(17.05.2014) Puh, da habe ich mich auf etwas eingelassen. Ab sofort lautet meine oberste Regel: Erst denken, dann schenken. Ok, eigentlich sollte es heißen, erst denken, dann handeln, aber ich bin im Lyrik-Fieber, da kann das schon passieren. Warum ich im Lyrik-Fieber bin und warum ich ab sofort erst denke, ehe ich etwas zusage?

Ich habe den Nachmittag damit verbracht, einen Text zum Lebenstraum zu schreiben, den ich vermutlich nicht vorlesen kann, weil er viel zu lang ist für die morgige Lesung in Kooperative K. Die Besucher kommen schließlich, um die Kunstwerke anzuschauen und den Künstlern über die Schulter zu sehen und nicht, um meiner völlig irren Fahndungsgeschichte mit Inspektor K. zu lauschen.

Und dennoch zeigt diese Erfahrung, dass es immer das Fälligste ist, was einem zufällt. Ehe ich diese verrückte Geschichte geschrieben habe, hatte ich nämlich eine viel bessere Idee. Untermengen-Lyrik! Falls es das Wort noch nicht gibt, sichere ich mir hiermit die Urheberschaft. Eigentlich ist Untermengen-Lyrik ganz einfach. Einen Teil davon setze ich sogar in Schreibwerkstätten, bei Preisausschreiben oder zur Entspannung ein.

Man nehme ein Wort, zerlege es in seine Buchstaben und setze die Buchstaben neu zusammen. Es müssen nicht alle Buchstaben in den Wörtern vorkommen, aber es dürfen auch keine zusätzlichen Buchstaben verwendet werden. Die Basis des Gedichts sind also die Buchstaben des Titels. Dabei dürfen Umlaute auch in Computerschreibweise mit e geschrieben werden: ae, oe und ue. Vorausgesetzt natürlich, in dem Wort kommt ein e vor.

So habe ich das Wort „Lebenstraum“ zerpflückt und viele Wörter neu zusammengefügt. Ich war verblüfft, dass dabei tatsächlich etwas Vorlesbares zustande kam. Und ich bin süchtig geworden. Sofort habe ich auch andere Wörter zerlegt und neu zusammengesetzt. Daraus dann ein Gedicht mit Sinn hinzubekommen, das ist meine neue Form der Entspannung.

Die werde ich morgen früh sicher auch benötigen, wenn ich in Gedanken hin und her bewege, ob ich nun das Gedicht oder die Geschichte lese. Ich werde das spontan entscheiden. Auf jeden Fall weiß ich schon, was ich mit dem Gedicht mache. Aber das kann ich nicht verraten, denn das ist erst Thema eines späteren Blogbeitrags. © Birgit Ebbert

Ort & Zeit meiner Lesung

11.15 Uhr Kooperative K in Hagen, Karlstraße 26.
Der Rundgang dauert von 11.00 bis 15.00 Uhr.

Kooperative K

Besuch in der Kooperative K am letzten Mittwoch

Fotos aus dem Atelier