(21.03.2014) So, der Kleinkram, der sich in einer Damenhandtasche befindet, ist umgepackt – in eine rote Tasche. Zum Glück habe ich eine in meinem Schrank gefunden, obwohl ich nicht unbedingt einen Taschentick habe. Aber das Projekt finde ich doch so witzig, dass ich daran teilnehmen wollte. Viele Frauen wissen, was es bedeutet, wenn an einem Tag im Jahr überall Frauen mit roten Handtaschen oder auch Tragetaschen umherlaufen. (Ich bin gespannt, ob ich in Hagen welche sehe!) Dann ist Equal Pay Day. Das ist der Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um das Gehalt zu erreichen, das Männer im Vorjahr verdient haben. Also ein Jahr und in diesem Jahr 90 Tage, wenn ich mich nicht verrechnet habe.

Die Gründe für die ungleiche Bezahlung sind sicher vielfältig, sie liegen in der Gesellschaft und den traditionellen Frauenbildern, wie sie in manchen Köpfen – auch der Manager-Männer, die noch immer in der Überzahl sind – weiterhin spuken. Aber auch die Frauen tragen sicher ihr Scherflein dazu bei, dass sich nur langsam etwas ändert, weil sie ungern über Geld sprechen, Geld ihnen nicht so wichtig ist wie andere Faktoren oder sie ihre Leistung einfach zu niedrig bewerten.

Am Dienstag sind rund 60 Frauen aus Hagen und Umgebung auf ganz neue Art der Sache auf den Grund gegangen. Im Kulturzentrum Pelmke näherten sie sich auf Einladung des  Kompetenzzentrums Frau & Beruf der agentur mark, der Gleichstellungsstelle der Stadt Hagen und den BusinessfrauEN Hagen-Ennepe-Ruhr-Kreis humoristisch dem Thema. Keine schlechte Basis, wo im Humor doch immer ein Fünkchen Wahrheit steckt. Und dieses Fünkchen Wahrheit hat Britta Lennardt, Comedienne aus Witten, gut verpackt, als sie in die Rolle einer Hausfrau und Mutter schlüpfte, die sich auf der Bühne selbst verwirklicht.

Mit Witz und Esprit hielt sie den Frauen einen Spiegel vor und zeigte, wie „Frauen“ im Schatten ihrer Männer oder Mütter, Schwiegermütter oder Freundinnen stehen und ihre Wünsche und Forderungen dabei auf der Strecke bleiben. Dass Britta Lennardt mit ihren Szenen und Songs den Nerv der Zuschauerinnen getroffen hat, zeigten die „Zugabe“-Rufe am Ende der Vorstellung. Und manche der Besucherinnen wird spätestens beim Hausputz am Wochenende noch einmal schmunzelnde „Wisch mich, wisch mich“ murmeln, grinsen, wenn am Telefon ein „Nie rufst du mich an“, lächeln, wenn es am Mittagstisch heißt „Iih, das mag ich nicht“ und laut lachen, wenn …

Alles will ich auch nicht verraten, schließlich ist Britta Lennardt mit ihrem Programm „Frauen“ in ganz Deutschland mit Schwerpunkt im Ruhrgebiet unterwegs. Wer die Gelegenheit hat, es anzusehen, sollte sie nutzen, schon um sich am „Rabenmütter-Blues“ und anderen witzigen Songs zu freuen und an Peter, der in Gestalt eines Hutes auf der Bühne erscheint und sich ansonsten dadurch hervortut, dass er sich aus dem Off in eine Pause verabschiedet. Ein gelungener Abend mit Britta Lennardt, die mit ihrem Mann seit zehn Jahren auf der Bühne steht.

Begonnen hat alles mit dem Programm „Elternabend“, das auf der Couch entstand, als die beiden nach der Geburt ihres Kindes die Elternklischees nicht mehr ertragen konnten. Inzwischen gibt es fünf verschiedene Programme mit Szenen, die aus dem Leben gegriffen sind und die Zuschauer gleichzeitig erheitern und nachdenklich stimmen. Ein Comedy-Programm ist ein wunderbarer Anlass dafür und vielleicht sogar der Startpunkt, um das eine oder andere Verhalten abzustellen. Ich zumindest habe meinem Parkett bereits erklärt, dass es mit seinem „Wisch mich“ bei mir keine Chance mehr hat!

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