(09.07.2013) Vor einiger Zeit habe ich hier euphorisch das Buch „Lob der Faulheit“ vorgestellt. Pah! Jetzt erlebe ich gerade, den Fluch der Faulheit. Ich finde in meinen Bücherregalen kaum Bücher mit Widmungen von Autoren. Weil ich zu faul war, mich nach Lesungen in die Warteschlange zu stellen. Vermutlich eine Spätfolge meines Autogramm-Sammelns in der Hitze bei der 750-Jahr-Feier meiner Heimatstadt Borken. Schon, dass ich mich so genau erinnere, lässt erahnen, welchen nachhaltigen Eindruck das hinterlassen hat.

Nun stehe ich da und suche nach Ideen, wie ich meinen Roman „Brandbücher“ signiere und finde keine Anregungen. Bei den Kinderbüchern ist das einfach, da denke ich mit fix ein „Namengedicht“ aus, das korrekt Akrostichon heißt, und schon sind alle glücklich – die kleinen Leser und die Autorin.

Erwachsene werde ich damit kaum glücklich machen. Also schaue ich auf die magere Ausbeute meiner signierten Bücher:

Am 26. Juni 1979 hat Josef Reding in „Schonzeit für Pappkameraden“ geschrieben: „Für Birgit! Josef Reding“. Mein erstes signiertes Buch, irgendwo habe ich noch einen Brief von Josef Reding, dem ich kurz nach der Begegnung im Niels-Stensen-Haus in Worpswede geschrieben habe. Jetzt wo mein erster Roman erscheint, kann ich es ja verraten: Ich habe ihn gefragt, wie man Schriftsteller wird. Und er hat geantwortet!

Im Sommer 1986 hat Tilman Röhrig in seinen Jugendroman „Neuschnee“ geschrieben: „Für Birgit immer Dein Tilman Röhrig“. Das war anlässlich der Buchpremiere des Romans in der Bonner Stadtbücherei gleich um die Ecke des Studentenwohnheims, in dem ich damals wohnte. Beruhigend zu sehen, dass man den Namen erraten muss, dann kann ich doch darauf verzichten, eine Woche lang zu üben, meinen Namen lesbar zu schreiben.

Vom 25. Juni 1998 ist die Signatur von Kerstin Gier in „Die Laufmasche“: „Für Birgit Ebbert Kerstin Gier“. Zu diesem Buch kam ich auf eine sehr witzige Weise. Der Bertelsmann Club wollte damals SchreibClubs ins Leben rufen und ich habe mich – frisch ins Ruhrgebiet eingewandert – gleich mal zu dem Treffen im Ruhrgebiet angemeldet. Es gab ein Treffen, bei dem Kerstin Gier aus eben jenem Buch las, um uns zu ermutigen. Die Idee ist – zumindest im Ruhrgebiet – von allen Seiten im Sande verlaufen, aber vielleicht erkundige ich mich doch mal – 15 Jahre später – beim Club, was aus dem Projekt insgesamt geworden ist.

Tja, die letzte Signatur stammt von Dieter Hildebrandt, der in der Mayerschen Buchhandlung in Bochum aus seinem Buch „Vater unser – gleich nach der Werbung“ gelesen hat. Da habe ich mich in die Schlange gestellt, aber wenn ich mir jetzt das „Dieter Hildebrandt“ in dem Buch anschaue, frage ich mich, ob sich das gelohnt hat. Ich erinnere mich nicht an die Lesung, allenfalls an meine Begleitung.

Nun fällt mir doch noch ein signiertes Buch ein: “ Ein Revier für die Kultur. Ruhr 2010. Kulturhauptstadt Europas.“ Herausgeberin ist Marie-Luise Marjan und sie hat mir das Buch mit „Für Birgit Marie-Luise Marjan“ signiert und ein Herzchen darunter gemalt. Das war eine interessante Veranstaltung mit Marie-Luise Marjan, Ludger Stratmann, Manni Breuckmann und anderen Autoren des Buches. Schneechaos im Ruhrgebiet, fast wäre ich selbst mit dem Zug nicht angekommen, da hätte ich wirklich etwas verpasst.

Ich glaube, ich weiß jetzt, was ich schreibe, das verrate ich natürlich nicht, es soll ja eine Überraschung werden. Aber wenn ich so nachdenke, dann finde ich es doch nicht mehr so blöd, dass ich nur wenige signierte Bücher habe. Die wenigen sind fast mit schönen Erinnerungen verbunden und das ist letztlich wichtiger als eine Unterschrift.

Trotzdem freue ich mich darauf, meine Bücher zu signieren und hoffe, dass meine Lesungen und die Begegnungen mit mir schöne Erinnerungen werden.