(28.05.2015) Informationen oder gar Kopien der Filme mit Herti Kirchner zu finden, ist eine wahre Sisyphos-Arbeit. Lediglich der vorletzte Film „Der Florentiner Hut“, in dem sie neben Heinz Rühmann die Hauptrolle spielte, und „Liebesbriefe aus dem Engadin“ sind DVD erhältlich. Drei weitere Filme habe ich in den USA bestellen können: „Soldaten – Kameraden“, „Der geheimnisvolle Mister X“ und „Wer küsst Madeleine?“. In verschiedenen Filmdatenbanken sind wenigstens einige Daten der Filme auszumachen, nur zu einem Film, den sie in einem Brief an ihre Tanten erwähnt, habe ich bisher keinerlei Informationen auftreiben können. Ich bleibe aber am Ball, einige Recherche-Anfragen sind verschickt.

Für Cineasten und alle, die ich mit meiner Reihe über Herti Kirchner neugierig gemacht habe, ist hier eine Übersicht der Filme, in denen sie nachweislich mitgewirkt hat. Das erste Engagement erhielt sie übrigens, weil sie zufällig beim Bühnennachweis in Berlin im falschen Büro landete und dort spontan auf Erich Waschneck traf.

1932 „Acht Mädels im Boot“
Filmstart: 21.09. (Fanal-Filmproduktion)
Regisseur: Erich Waschneck / Drehbuch Helmut Brandis, Franz Winterstein
Herti ist eines der acht Mädchen.

1932 „Annemarie, die Braut der Kompanie“
Filmstart: 07.11.1932 (Aco-Film GmbH)
Regisseur: Carl Boese / Drehbuch Karl Noti, Bobby E. Lüthge
(Herti Kirchner taucht im Cast nirgendwo auf, allerdings berichtet sie in den Briefen von den Dreharbeiten und dass sie eine kleine Rolle in dem Film hat. Da in der Filmdatenbank zwei weibliche Rollen ohne Besetzung sind, könnte eine davon tatsächlich Herti gewesen sein.)

1932 „Der falsche Hund“
Filmstart: geplant 23.12., Zensur: 28.12. (Märkische Film GmbH)
Regisseur & Drehbuch: Max Ehrlich
(Im veröffentlichten Cast tauchen nur Max Ehrlich und Wilhelm Bendow auf, Herti beschreibt in ihren Briefen zwei Drehtage und die Gage, die sie dafür bekommen hat: 125 M)

1933 „Kampf um Blond“
Zensurprüfung: 22.12.1932 / Filmstart: 2.01.1933 (Deitz Union Film)
Regisseur Jaap Speyer /Drehbuch Peter Schaeffers, Guenther Schwenn
Herti Kirchner spielt die Hauptfigur Lotte.

1933 „Das Tankmädel“
Filmstart: 25.10. (Aafa Film AG)
Regisseur Hans Behrendt / Drehbuch Hans Behrendt, Bobby E.Lüthge
Herti Kirchner spielt eine in der Datenbank nicht benannte Nebenrolle

1933 „Gretel zieht das große Los“
Filmstart: 21. 12.1933 (Aco-Film)
Regisseur & Drehbuch: Carl Boese
Herti Kirchner spielt eine Freundin der Hauptdarstellerin Gretel, u. a. mit Lucie English, die in einem ihrer Briefe erwähnt wird.

1933 „Alle machen mit“ (Kurzfilm)
Filmstart: 18.10.1933 (Deutsches Lichtspiel-Syndikat)
Regisseur Franz Wenzler
Welche Rolle Herti spielt, wird nicht klar, auf jeden Fall wirken außer ihr Heinz Rühmann und Magda Schneider mit.

