Einmal sollte man … Mascha Kaléko

Indra Janorschke als Mascha Kaléko… lesen oder hören oder erleben.
(19.03.2018/ 25.09.2013/09.11.2012) Gelesen habe ich alles von Mascha Kaléko schon vor Jahren, als ich mitbekam, dass ihre Gedichte oft mit Erich Kästner verglichen wurden.
Gehört und erlebt habe ich sie jetzt erneut im Theater an der Volme bei der Premiere zur Wiederaufnahme des Programms „Mascha Kaléko“, das vor fünf Jahren bereits mehrmals aufgeführt wurde. Was mir dieses Mal aufgefallen ist, wie aktuell Mascha Kaléko in ihren Texten, die teilweise 80 oder 90 Jahre alt sind, war. Sei es „Die Leistung der Frauen in der Kultur“ oder „Emigrantenkind“. Selbst als „Flüchtlingskind“ aufgewachsen verharrt sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten trotz Schreibverbot bis zum letzten Moment, ehe sie emigriert, weil sie ihrem Kind das Schicksal eines „Emigrantenkindes“ ersparen möchte. Ihr Leben als Emigrantin wirkt wie ein Abbild des Lebens, das heutige Flüchtlinge quält, keine Sprache, keine Arbeit, keine Freunde, kein Geld. Ein sehr aktuelles Programm!

Mascha Kaléko im Theater an der Volme

Ich bin heute noch genauso beeindruckt wie vor fünf Jahren und ehe ich „Das lyrische Stenogrammheft“ und andere Bücher wieder aus dem Regal hole, ist hier eine kleine Hommage an Indra Janorschke und Dario Weberg, die Maschas Leben und Werk treffend analysiert, schlüssig zu einem Schauspiel verbunden und eindrucksvoll inszeniert haben.
Über dem Stück schwebte das Bild der Mascha Kaléko mit ihrem nachdenklichen Blick voller Melancholie, mit dem sie die Welt betrachtet hat. Gleich mit ihrem ersten Werk „Das lyrische Stenogrammheft“ hat sie die Literaturwelt erobert, doch der Erfolg endete schleichend, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen.

Indra Janorschke schafft es, Mascha zum Leben zu erwecken. So manches Mal fühlte ich mich als Mäuschen in ihrer Wohnung im Berlin der 30er Jahre oder in New York, wo sie nach ihrer Flucht aus Deutschland vorübergehend ein Zuhause fand. Mit einer geschickten Musikauswahl gelingt es, uns Zuschauer in Maschas jeweiliges Lebensumfeld zu versetzen.Da das Stück vor allem von Mascha Kaléko handelt, gibt es für Dario Weberg nicht so viele Szenen, doch auch seine Rezitationen von Kaléko-Gedichten und seine Darstellung von Maschas großer Liebe und zweitem Ehemann Chemjo Vinaver zogen in den Bann.

Kurzum, eine gelungene Inszenierung, der viele Zuschauer zu wünschen sind, dem Theater an der Volme, den Schauspielern, Mascha Kaléko und Hagen zuliebe.
Bleibt mir nichts anderes, als mich zu wiederholen:
Einmal sollte man … Mascha im Theater an der Volme erleben.
Einmal sollte man … ist der Titel eines Gedichtes von Mascha Kalékos, das mich seit Jahrzehnten durchs Leben begleitet. Das als Erklärung für alle, die Mascha Kaléko nicht kennen. All jene Besucher der Aufführung werden übrigens mit einem kleinen Abriss über Maschas Biografie ins Stück eingeführt.

Das Leben von Mascha Kaléko

Link zur Website über Mascha Kaléko

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