Das größte Objekt der Ausstellung Hagener Künstler im Osthausmuseum, das einem beim Betreten des großen Saals unten sofort auffällt, ist „Alles eine Menschensuppe“. Die Installation besteht aus über 100 Dosen, auf denen nicht nur Bildmotive angebracht wurden, in ihnen verstecken sich außerdem Lautsprecher, die für eine passende Beschallung sorgen.

Die Bilder auf den Dosen zeigen, was in der Gesellschaft los ist – womit sich die „Menschensuppe“ sozusagen beschäftigt. Die Themen der Motive stammen aus Zeitungen, Nachrichten, Gesprächen und anderen Werken des Künstlers Dietmar Schneider, darunter auch Auszüge aus dem Projekt „Braune Suppe“, die bezeichnender Weise ganz rechts angebracht sind. Die Installation lebt jedoch nicht nur von den Dosen und Bildern, sondern ebensosehr von den Geräuschen. Sobald man den Raum betritt, wird man von ihnen in den Bann gezogen und sucht nach der Quelle des Murmelns, Kreischens, Pfeifens, Summens … Diese Töne erklingen aus den Dosen. Das Kreischen, das ich zu hören glaubte, stammt aus dem Urwald, es gibt aber genauso leise Musik und Vogelzwitschern. Eigentlich müsste man längere Zeit zwischen den Dosen umherschlendern oder auf dem Stuhl sitzen, der zum Verweilen auffordert, um das Werk in seiner ganzen Dimension zu erfassen. Und natürlich müsste man eigentlich jede einzelne Dose betrachten. Davon bin ich – das gebe ich zu – weit entfernt. Aber noch habe ich ein paar Tage Zeit, bis die Installation am 6. Oktober abgebaut wird. Denn wo die Installation danach aufgestellt wird, habe ich noch nicht in Erfahrung gebracht. Dietmar Schneider erarbeitet öfter solche Installationen und so groß wird sein Atelier nicht sein, dass er alle Objekte immer aufbauen kann.

Der Künstler kommt übrigens aus Hagen, bereits mit 15 Jahren hat er sich mit Graffitys künstlerisch zu Wort gemeldet. 16 Jahre alt war er, als seine ersten Videoarbeiten entstanden, ein Medium, das ihn seither begleitet. Werke Dietmar Schneiders finden sich in ganz Europa, bis 2006 sind Außenarbeiten zum Beispiel in Berlin, Barcelona, Zürich und Mailand entstanden, aber auch in der Region hat er sich einen Namen gemacht. Seine Werke werden in Einzelausstellungen präsentiert, aber immer auch in Gemeinschaftsausstellungen wie die der Kooperative K, deren Mitglied er ist, oder die des Osthausmuseums, in der er auch 2011 bereits vertreten war.

Auf www.dietmar-schneider.com finden sich neben Informationen über weitere Werke übrigens auch Bilder vom Aufbau der Installation, die einen guten Eindruck von der Komplexität des Werkes vermittelt.

Ein besonderes Bonbon, das ich wegen einer Familienfeier leider verpasse, ist eine Lesung zu dem Werk. Sie gibt die vorbereitenden Gedanken für diese Installation in der Kooperative K wieder, die aus Gesprächen von Dietmar Schneider mit Hans Werner Engel, Judith Bisping, Andreas Friedhelm Arnolt resultieren. © Birgit Ebbert

Die Lesung mit Musik findet statt am 3. Oktober 2013 um 11.15 Uhr im Osthausmuseum.

Weitere Informationen zur Ausstellung: www.osthausmuseum.de