1933 „Der Kuckuck am Steuer“ (Kurzfilm)
(auch: Bei Durchsicht unserer Bücher (laut Henckels Filmografie 1933) (Carl Froelich Filmproduktion)
Regisseur: Paul Henckels

1934 „Frühlingsmärchen“
Filmstart: 29.03.1934 (Universum Film AG (Ufa))
Regisseur: Carl Fröhlich / Drehbuch: Wolfgang Hoffmann-Harnish, Walter Supper
Herti wirkt in einer nicht näher bezeichneten Nebenrolle mit.

1934 „Pappi“
Filmstart: 04.05. (Lloyd Film GmbH)
Regisseur: Arthur Maria Rabenalt / Drehbuch: Sybille Pietzsch, Arthur Maria Rabenalt
Herti Kirchner spielt in dem Film u. a. mit Rudolf Platte.

1934 „Herr Kobin geht auf Abenteuer“
Filmstart: 28.09.1934 (Tofa Film)
Regisseur: Hans Deppe / Drehbuch: Hanns Marschall, Max Wallner
Herti spielt eine Nebenrolle und zusammen mit dem Schauspieler und Kabarettisten Werner Finck.

1935 „Ida, die Perle“ (Kurzfilm)
Zensurtermin: 29.05.1035 Filmstart: Juni 1935 (Schneider Produktion)
Regie: Harry Preuß
In diesem Film spielte Herti Kirchner mit Tilly Wedekind.

1935 „Das Geschenk“ (Kurzfilm)
Zensurtermin: 03.07.1935, Filmstart: Juli 1935 (Fabrikation Deutscher Film)
Regisseur: Jürgen von Alten / Drehbuch: Anton Chekhov, Axel Eggebrecht
Herti spielt Luise, die Tochter der Hauptfiguren, des Ehepaares Knack, wieder gehört Werner Finckh zum Cast.

1935 „Schnitzel fliegt“ (Kurzfilm 17 Min)
Zensurdatum 19.12.1935, Filmstart: Dezember 1935 (Ufa)
Regisseur Eduard von Borsody / Drehbuch: Fritz Reim, Eduard von Borsody
Herti spielt Schnitzels Braut Mary.

1936 „Horch, horch, die Lerch im Ätherblau“ (Kurzfilm)
Zensurdatum 14.02.1936 (Fabrikation Deutscher Filme)
Regisseur: Jürgen von Alten / Drehbuch: Willi Kaufmann, Hans Gustl Kernmayr
Herti spielt eine Klavierschülerin, der Film handelt anscheinend, den Figuren nach, von Franz Schubert.

1936 „Der geheimnisvolle Mister X“
Filmstart: 11.06.1036 (Lothar Stark Film)
Regisseur: J. A. Hübler-Kahla / Drehbuch: Paul Armont, Friedrich Damman
Herti spielt Lilian, Tochter von Lord & Lady Wilford, in weiteren Rollen sind Mady Rahl und Robert Jungk dabei.

1936 „Wie Eulenspiegel zu Marburg den Landgrafen malte“
Zensurtermin 19.8.1936 + weitere in 1937 (KU-Film Ulrich & Neuss GmbH)
Regisseur: Theo Lingen

1936 „Soldaten – Kameraden“
Filmstart: 04.10.1936 (Cinephone Film)
Regisseur Toni Huppertz / Drehbuch Hanns H. Fischer, Toni Huppertz
Herti spielt Hella, die Tochter einer Hauptfigur, des Fotografen Balthasar Winkler.

1936 „Du bist so schön, Berlinerin“ (Kurzfilm 21 Min.)
Zensurtermin 23.10.1936 (Fabrikation Deutscher Filme)
Regisseur: Eduard von Borsody /Drehbuch: Hans-Fritz Köllner
Herti spielt Hannerl.

1936 „Wir gratulieren“ (Kurzfilm)
Zensurdatum 23.10.1936 (Tobis Film)
Regisseur: Werner Illing / Drehbuch: Hans Sylvester Stürgkh
Herti spielt eine Hauptrolle und stellt eine Hausdame dar.

