(06.07.2013) Mein innerer Countdown für die Buchpremiere am Mittwoch läuft, ich sitze an den Lesungsvorbereitungen. Inzwischen habe ich schon die Textstellen ausgewählt, die ich lesen werde. Den gestrigen Abend habe ich damit verbracht, Postkarten zu basteln, schließlich besteht ein Teil meines Romans aus Postkarten-Texten. Die möchte ich natürlich authentisch vorlesen.
Die Plakate über die Bücherverbrennung 1933, die ich vom Bayrischen Haus der Geschichte bekommen habe, werden gerade laminiert, damit ich sie nicht nach der Buchpremiere schon entsorgen muss. (Ein Tipp für alle, die Plakate in DIN A0 laminieren möchten: www.printfactory.de, sehr praktisch, dass es einen solchen Anbieter in Hagen gibt.)

Inzwischen ist auch klar, wer die Lesung musikalisch einrahmen wird, damit ich zwischendurch mal durchatmen kann. Durch das benötigte Klavier ist auch die Aufteilung der Leseplätze auf der Bühne vorgegeben. Doch dazu verrate ich jetzt nichts, schließlich soll die Lesung noch ein bisschen überraschend werden.

In jedem Fall muss ich mit dem Auto vorfahren, obwohl ich das Theater zu Fuß erreichen könnte; einige meiner Bücher dürfen nämlich mit. Jene Bücher, die durch einen Zufall oder glückliche Bücher-Eltern den Flammen entkommen sind. Das sind Buchausgaben, die vor 1933 gedruckt wurden und deren Auflagen-Geschwister irgendwo in Deutschland verbrannt wurden. Ich habe vor Jahren bereits mit dem Sammeln solcher Bücher begonnen und die Sammlung in diesem Jahr aufgestockt. Unter anderem um eine frühe Ausgabe von Erich Kästners „Lärm im Spiegel“ und Erstausgaben von Nathan Asch „Der 22. August“, Ernst Gläser „Jahrgang 1902“ und Erich Maria Remarque „Der Weg zurück“.
Nun werde ich das Bügelbrett hervorholen und den Vortrag üben wie ich seit meiner ersten Büttenrede vor fast 40 Jahren jeden Vortrag trainiert habe. Morgen folgt dann Stufe 2, da übe ich Bücher zu signieren.