Mein erstes E-Book bei Chichili/Satzweiss 2012

(04.03.2014) Schon lange juckt es mich in den Fingern, ein E-Book als Selfpublisherin zu veröffentlichen. Einfach, um zu wissen wie das geht, um mitreden zu können und unabhängig von Verlagen zu werden, wenn eine Idee gerade nicht in die Landschaft passt. Solche Ideen habe ich – leider – oft. Viele davon bleiben in meinem Computer oder Notizbuch, manche sind mir wichtig und da mag ich nicht warten, bis der Markt den Boden für meine Idee bereitet hat.

Nun habe ich einen Roman beendet, der sich auch aus verschiedenen anderen Motiven für das Selfpublishing eignet. Er soll nämlich aus einem bestimmten Grund ab dem 15. März erhältlich sein. Ein solcher Wunschtermin ist mit einem Verlag eher schwer zu realisieren, wenn man nicht prominent oder Bestsellerautor ist. Als selbst verlegtes E-Book ist das leichter möglich. Also habe ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Plattform gemacht.

Ebenfalls 2012 bei Chichili/Satzweiss

Nun bin ich kein E-Book-Neuling. Seit meine Kurzkrimis „Auf einen Mord in Hagen“ und „Münsterländer Mordsgeschichten“ als E-Book erschienen sind, verfolge ich die Entwicklung noch genauer als vorher. Ich bin davon überzeugt, dass E-Books in vielen Bereichen Bücher ablösen werden. Wenn ich denke, dass erst kürzlich ein Schüler zu mir sagte: „Früher stand ja alles in Zeitungen und Büchern, wissen Sie? Heute liest man ja auf dem Smartphone alles.“ Vermutlich wird es immer gedruckte Bücher geben, aber man darf die Gewohnheiten der heutigen Jugendlichen nicht falsch einschätzen.

So wie ich denken anscheinend viele, anders kann ich es mir nicht erklären, dass es inzwischen so viele E-Book-Verlage und Plattformen gibt, auf denen man seine E-Books veröffentlichen kann. Für dieses E-Book kann ich Verlage wie Chichili, Dotbooks, Edition Tingeltangel, bei denen man sein Manuskript zur Prüfung einreicht, gleich ausklammern. Ich brauche eine Plattform, auf der ich mein E-Book einstellen kann und über die es in möglichst viele Shops gelangt.

Ein E-Book kann man leicht im Querformat lesen,

Möglichst viele Shops, das ist das Argument, mit dem ich AmazonKindle vom Tisch wische. Ich weiß zwar, dass ich über eine App auch mit meinem Sony-Tablet Kindle-Ebooks lesen kann. Aber ist das wirklich bei allen Readern und Tablets möglich? Das Risiko möchte ich gar nicht erst eingehen, sodass die Plattform ausscheidet. Obwohl die Möglichkeit, über CreateSpace Exemplare drucken zu lassen, verlockend ist. Aber vielleicht bieten auch andere Plattformen das an.

Meine Freundin Patrizia Zannini Holoch schwört auf Neobooks.com, einem elektronischen Imprint von DroemerKnaur, wo im letzten Jahr ihr Roman „Malocchio“ erschienen ist. Da lockt natürlich der Verlagsname. Das werde ich mir auf jeden Fall genauer anschauen, zumal Patrizia bereits einige Bücher dort veröffentlicht hat und mich aus der Ferne beraten kann.

Neben Neobooks begegnet mir bei der Recherche als erstes epubli. Hier müsste ich für die Verbreitung in anderen als dem eigenen Shop 14,95 € zahlen. Will ich das? Ich bekäme 60 % vom Nettoverkaufspreis Honorar. Upps, fast hätte ich das übersehen: Die ISBN kostet auch noch mal 14,95 €.

Mhm, bei Tredition müsste ich 35 Exemplare kaufen – was soll ich mit 35 E-Books auf meinem Reader? Ich könnte auch einmalig 149 € zahlen. Ich glaube, ich höre auf zu suchen, das wird immer teurer.

BoD bietet nun auch die Veröffentlichung von E-Books an. Kostenpflichtig. Ab 19 € im Jahr. Menno. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Ich habe nichts dagegen, dass ein Verlag an meinem E-Book mitverdient. Schließlich stellt er die Plattform zur Verfügung, die gepflegt und aktualisiert werden muss und sorgt dafür, dass mein E-Book vertrieben wird. Aber ich gehe auch mit Lebenszeit in Vorleistung, mein Roman fällt nicht vom Himmel. Insofern investieren der Verlag und ich beide, da will ich nicht noch Geld überweisen müssen.

Nun bin ich bei Bookrix gelandet. Ui, die zahlen als erster Verlag für Selfpulisher Vorschüsse. Ich habe allerdings gerade keine Zeit zu warten, bis sich jemand entschieden hat. Der 15. März ist bereits in zehn Tagen. Aber da ist ja noch ein Jugendbuchmanuskript, das nirgendwo passt, weil die Verlage denken, dass 12- oder 13-Jährige Sex and Crime brauchen und es bei mir nur um die Suche nach einem unbekannten Vater geht.

Von Xinxii habe ich auch schon gehört. Ich glaube, da habe ich mich sogar bereits registriert, als ich mich zum ersten Mal mit E-Books beschäftigt habe. Aber mich nervt es, wenn ich diese verschiedenen Optionen habe, was in welchem Paket enthalten ist und hier kosten ohnehin auf den ersten Blick alle nichts. Wieso dann die Pakete? Sternchen über Sternchen. Das hebe ich mir für ein späteres Projekt auf.

Jetzt werde ich Neobooks ausprobieren. Da bin ich von einem Wettbewerb noch registriert und kann mir von Patrizia assistieren lassen. Die Konditionen klingen eindeutig, ich kann mein Word-Dokument hochladen und letztlich besteht doch eine winzige Chance, dass mein Manuskript von einem DroemerKnaur-Lektor entdeckt wird. Aber das ist nicht das Entscheidende, wichtig ist mir, dass

  • ich nicht noch Geld mitbringen muss, um mit einem Plattformbetreiber ein Projekt zu realisieren,
  • das E-Book innerhalb der nächsten zwei Wochen mindestens auf einer Plattform erhältlich ist,
  • mein E-Book eine ISBN-Nummer erhält und in möglichst vielen Shops erhältlich ist und
  • ich nicht viel Arbeit mit dem Einstellen habe.

Ich weiß, dass ich bei meinen Überlegungen Marketingmöglichkeiten und PR-Kraft der Plattformen noch nicht berücksichtigt habe. Um diese zu durchschauen, muss ich mich überall registrieren und alle Marketingangebote vergleichen. Das muss ich verschieben, aber das nächste Projekt kommt bestimmt. Eins nach dem anderen. © Birgit Ebbert