(24.11.2013) Der heutige Tag war noch einmal gespickt mit so vielen Anregungen, dass ich gar nicht weiß, wie ich diese in einem Beitrag unterbringen soll. Eigentlich werde ich damit keinem gerecht, deshalb wird dies nur ein kurzer Streifzug durch den Tag und es folgen nach meiner Rückkehr ausführliche Beiträge über die Veranstaltungen.

Der Vormittag begann mit einer Lesung von Inge Jens, die aus einem Buch über Thomas Mann las, dessen Titel ich nicht verrate, weil ich dazu einen ganz besonderen Blog-Beitrag im Kopf habe. Nach der fesselnden Lesung, durch die ich mich in die 20er und 30er Jahre zurück versetzt sah, plauderte Inge Jens mit Dr. Christian Schenk und Manfred Mai über die Familie Mann und das Buch. Ich hatte anschließend Gelegenheit, ein wenig mit ihr zu sprechen, nicht nur über das Buch, sondern auch über das Leben und Anneliese Knoop-Graf, mit der sie vor rund 25 Jahren zusammen die Briefe von Willi Graf, einem Mitglied der Weißen Rose, veröffentlicht hat. Ich war damals bei der Buchpräsentation zugegeben und habe mich besonders gefreut, noch ein wenig über die Hintergründe zu erfahren.

Von Inge Jens, Thomas Mann und der Weißen Rose ging es weiter zu Manfred Mai, der aus seinem Buch „Verkauftes Glück“ las, durch das ich überhaupt erst von der Existenz der „Schwabenkinder“ oder „Schwabengänger“ erfahren habe. Eine Geschichte für ältere Kinder, die erzählt, wie Kinder vor 150 Jahren aus dem Bergdorf Galtür zu Fuß nach Schwaben geschickt wurden, um dort Geld zu verdienen. Ein Beispiel, das für mich zeigt, dass wir kein Recht haben, mit den Fingern auf Familien in anderen Ländern zu zeigen, die ihre Kinder arbeiten lassen. Wie heißt es so schön: Streckst du einen Finger aus, zeigen drei zu dir zurück. Die Lesung war also keine leichte Kost, Manfred Mai schaffte es aber, das Publikum dennoch durch seine mitreißende Darbietung, Fragen und gelegentliche Erläuterungen zu unterhalten. Wenn die Situation im Buch gar zu drückend war, sorgte Martin Lenz mit eingängigen und zugleich tiefgründigen Songs für Entspannung. Auch zu Manfred Mai habe ich noch zwei Beiträge geplant, nachdem ich es in den 10 Tagen nicht geschafft habe, ihn in Ruhe zu interviewen, habe ich ihm heute noch ein paar Antworten auf meine Fragen abschwatzen können und dabei erfahren, dass sein allererstes Buch bei mir zu Hause im Regal steht.

birgit-ebbert_endspurtIMG_1007Den Abschluss der Literaturtage bildete heute Abend die köstliche Lesung von Jutta Speidel und Bruno Maccalini. Schon beim Lesen des Buches habe ich mich köstlich amüsiert, wie die beiden dann die unterschiedlichen Sichtweisen der Schiffsreise dargeboten haben, war herrlich.

Der Abend finge mit einem kleinen Geplänkel darüber an, ob mehr Männer oder Frauen im Saal wären und wer die meisten Fans angezogen hätte. Ich glaube, es waren mehr Frauen, ich konnte nicht herausfinden, ob sie wegen Jutta oder Bruno gekommen waren. In einem bin ich mir aber sicher, selbst, wenn sie wegen Jutta gekommen waren – nach dem Abend waren sie auch Bruno-Fans. Ich zumindest war hingerissen von seinem italienischen Augenrollen und den Gesten, den Versprechern, selbst wenn sie möglicherweise bewusst platziert waren. Die beiden wirkten so echt und überzeugend, dass man sich fast nicht vorstellen konnte, dass es sich um eine Inszenierung handelt.

Eine Abschlussveranstaltung, die noch einmal das Thalia-Theater in Tailfingen gefüllt hat.

Nun werde ich bei einem Sekt, den die reizende Familie Bäuml für mich zum Abschied vorbereitet hat, den Abend ausklingen lassen und die zehn Tage Revue passieren lassen.