(26.03.2019 In der letzten Woche war ich – zumindest vom Zuhörerplatz aus – gleich zweimal auf Kreuzfahrt, mal sehen, ob ich dann doch mal eine echte Kreuzfahrt für 2020 plane 🙂 Montags war ich bei der Lesung von Wladimir Kaminer zur Eröffnung der Literaturtage in der Stadtbücherei. Auf humorige Weise hat er erzählt und gelesen, was er bei seinen Kreuzfahrten wahrgenommen und erlebt hat.

Frieders fürchterliche Flitterwochen

Am Freitagabend hatte dann die neue Komödie von Stefan Schroeder Premiere im Theater an der Volme: Frieders fürchterliche Flitterwochen: Das Schiff der Träume. Frieder Lotte und seine frischgebackene Ehefrau Fridoline haben von den Eltern eine Kreuzfahrt auf der MS Hagen als Flitterwochen geschenkt bekommen. Eine schöne Idee, allerdings haben auch beide Elternpaare eine Reise gebucht und wer will schon Flitterwochen mit den Eltern verbringen. Dass die Anwesenheit der Eltern die kleinste Sorge ist, zeigt sich schon, als die ersten Elternteile aufeinandertreffen und sich erkennen. Ja, auch Eltern haben meist eine wilde Jugend hinter sich und nicht immer waren die Väter und Mütter die ersten Liebesbeziehungen. Man ahnt schon, dass Frieders Flitterwochen gleich mehrfach fürchterlich werden, zumal sich seine Frau deutlich zum Steward hingezogen fühlt. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Die Inszenierung

Trotz des Durcheinanders der Beziehungen zwischen den zwölf Personen, die auf der Bühne zu sehen sind, hält sich das Chaos in Grenzen. Eine herausragende Leistung der vier Darsteller, die oft nur einen Satz oder einen kurzen wortlosen Auftritt auf der Bühne in einer Rolle haben, abtreten und in einer anderen Figur wieder auftauchen. Dank geschickt ausgewählter Kostüme und den Eigenheiten, die Stefan Schroeder jeder Figur zugewiesen hat, behalten die Zuschauer stets den Überblick, wer auf der Bühne agiert und wer mit wem wann was gehabt hat. Alle vier Darsteller waren überzeugend, ob Ariane Raspe als Chefhostess Mirabelle soeie Mutter und Schwiegermutter, Simon Jakobi als Frieder und Chefsteward Ludger, Carola Schmidt als junge Ehefrau Fridoline und Schiffsärztin oder Dario Weberg, der mal als blinder Passagier über die Bühne schlich, als musikalischer Überraschungsgast auftrat, den Kapitän Horst Horsten verkörperte und die Väter des jungen Glücks. Sehr gelungen war auch das Bühnenbild, das schon beim Betreten des Theaters Urlaubsfeeling erzeugte und die musikalische Untermalung, die an Fernseherlebnisse erinnerte.

Eine amüsante Komödie zum Training der Lachmuskeln und zur Einstimmung auf die Urlaubszeit © Birgit Ebbert

Die nächsten Termine: 29.03., 06.04., 27.04., 24.05., 14.06.

Tickets & weitere Informationen: www.theaterandervolme.de