Manche Kindheitsträume schweben am Himmel(15.01.2012) In den letzten Monaten habe ich zwar viel geschrieben, das meiste war aber für diesen Blog nicht spannend genug – es sei denn, jemand interessiert sich brennend für mathematische Frühbildung oder PR in der Kita. Zu anderen Projekten darf ich noch nichts schreiben, weil sie erst in einigen Monaten veröffentlicht werden, obwohl es mich wirklich in den Fingern gejuckt habe. Aber so ist das Autorenleben nun mal, man schreibt im stillen Kämmerlein und irgendwann steht das Ergebnis auf einmal in der Buchhandlung.

Aber über mein eigenes Projekt darf ich schreiben, was ich möchte, mein Kindheitstraum-Projekt. Das ist leider etwas untergegangen, dabei sind inzwischen einige interessante Kindheitsträume eingegangen. Manche sind eher amüsant, andere tiefgründig.

Unter www.kindheitstraum.wordpress.com könnt ihr sie nachlesen und vielleicht regen die Texte dort euch an, über eure Kindheitsträume nachzudenken. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass es solche Träume sind, die einen antreiben und das müssen gar nicht große Lebenspläne sein. Schon der Traum von einer Reise in ein bestimmtes Land oder etwas zu erleben setzt Energien frei, die wir sonst vielleicht nicht haben. Das sieht man doch schon bei Krabbelkindern, wie sie sich anstrengen, wenn sie etwas entdecken, das sie gerne haben möchten. Alle Grundfertigkeiten, die wir beherrschen, haben wir gelernt, weil wir sie beherrschen wollten.

Hans Christian Andersen hatte auch einen Traum, den er in seiner Biografie geschildert hat:

„Da meine Mutter jetzt aus das Entschiedenste verlangte, dass ich in die Schneiderlehre gegeben werden sollte, bettelte und quälte ich sie, mich doch lieber nach Kopenhagen, das damals in meinen Augen die größte Stadt der Welt war, reisen und dort mein Glück versuchen zu lassen.

‚Was soll dort aus dir werden?‘, fragte meine Mutter.

‚Ich will berühmt werden!‘, antwortete ich und erzählte ihr, was ich über merkwürdige Männer gelesenhatte, die in Armut geboren waren. ‚Man macht zuerst so grässlich viel durch‘, sagte ich, ‚- und dann wird man berühmt.‘ Es war ein völlig unerkärlicher Trieb, der mich beherrschte.“

( zitiert nach Erling Nielsen: Andersen. Reinbek: rororo bildmonographie 6. Aufl. 2005)