(20.09.2014) Für Agatha Christie-Fans in Hagen gibt es ein neues Pflichtprogramm: „Die Mausefalle“, ein Stück der britischen Krimiautorin, das seit 1952 täglich im Londoner West End aufgeführt wird.

Molly Ralston, die von Indra Janorschke wunderbar verkörperte Pensionsbesitzerin, und ihr Mann Giles, den Lars Lienen treffend in Szene setzt, erwarten ihre ersten Gästen in der neu eröffnten Pension. Nach und nach reisen die Gäste an:

  • die penible und schnippische Mrs. Boyle, die Sigrid Janorschke so überzeugend gespielt, dass man sich automatisch an eigene Begegnungen mit Damen dieses Schlags erinnert und mit der frischgebackenen Wirtin leidet
  • der etwas entrückt wirkende Christopher Wrenn, der schwer an der Bürde seines Namens trägt, der Hausherrin aber gerne beim Kochen hilft, köstlich wiedergegeben von Simon Jakobi
  • und dem pensionierten Major Metcalf, herrlich skuril dargeboten von Dario Weberg.

Unerwartet gesellen sich Mrs. Paravicini dazu, eine quirlige Italienerin, deren Auto „In einer Schneewehe gefangen ist“, treffend gespielt von Alexandra Böhm, und Inspektor Trotter, in dessen Rolle Stefan Schroeder beeindruckt.

Die sieben Personen finden sich unversehens in der durch den Schnee von der Außenwelt abgeschnittenen Pension wieder. Das an sich wäre Grund genug zur Beunruhigung, doch dann berichtet Inspektor Trotter, dass zwei der Gäste oder auch die Pensionsbesitzer möglicherweise auf der Liste eines Rachemörders stehen. Ab da wartet das Publikum darauf, wann die „Mausefalle“ zuschnappt. Als es direkt vor der Pause den ersten Toten gibt, beginnt das Rätselraten um den Täter im Publikum und auf der Bühne.

Eine gelungene Inszenierung von Lars Lienen im Theater an der Volme mit einem Bühnenbild und Kostümen, die die Zuschauer vom ersten Moment an in die Welt Agatha Christies versetzen. Die Grand Dame des Krimis hätte ihre Freude daran gehabt, auch wenn sie sich verwundert die Augen reiben würde, hatte sie doch damit gerechnet, dass das Stück höchstens acht Monate gespielt würde. So kann man sich täuschen.

Über den zweiten Teil der Aufführung hülle ich mein Schweigen, weil ich zukünftigen Besuchern den gleichen Ermittlungsspaß gönne, wie ich ihn hatte. Den Schluss verrate ich ohnehin nicht, nicht nur, weil Dario Weberg – wie seit 1952 ein Schauspieler in London – am Schluss darum bat, gerne das Stück zu empfehlen, aber den Täter nicht zu verraten. Die Empfehlung spreche ich aber gerne aus, wieder ein Stück, das man sich nicht entgehen lassen sollte. © Birgit Ebbert

Fotostrecke zur Premiere auf www.birgit-ebbert-fotos.de

Informationen und Karten beim Theater an der Volme