Das Ergebnis meiner Tüftelei

(07.03.2014) In jedem Beitrag über E-Book und Selfpublishing wurde ich darauf hingewiesen, dass das Cover das A und O des Verkaufserfolgs ist – oft verbunden mit der Warnung, ja nicht Comic Sans als Font zu verwenden, weil man sich damit gleich als Newbie outet. Wie gut, dass ich mir das schon für die Gestaltung von Folienpräsentationen und Handzettel eingeprägt hatte, so war ich davor schon gefeit. Denn natürlich wollte ich das Cover selbst erstellen und zwar freihändig mit einem selbst geschossenen Foto in Photoshop. Auf jegliche Spezialsoftware wie Bookcover Pro oder Magic eCover wollte ich ebenso verzichten wie auf Online-Cover-Gestalter oder gar vorgefertigte Cover.

Das Cover für ein E-Book

Kurz habe ich darüber nachgedacht, mir das Cover von einem Profi basteln zu lassen, ich hatte sogar das Angebot dazu. Aber so richtig kann ich auch an solche Proficover nicht glauben. Wieso ändern Verlage sonst sogar Cover erfolgreicher Bücher innerhalb kurzer Zeit oder für die Taschenbuchausgabe. Hinzu kommt mein grundsätzliches Problem mit dem geplanten Roman. Er passt in kein Schema. Es kommen Morde vor – 50, um genau zu sein, aber es handelt sich nicht um einen Krimi, sondern um einen amüsanten Frauenroman. Sich mit dem Cover an einem Genre zu orientieren hilft also nicht viel. Da können die Tippgeber das noch so herausstellen – ich bin ziemlich auf mich allein gestellt.

Also habe ich mich eher am Inhalt des Buches orientiert, es kommt eine Rachegöttin vor, die auch mordet, allerdings befinden sich ihre Mordgeschichten in einem oft vergnüglichen Umfeld. Ein düsteres Cover passt schon mal gar nicht. Und die blutige Wand, die ich für den ersten Versuch ausgewählt hatte, führt in die Irre, weil der Betrachter denken könnte, es handele sich um einen Krimi. Eine wirklich verzwickte Sache. Ein bisschen stand bei der Fotoauswahl der Zufall Pate. In Albstadt hatte ich in einer Ausstellung mehrere Köpfe fotografiert und einer davon wirkte auf mich durchaus wie eine Rachegöttin, obwohl ich gar nicht weiß, wie meine Rächerin aussieht. Das will ich dem Leser überlassen. Aber ich habe das Bild so bearbeitet, dass genug Raum für Fantasie bleibt. Damit war das schon mal erledigt.

Name und Titel auf dem E-Book

E-Book - Cover-Experiment
Mein erster Versuch – ich fand das Blut-Foto so klasse

Im Nachhinein war das Foto das kleinste Übel. Im nächsten Schritt mussten mein Name und der Titel samt Untertitel und Hinweis, dass es sich um einen „Roman“ handelt in dem Bild untergebracht werden. Der Haupttitel, für den ich mich am Ende entschieden habe: „Die 50 besten Morde“ hätte in die Irre führen können und einen Krimi oder sogar ein Sachbuch vermuten lassen. Vielleicht hätte das die Verkaufszahlen gesteigert. Aber ich will ja auch niemanden enttäuschen und so steht direkt unter dem Haupttitel der Untertitel „oder Frauen rächen anders“ und der Hinweis „Roman“, damit jeder gleich weiß, es handelt sich um eine fiktive Geschichte und nicht um einen Ratgeber darüber, wie frau den Partner beseitigen kann.

Um mir einen Eindruck zu verschaffen, wie die Schriften auf dem Cover üblicherweise sind und wo der Titel platziert ist, habe ich zunächst meine Bücherregale durchforstet. Leider besitze ich nicht sehr viele Bücher mit Untertitel, das hat meine Analyse deutlich erschwert und letztlich war ich doch wieder auf mich selbst und meine kompetente Coachin angewiesen.

Bei der Schriftauswahl habe ich natürlich bedacht, dass ich auf keinen Fall Comic Sans oder eine andere Standardschrift verwende. Darauf, dass die Schrift auch im Vorschaubild lesbar sein sollte, wäre ich auch ohne den Hinweis in diversen Artikeln gekommen, weil ich mich oft ärgere, wenn ich ein Cover in meine Internetseite einbauen will und die Schrift nicht zu lesen ist. Ich hoffe, das klappt wirklich. In meiner Fotogröße im Blog sind Bild und Titel gut erkennbar. Allerdings habe ich lange getüftelt, bis alle Zeilen so verteilt waren, dass sie mir und meiner Testguckerin passend erschienen. Blöderweise hatte ich einen langen Titel und einen Untertitel gewählt, dafür braucht man einfach mehr Platz. Jetzt weiß ich auch, warum manche Verlage Wert auf Einwort-Titel legen. Ab sofort denke ich nur noch in Einwort-Titeln, obwohl ich schon eine Idee für einen weiteren Roman mit „Die 50 besten xxx“ habe.

Fazit: Das Cover ist fertig und hochgeladen und ich kann mich an die nächsten Klippen bei der Erstellung meines E-Books machen. © Birgit Ebbert