1936 „Blinder Eifer“ (Kurzfilm)
Zensurtermin 16.11.1936 (Ulrich & Neuß Filmproductions)
Regisseur: Hans Morschel / Drehbuch: Gerd Tzolien

1936 „Spezialist für alles“ (Kurzfilm)
Zensurdatum 9.11.1936 (Fabrikation Deutscher Filme)
Regisseur: Jürgen von Alten
Herti spielt Änne, die Braut des Hauptdarstellers, der von Rudolf Platte gespielt wird

1937 „Heute Abend im Astoria“ (Kurzfilm)
Regisseur: Harald Röbbeling
Herti Kirchner spielt vermutlich die weibliche Hauptrolle.

1937 „Der Musikant von Dornburg“ (Kurzfilm 23 Min.)
Filmstart: 09.07.1937 (Mars Film)
Regisseur & Drehbuch: Kurt Rüpli

1937 „Die Nichte aus USA“ (Kurzfilm 22 Min.)
Zensurtermin: 17.9.1937 (W. Achsel & Co. Filmproduktion)
Regisseur & Drehbuch: Willi Achsel

1938 „Die feindlichen Väter“ (Kurzfilm 19 Min.)
Filmstart: 18.06.1938 Terra Filmkunst
Regisseur: Hans Carl Müller / Drehbuch: Hanns Marschall
Herti spielt laut Cast die einzige Frauenrolle, Lisa, Walitzkys Tochter.

1938 „Fracht von Baltimore“
Filmstart: 14.10.1938 (Terra Filmkunst)
Regisseur: Hans Hinrich / Drehbuch: Hans-Joachim bBeyer, Charlotte Rißmann
Herti Kirchner spielt die Nebenrolle Kitty Hansen, in einer Hauptrolle wirkt u. a. Attila Hörbiger mit.

1938 „Liebesbriefe aus dem Engadin“
Filmstart: 05.12.1938 (Luis Trenker-Film / Terrakunst)
Regisseur: Werner Klingner, Luis Trenker / Drehbuch: Hannes Saßmann, Luis Trenker

1939 „Das Lauffeuer“ (Kurzfilm 17 Min.)
Zensurtermin: 31.01.1939 (Deka-Film Gmbh)
Regisseur: Alfred Stöger / Drehbuch: Hanns Marschall

1939 „Der Florentiner Hut“
Filmstart: 04.04.1939 (Terra Filmkunst)
Regisseur: Wolfgang Liebeneiner / Drehbuch: Horst Budjuhn, Bernd Hofmann
Herti spielt die weibliche Hauptrolle Helene Barbock neben Heinz Rühmann.

1939 „Wer küßt Madeleine?“
Filmstart: 24.08.1939 (Terra Filmkunst)
Regisseur: Volker Jansen / Drehbuch Wolfgang Böttcher/Edgar Kahn
Herti spielt Francoise de Villiers, in weiteren Haupt- und Nebenrollen wirkten Magda Schneider, Paul Dahlke und Rudolf Platte mit.

Die Recherche über einen Film aus dem Jahr 1939 steht noch aus. Es muss sich um eine deutsche Verfilmung von Schneewittchen handeln, das geht aus den Briefen Hertis hervor. Sie beschreibt, dass Kästner ihr immer die Musik vorspielt, während sie krank ist und schildert, dass sie für die Rolle zurechtgemacht wird, obwohl sie doch im Sarg liegt. Da in dem Film nur Schneewittchen im Sarg liegt, muss sie für die Titelrolle engagiert gewesen sein. Möglicherweise wurde die Rolle nach ihrem Tod umbesetzt, die Briefe sind datiert von März 1939.

In den Nachrufen über Herti wird stets darauf hingewiesen, wie fleißig sie war. Wenn man bedenkt, dass diese Filme, die in knapp sieben Jahren entstanden sind, nur ein Teil ihrer Tätigkeit neben Rundfunk, Fernsehen, Synchronisierung, Theater und Schreiben war, ist das Pensum schon beeindruckend. © Birgit Ebbert