0“ – da fällt mir ein, dass ich ziemlich genau vor 30 Jahren für meine Diplomarbeit zur Leseerziehung in der Bonner Hauptpost recherchiert habe. So lange beschäftigt mich das Thema schon. Ich bin gespannt, was ich bei dem Gespräch Neues erfahre. Darüber berichte ich auf jeden Fall. © Birgit Ebbert

Die Didacta ist noch bis einschließlich Samstag geöffnet. Weitere Informationen auch über das umfangreiche Bildungsprogramm: www.didacta-koeln.de