(12.02.2014) Am kommenden Sonntag erwartet kleine und große Hagener im LutzHagen die Uraufführung des Umweltstücks „Lucy und der Wasserschaden“. Viele kleine Hagener und manche große Hagener kennen Lucy bereits aus den ersten beiden Stücken: „Lucy, die Killermücke“ und „Lucy und der Hungerbauch“. Nun ist die Trilogie also komplett. Nachdem Lucy sich im ersten Stück mit Fragen der Erderwärmung konfrontiert sah und im zweiten Teil eine Lösung für das Welthungerproblem im Kleinen suchte, sind es nun die Wasserzocker, die ihr Sorgen bereiten. Kaufen sie doch mehr Wasservorräte, als sie selbst benötigen, und nehmen damit anderen Menschen das Wasser weg. Sie verkaufen das Wasser zwar, aber zu Preisen, die sich nicht jeder leisten kann. Da ist guter Mückenrat teuer.

Wie Lucy mit dem Problem konfrontiert wird, weiß ich auch noch nicht. In dem Pressegespräch im LutzHagen erhielten wir Lucy-Newbies vor allem einen Crashkurs in Sachen „Killermücke“ und einen kleinen Abriss des Grundproblems der Wasserzocker, das Werner Hahn, Autor und Regisseur in Personalunion, in den Mittelpunkt des Stückes rückte.

Die Geschichte der Wasserzocker ist schnell erzählt: Es gibt Unternehmen, die Wasservorhaben aufkaufen und auf dem Weltmarkt teuer anbieten. Das ist keine Fantasie, sondern harte Realität – für Konzerne und die Menschen, die sich das Lebensgut Wasser nicht mehr leisten können. Diesen Zusammenhang will das Stück „Lucy und der Wasserschaden“ Kindern ab dem Vorschulalter nahebringen.

Im Mittelpunkt des Stückes steht Lucy, die Killermücke. Wer nun denkt, es sei eine mörderische Mücke, die ihre Feinde zu Tode sticht, zeigt nur, dass er schon von der medialen Welt geprägt ist und die Erwachsenenbrille trägt. In Wirklichkeit ist Lucy nämlich eine Mücke, die wie alle Mücken mit einem Stich dafür sorgen kann, dass es kitzelt oder eben killert, wie es in der Sprache mancher Kinder heißt. (In meiner Kindersprache nicht, das muss ich zugeben. Ich weiß es, weil ich einen Onkel habe, den wir als Kinder „Kitzel-Onkel“ und nicht „Killer-Onkel“ genannt haben und damals hätte bei „Killer-Onkel“ noch niemand an Mord und Totschlag gedacht!)

Killermücke Lucy sorgt mit dem, was sie erlebt, im übertragenen Sinne dafür, dass es juckt. Im Kopf nämlich, wenn man sich klar macht, wie nachlässig wir heute mit der Welt umgehen. Dabei können wir durch kleine Verhaltensänderungen dazu beitragen, die Welt zu retten. In dem Theaterstück, so betont Werner Hahn, erleben die Kinder, was sie tun können, um die Welt ein klein wenig besser zu machen. Dank didaktischer Materialien für Pädagogen können die Erwachsenen im Umfeld diese Hinweise ggf. im Gespräch oder anderen Formen der Nachbereitung hervorheben – und tun es wohl auch. Zumindest nach den letzten Stücken, wie Zusendungen von Briefen und Zeichnungen bestätigen.

Auch wenn die meisten Vorstellungen vormittags sind und von Kindergärten und Schulen besucht werden, sind Eltern und Großeltern, Tanten und Onkel mit Kindern herzlich willkommen. Für sie finden spezielle Nachmittagsvorstellungen rund um den Weltwassertag am 22. März statt. An dem Wochenende besteht sogar die Möglichkeit, an jedem Nachmittag eine andere Folge mit Lucy, der Killermücke, zu erleben. Vor allem aber ist die Premiere und Uraufführung am 16. Februar um 11.00 Uhr offen für Familien mit Kindern. Das wird sicher ein ganz besonderes Ereignis, auf das ich schon neugierig bin, nachdem ich heute mit Lucy bekannt gemacht wurde.

Gespannt bin ich natürlich auf das Stück, aber auch auf die Musik von Hans Steinmeier, der seit vielen Jahren für das LutzHagen komponiert, und darauf, wie es dem Bühnenbildner Jeremias H. Vondrlik und der Technik gelingt, aus der sieben mal zehn Meter großen Bühne einen Lucy-Kosmos zu schaffen. Fortsetzung folgt – von meinen Erfahrungen mit Lucy auf jeden Fall, ob auch von Lucy, das war nicht zu erfahren. Man weiß ja nie, was Killermücken als nächstes tun! © Birgit Ebbert

Vorstellungstermine „Lucy und der Wasserschaden“:
18., 19., 20., 25., 26. und 27. Februar jeweils um 10.00 Uhr sowie am 23. März um 16.00 Uhr

Außerdem:
21. März, 16.00 Uhr,  „Lucy, die Killermücke“ (1. Teil der Trilogie)
22. März, 16.00 Uhr, „Lucy und der Hungerbauch“ (2. Teil der Trilogie)

Weitere Informationen www.theaterhagen.de