(26.11.2019) Einen Besuch in Gotha habe ich mir bis zum Schluss meiner Zeit als Stadtschreiberin aufgehoben, den Besuch in der Kerzenfabrik. Schon bei meinem ersten Gespräch mit Gothaer BürgerInnen hieß es: Sie müssen unbedingt die Kerzenfabrik anschauen. Nun weiß ich, das stimmt, die musste ich angucken.

Zwischen Kerzenflohmarkt und …

Der Zeitpunkt für meinen Besuch in der Kerzenfabrik war doppelt optimal, zum einen konnte ich darüber den Weihnachtsmarkt vor meiner Hagener Wohnung vergessen und zum anderen konnte ich mich auf dem Kerzenflohmarkt direkt mit Kerzen fürs Adventsgesteck eindecken. Daran hatte ich bis dahin nicht gedacht, dabei verfüge ich sonst oft schon im August einen Kerzenvorrat für den Rest des Jahres. J Das habe ich jetzt nachgeholt und sogar endlich mal wieder blaue Kerzen erobert. Doch das wollte ich gar nicht erzählen J Schon der Start des Besuchs war knuffig, eine kleine Schnitzeljagd – an jeder Kreuzung auf dem Industriegelände waren Schilder angebracht. Unter dem Hinweis auf den sonst üblichen Werksverkauf befand sich ein Schild, das auf den Kerzenflohmarkt in der Halle verwies. Unter uns: Was für ein Glück, dass der Verkauf in der Halle stattfand. Dadurch konnte ich durch ein Wachsparadies wandeln. Überall lagen Wachsplatten herum, die Farbreste vom Tauchbad der Kerzen. von dem Stapel aus Wachsresten, die in Eimer nach draußen geschafft werden, habe ich wohl zehn Fotos gemacht. Das ist doch eigentlich ein Kunstwerk.

…. Produktion in der Gothaer Kerzenfabrik

In der Verkaufshalle angekommen, war ich schon geflasht. So viele Kerzen, das war – auch ohne Eierpunsch – ein vollwertiger Ersatz für den Hagener Weihnachtsmarkt. Und ich durfte sogar Fotos machen und mir die Produktion anschauen. Ich hatte mich noch nie gefragt, wie Kerzen entstehen! Jetzt weiß ich, dass das flüssige Paraffin aus Containern durch Rohre, die unter der Decke verlaufen in eine Walze befördert wird, die daraus Wachsgranulat macht. Dieses wiederum wird in die Maschine geleitet, die daraus Kerzen presst. In der Maschine sind das immer vier Kerzen gleichzeitig, aber in einem ganz schönen Tempo. Das Granulat wird in Röhren gepresst, die unterschiedliche Durchmesser haben, je nachdem, welche Kerze gerade produziert werden soll. Die Länge der Kerze, also die Füllhöhe der Röhren, wird an der Maschine bestimmt. In der Gothaer Kerzenfabrik werden Kerzen mit weißem Kern gefertigt, die ggf. einen Farbmantel bekommen. Dafür werden sie in flüssiges Wachs getaucht und sind – da habe ich echt gestaunt – blitzschnell trocken. Das heißt, sie können sofort verpackt werden. Ich liebe es, solche Produktionsprozesse zu beobachten, das kann übrigens jeder, der in die Fabrik im Heutal. Die MitarbeiterInnen der Jeka Kerzen GmbH sind sehr freundlich und zeigen und erklären einem mit Begeisterung ihre Arbeit. Allein das hat Spaß gemacht, nach beiden Besuchen bin ich beschwingt nach Hause spaziert.

Die Jeka Kerzenfabrik

Das Werk in Gotha ist eine von zwei Produktionsstätten in Deutschland der Jeka Kerzen GmbH, die ihren Sitz und eine weitere Produktionsstätte im österreichischen Haumanstätten bei Graz hat. Das Unternehmen besteht seit 1981 und befindet sich in Familienbesitz, 2002 wurde die Gothaer Kerzenfabrik, in der seit über 60 Jahren Kerzen produziert werden, übernommen und 2007 die Ebersbacher Kerzenfabrik. Gefertigt werden alle Kerzen, die man so braucht 🙂 – ich habe mich mit Adventskerzen und sehr schönen Kerzen zum Verschenken eingedeckt, wie die aussehen, kann ich nun mal nicht vor Weihnachten zeigen 🙂 Besucht die Fabrik doch selbst und guckt, was es auf dem Kerzenflohmarkt gibt. Ich nehme auf jeden Fall eine schöne mentale und physische Erinnerung mit! © 2019 Birgit Ebbert www.birgit-ebbert.de

Informationen zum Werksverkauf in Gotha