(20.02.201) Als ich noch hauptsächlich Lernbegleiterin war, habe ich die Didacta jedes Jahr besucht, da die Messe immer auch ein Familientreffen der Bildungsbranche ist. Bei meinem gestrigen Besuch fühlte ich mich ein wenig wie ein Familienmitglied, das in eine andere Stadt gezogen ist. Man erkennt manches wieder, aber so richtig kann man nicht mehr mitreden und manchmal trifft man unverhofft Menschen, mit denen man früher etwas Tolles zusammen auf die Beine gestellt hat. Wirklich, genau so war mein Messetag.

Mein Messetag im Schnelldurchlauf

Der Tag begann schon damit, dass ich dank der Stauumleitung meines Navis ziemlich entspannt um kurz nach 9 Uhr in Köln eintraf. Dass ich nicht schon zehn Minuten später auf der Messe war, lag an mir. Ich wollte meinem Navi nicht glauben und bin erst mal so gefahren wie immer, wenn ich früher zur Didacta fuhr. Allerdings war der Presseparkplatz nun an einer anderen Stelle und so kam ich mit einer Verzögerung an. Immer noch so früh, dass die Hallen fast leer waren und ich gemütlich durch die Gänge schlendern konnte. Gleich in der ersten Halle entdeckte ich „meine“ Redakteurin am Klett-Stand, sodass ich mich doch wie auf einem Familientreffen fühlte 🙂

Das könnte ich doch aus Papier nachbauen – aus der Reihe „Inspirationen am Rande“ 🙂

Der Eindruck verstärkte sich, als ich am Stand von ObersteBrink stehen blieb. Der Verlag stand auf meiner Akquise-Liste, als ich einen Verlag für den Elternratgeber „100 Dinge, die ein Vorschulkind können sollte“ suchte. Damals ergab sich dann schnell eine Vereinbarung mit GU, sodass ich den Verlag aus den Augen verloren habe. Nun traf ich ihn wieder und dort auch gleich jemanden, mit dem ich vor gefühlt 100 Jahren den Deutschen Lernspielpreis ins Leben gerufen hatte, den es leider nicht mehr gibt. Aber die Geschichte war spannend, darüber werde ich gelegentlich mal schreiben 🙂 Kurzum, ich fühlte mich zumindest ein wenig wie beim Familientreffen. Zumal mein Workshop über „Papier falten in der Kita“ rappelvoll war und sogar TeilnehmerInnen auf dem Boden sitzen mussten. Lediglich eine Frau ist vor dem Ende gegangen, alle anderen haben interessiert zugehört und mitgefaltet.

Meine Eindrücke von der Didacta

Mir kam es so vor, als sei die Messe in diesem Jahr kleiner als sonst und ich hoffe nicht, dass ich eine Halle übersehen habe 🙂 Aber die Hallen, die mich besonders interessieren mit Angeboten für Schulen und Kitas habe ich erarbeitet. Ich habe viele Verlage und Institutionen wiedergefunden, die ich aus meiner Arbeit und früheren Besuchen kannte. Manche habe ich vergebens gesucht, möglicherweise eine Folge der Konzentation, die auch vor dem Bildungsbereich nicht Halt macht. Dafür habe ich neue Anbieter gefunden oder eben alte Anbieter mit einem erweiterten Portfolio. Aufgefallen ist mir, dass auch auf der Messe der Bereich Kreativität stärker in den Fokus genommen wurde. Zuerst dachte ich, das wäre meine Kreativ-Brille, mit der ich selektiv wahrgenommen habe. Aber dann haben mir das Gesprächspartner bestätigt. Es gab einen sehr großen Bereich mit Schreib- und Malstiften, in dem ich Firmen Pentel entdeckte, die mir bis dahin unbekannt waren. Aber selbst die Anbieter von Füllern setzten in ihren Präsentationen nicht mehr nur auf „Schreiben“, das inzwischen auch „Handlettering“ heißt, ich weiß. Fast überall wurde gemalt, gezeichnet oder kreativ gestaltet. Das fand ich witzigerweise wieder bei den Herstellern von Möbeln für pädagogische Einrichtungen. Da fiel mir als erstes ein Tisch auf mit eingelassenen Farbbhältern und an einem anderen Stand gab es das Farbrondell für den runden Tisch. Ich glaube nicht, dass ich das bei vorherigen Besuchen übersehen habe, das ist ein so schönes Fotomotiv, daran wäre ich auch früher nicht vorbeigelaufen 🙂 Zumal das zu dem Stichwort passt, das an manchen Ständen sogar als Slogan zu sehen war: „Maker“.

Papierhase mit Blinknase

Ich kannte das aus der Steampunk-Szene und dem DIY, nun ist es also auch im Bildungsbereich angekommen. Möglicherweise kommt daher auch, dass meine Veranstaltung so gut besucht war. Vielleicht sollte ich direkt mal ein Fortbildungsangebot für Fachschulen, Kitas und Schulen konzipieren 🙂 Ach ja, neue Anbieter, die Kreativmaterialien anbieten, habe ich auch entdeckt. Insgesamt war mir trotz allem zu wenig Gefaltetes auf der Messe :-), ich war richtig froh, als ich am Stand der „Sachenmacher“ wenigstens ein wenig Fröbel fand. Auch hier ist „Making“ weiterhin ein großes Thema, sehr spannend finde ich die Verbindung von Papier basteln und Technik. Verfolgen werde ich sicher auch das Projekt, bei dem die Grundlagen für digitale Bildung durch Übungen mit Papier gelegt werden. Da merke ich, dass in mir immer noch ein bisschen Medienpädagogin ist. Kurzum, es gab auf der Messe viel Bekanntes, aber auch das eine oder andere Unbekannte und ein paar Ideen und aufgefrischte Kontakte habe ich auch mitgenommen. Mehr Output für einen Messetag geht kaum, oder? © Birgit Ebbert

Die Didacta geht noch bis Samstag, den 23. Februar. Eintrittskarten und Informationen: www.didacta-koeln.de