(29.11.2017) Am vergangenen Freitag hatte das diesjährige Weihnachtsstück im Theater an der Volme Premiere. Mit großem Erfolg, die vier bezaubernden Schauspieler haben eine skurile Geschichte über „Drei Frauen im Schnee erzählt“, die man sich unbedingt zur Einstimmung auf Weihnachten ansehen sollte.

Drei Frauen im Schnee

v.l.n.r. Karolin Kersting, Carola Schmidt, Alissa Schwichtenberg

Zazou, Miranda und Summer bilden die Girl Group Puzzycatty, gehyped von den Medien und geschickt in Szene gesetzt von einem Management, das möglichst viel an der Band verdienen will, ehe sie vom Show-Glitzerhimmel verzichtet. Diese drei jungen Frauen, die ansonsten von Bodyguards umgeben sind und in schicken Autos gefahren werden, finden sich nach einem Weihnachtsdreh im Sauerland allein mitten im dunklen kalten Wald wieder. Kein Handyepmfang, keine warme Kleidung, geschweige denn einen Plan, um das Problem zu lösen. Im Gegenteil, die Schauergeschichten, die Moderator Big Ben vorher über den Wald und die dort lebende Hexe erzählt hat, heizen die schlechte Stimmung zusätzlich an. Angeblich hat niemand die Begegnung mit der Hexe überlebt. Ist die seltsame Frau, die sich zwischen den Puzzycattys materialisiert womöglich diese Hexe? Summer versucht ihre Kolleginnen davon zu überzeugen, doch die lassen sich von der Aussicht auf ein Dach über dem Kopf und einem Haushalt, der alle ihre Sonderwünsche erfüllt, mitreißen. Tja, mehr verrate ich nicht, schließlich soll der Besuch des Stückes auch für euch eine Überraschung werden. Nur so viel, wem beim Titel gleich Erich Kästners „Drei Männer im Schnee“ einfällt, der wird eine kleine Parallele entdecken und wer bei der Beschreibung an „Hänsel und Gretel“ denken muss, liegt auch nicht ganz falsch.

Vier Schauspielerinnen und ein Schauspieler auf der Bühne

Ariane Raspe als Stella

Sorry, dass ich in meiner Einleitung den Schauspieler vergessen habe, der am Anfang kurz im Stück mitspielt. Frederik Hoppe schlüpft bei seinem Debüt in die Rolle des Moderators Big Ben, mit dessen Hilfe die Grundlagen, die wir über die Puzzycattys wissen sollten, kurz dargelegt werden. Das macht Frederik Hoppe wirklich gut. Das eigentliche Stück aber bestreiten vier Schauspielerinnen, die wir aus dem Theater an der Volme kennen: Carola Schmidt als nörgelig-dominante Zazou, Karolin Kersting als lieblich-freche Miranda, Alissa Schwichtenberg als zögerlich-bestimmende Summer und Ariane Raspe als geheimnisvolle Stella. Die vier sind so überzeugend in ihren Rollen und stellen die Situation so gut dar, dass man zwischenzeitlich vergisst, dass das Ganze ein Theaterstück auf der Bühne ist. Dank der einfachen, aber pfiffigen Kulisse werden die Zuschauer zu heimlichen Begleitern auf dem Weg durch den Wald und beim Warten in Stellas Haus.

Ein bisschen Musikrevue, ein bisschen Kleinkunst

Frederik Hoppe als Big Ben mit den Puzzycattys

Das ist es, was dieses Stück für mich ausmacht, es ist mehr als Theater und bezieht andere Showelemente schlüssig ein. Ob es das „Winterwunderland“-Solo von Ariane Raspe – übrigens hervorragend gesungen – ist oder die gelungene Tanzeinlage von Carola Schmidt oder das stimmungsvolle Violinen Spiel und der hinreißende Gesang von Karoline Kersting, alles hat einen Platz im Stück und wirkt nicht aufgesetzt. Eine für mich neue Form des Weihnachtsstückes, das weihnachtliche Stimmung mit einer amüsanten Story mit Nachdenk-Kern und frecher Sprache verbindet, sodass das Stück nicht kitschig, sondern modern wirkt. Ich schaue es mir ganz sicher noch einmal an! © Birgit Ebbert

P.S. Und wer den Eindruck gewonnen hat, ich sei besonders begeistert – das bin ich, für mich ist das das beste Stück, das Indra Janorschke und Dario Weberg geschrieben haben.

Weitere Termine: 02.12., 03.12., 10.12., 17.12. 15:00 und 18:00 Uhr, 23.12., 26.12. 15:00 Uhr, 30.12., 31.12. 15:00, 18:00 und 21:00 Uhr, 18.01., 21.01.

Karten und Informationen: www.theaterandervolme.de