Buchmesse(15.10.2017) Am Freitag habe ich einen Tag auf der Buchmesse verbracht, dem letzten Tag für Fachbesucher, an den Tagen ist es nicht ganz so voll wie am Wochenende und dieses Jahr bin ich auch nicht von einer Schulklasse überrollt worden.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Als Autorin ist die Buchmesse jedes Jahr eine Achterbahn der Gefühle. Einerseits ist es toll, die vielen Bücher zu sehen, andererseits demotiviert die Fülle der Bücher auch, weil ich mich frage, wie meine Geschichte da gefunden werden soll. Dieser Gedanke wird noch dadurch unterstrichen, dass es nicht nur, aber doch häufig die Autoren sind, die anderswo prominent auftauchen – sei es in Fernsehen, Politik, Film oder Sport – die gehyped werden und wegen denen die Menschen sich zur Seite schubsen. Da freue ich mich dann, wenn ich sehe, dass ein „Nur-Autor“ von begeisterten Kindern umringt und die Besucher für die Signatur einer „Nur-Autorin“ Schlange stehen. Ich habe mir diese Schlangen geschenkt und bin nur am Stand von Gisela Kalow stehengeblieben, die – wie ich jetzt gerade feststellte – auch Bücher im Eigenverlag namens Kuse Verlag veröffentlicht und an ihrem Stand gezeichnet hat, leider hatte ich nicht genug Zeit, um das Bild von Corvos Verwandten fertig zu sehen. Jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht geblieben bin, um sie über ihren Eigenverlag zu befragen. Das kommt auf die Todo-Liste.

Zukunftsorientierte Gespräche

Der Besuch der Buchmesse war für mich in diesem Jahr nicht nur nice-to-have, ich hatte einige Termine bei Verlagen, mal sehen, was aus den Gesprächen wird. Ich war bei einem Verlag, für den ich schon Projekte realisiert habe, das aktuelle wird gerade gezeichnet und ist selbst bei den kritischen Personen im Haus gut angekommen, weshalb wir schon mal über ein neues Projekt nachgedacht haben. Dann war ich bei einem Verlag, in dem ich bisher noch nichts veröffentlicht habe, wir haben die Möglichkeiten ausgelotet und beschnuppert und ich habe ein paar Ideen dort gelassen und eine Anregung mitgenommen. Schließlich war ich beim Empfang zum 25-jährigen Jubiläum der Für Dummies-Reihe, die MitarbeiterInnen des Wiley-Verlages hatten sich für das Get-together der AutorInnen etwas Schönes ausgedacht: Jeder Autor hatte in knallgelbes Namenschild mit dem Cover seines Buches drauf. Schön, dass hier auch an die Autoren gedacht wurde und vielleicht finde ich ja doch noch ein neues Thema, zu dem es kein Für-Dummies-Buch gibt, Papierfalten ist ja leider schon erschienen. Natürlich war ich auch beim Lingen-Verlag und habe mir das hübsche neue Geschenkpapier angeschaut, das man so wunderbar verfalten kann, und Katja Haas beim Live-Handlettering über die Schulter geschaut und am liebsten eine der hübschen Pappschreibmaschinen gemopst hätte 🙂

PapierZen-Recherche

Während ich vor, zwischen und nach den Gesprächen durch die Hallen ging, habe ich natürlich immer die Augen aufgehalten für Faltelemente an Ständen, für Bücher zum Papierfalten und für Verlage, in denen es noch keine Bücher zum Papierfalten gibt J Aufgefallen ist mir, dass inzwischen nahezu jeder größere Kinderbuchverlag Bücher oder sogar eine Reihe zur kreativen Beschäftigung hat. Da werde ich auf jeden Fall vorsprechen, denn in dem Bereich würde ich gerne Bücher entwickeln und schreiben. Völlig geflasht hat mich der koreanische Verlag Jong le Nara, der fast ausschließlich – ja wirklich – Bücher mit Anleitungen und Anregungen zum Papierfalten anbietet, zum einen für die Arbeit der Schulen in Korea und zum anderen für das Falten zu Hause. Auf der Frankfurter Buchmesse war der Verlag erstmals vertreten, ein Teil der Bücher ist auf Englisch erschienen, aber noch keines auf Deutsch. Den Verlag gibt es seit 1972, da ist er angetreten, um Koreas Ruf als beste Nation für Papierfalten und Papierkultur zu verbreiten und zu unterstützen. An dem Stand hätte ich mich einen ganzen Tag aufhalten und jedes Buch durchblättern können. Manche Faltfiguren kannte ich natürlich, aber die Erdbeeren von dem Foto hatte ich noch nie vorher gesehen. Falls jemand Kontakte zu Korea hat und mir die Bücher besorgen kann, bitte melden 🙂 (In dem Katalog gibt es zum Beispiel auch „Paper Folding for Church“, irre, oder?)

Ihr seht, ich bin voller Ideen und Inspirationen nach Hause gefahren, vom Freitag, dem 13., habe ich nichts bemerkt, die Fahrt war entspannt, die Gespräche waren schön, eine kleine Auszeit, die mich dann doch motiviert hat, weiterzumachen, vielleicht finde ich ja doch noch eine zündende Kreativ-Idee für einen Bestseller 🙂 © Birgit Ebbert

PS: Ja, und natürlich habe ich auch noch mal eben nachgesehen, ob meine zuletzt erschienen Bücher den Weg zur Buchmesse gefunden haben 🙂