Theaterhunde unter sich(13.09.2015) Vier Jahre gibt es das Theater an der Volme erst in Hagen, kaum zu glauben, weil es so selbstverständlich klingt, als hätte es das schon immer gegeben. Vor einer Woche wurde Geburtstag gefeiert – mit einem als Sommerfest, bei dem der Regen sich aufführte wie die 13. Fee im Märchen. Er wartete hinter der Wolkenmauer die erste Hälfte des Programms ab und kam dann wetternd zum Vorschein. Doch bis dahin wurde, wer an einen Mantel gedacht hatte, gut unterhalten – bei der offenen Probe der Hagener Hommage an Edgar Wallace „Das Gasthaus an der Volme“, den Erzählungen von Friedel Hiersenkötter, einigen Kostproben aus dem aktuellen Programm von Dario Weberg und vielen Begegnungen, auch mit den Theaterhunden Hastings und Poirot. 🙂

Die Macher vom Theater an der VolmeMein Part war ja eigentlich, an der Sektbar zu helfen. Schließlich war ich als „Tagespraktikantin“ im Theater an der Volme angenommen worden. Zum Glück ahnte die Chefin vom Theater an der Volme Indra Janorschke schon, dass es mich nicht hinter dem Tresen hält, wenn es etwas zu fotografieren gibt. Also habe ich – nach einer kleinen Slapstickeinlage, bei der ich einem Gast mit dem Band meiner Kamera eine Bierbank zu Füßen warf – nur wenige Gläser Sekt ausgeschenkt und mich unter das Besuchervolk gemischt, um die Atmosphäre einzufangen und erste Fotos des neuen Stücks zu machen.

„Das Gasthaus an der Volme“

Das Schöne am Praktikantinnendasein war allerdings, dass ich hinter die Kulissen durfte. Dort traf ich Stefan Schroeder, den Autor des Stückes „Das Gasthaus an der Volme“, – beim Kuchenessen 🙂 – und habe die Gunst der Stunde genutzt, um herauszufinden, wer der Täter ist. Das hat er nicht verraten, allerdings ein wenig aus dem Schreibkästchen geplaudert, dass er zur Einstimmung aufs Schreiben als erstes alte Edgar Wallace-Filme angeschaut hat, deren Bücher er größtenteils schon als Jugendlicher gelesen hat. Davon inspiriert hat er sich daran gemacht, das Stück zu schreiben, dessen Idee im Wohnzimmer meiner Hagener Autorenkollegin Marlies Ferber entstand. Das hat er nicht erzählt, das habe ich miterlebt 🙂 Während die Damen mit den Hunden unterwegs waren, sponnen die Herren bei einem Getränk, dessen Namen ich vergessen habe, herum und am Ende stand die Idee im Raum.

Preview vom Gasthaus an der Volme

Nun ist das eine, etwas zu schreiben, knifflig wird es, das Geschriebene auf eine Bühne zu bringen, die nicht die Möglichkeiten bietet, die das Medium Film bereithält. Und auch hinter der Bühne im Theater an der Volme ist nicht soviel Platz, dass da 30 Schauspieler ein- und ausgehen können. Deshalb werden die 30 Rollen, die Stefan Schroeder vorgesehen hat, nun eben von vier Darstellern gespielt, die ersten 25 Minuten mit Indra Janorschke, Roman Weber (rechtes Foto), Lars Lienen und Dario Weberg durften wir beim Sommerfest sehen. Bereits da zeigte sich, welcher logistische Aufwand allein mit den Kostümen verbunden sein muss. Ich war schon vom Zuschauen erschöpft – besonders bei der Schlägerei, als Roman Weber sich selbst verprügeln musste. Ich bin sehr gespannt auf die Premiere am 18. September, für die es allerdings keine Karten mehr gibt. Zum ersten Mal seit Bestehen des Theaters sind die ersten fünf Aufführungen komplett ausverkauft – aber man kann ja zu Weihnachten auch – anderen oder sich selbst – Theaterabende im neuen Jahr schenken. 🙂

Friedel Hiersenkötter als GratulantProminente Gratulanten und Redner im Theater an der Volme

Nach diesem Ausschnitt, der später am Nachmittag wiederholt wurde, hatte Friedel Hiersenkötter (Foto rechts) seinen Auftritt – gleich mit seinem neuen Song, den er erst kurz zuvor bei Facebook gepostet hatte: „Flüssiget Brot“, und einigen Anekdoten aus dem Vertellken. Da fällt mir ein, dass ich doch ein Autogramm erobern wollte – so als Tagespraktikantin, das habe ich völlig vergessen. Wie ich überhaupt im Laufe des Tages vergessen habe, dass ich noch eine Aufgabe hatte.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz beim FestEs wurde gequatscht, gegessen, getrunken  und am Abend hatte ich statt hunderte Gläser Sekt zu verkaufen hunderte Fotos geschossen – vom Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der dem Theater an der Volme ebenso zum Geburtstag gratulierte wie der Vorstandsvorsitzende der Märkischen Bank Hermann Backhaus, von Christian Isenbeck als Vertreter der Elbershallen, der in seinem Grußwort auch berichtete wie es mit dem Kesselhaus weitergehen wird, und anderen Gästen – im nächsten Jahr verdinge ich mich gegen eine Spende als Hoffotografin 🙂

Gratulationen für das Theater an der Volme    Christian Isenbeck gratuliert dem Theater an der Volme

Dario Weberg als Heinz ErhardtNur von mir auf dem hübschen orangen Auto, das vom Feuervogel ausgeliehen wurde, habe ich kein Foto. Eine Aufgabe habe ich nämlich nicht vernachlässigt – als Glücksfee Lose zu ziehen. Keine leichte Aufgabe, weil es sehr viele tolle Preise gab. Ich zitiere eine Freundin: „Der Vormittag hat sich gelohnt, wenn ich sehe, was ich für 10 € Loseinsatz alles bekommen habe.“ Unter anderem Eintrittskarten fürs Theater an der Volme, fürs Spielcasino und fürs Tohuwabu übrigens. Nicht von mir gezogen! Als kleine Motivation für den Loskauf beim nächsten Fest für euch! Ich habe meine Bewerbung als Tagespraktikantin bereits abgegeben und freue mich jetzt erst einmal auf die Premiere vom „Gasthaus an der Volme“ am 18. September. Ich berichte dann 🙂 © Birgit Ebbert

Wer gerne wenigstens mal reinschauen möchte ins Theater an der Volme – zum Tag des offenen Denkmals besteht heute von 16.00 – 17.30 Uhr die Gelegenheit und wenn ihr schon mal dort sein, empfehle ich euch gleich die Komödie, die um 1800 Uhr auf dem Spielplan steht: Candlelight und Liebestöter.