(07.10.2018) Nun ist es abgeschlossen, mein Projekt „1.000 Kraniche falten für den Frieden“. Die 1.492 Kraniche sind auf dem Weg nach Japan zum Hiroshima Friedenspark, wo sie sich in eine Schlange stellen werden mit vielen anderen Kranichen. Als ich jetzt die Adresse suchte, sind mir wieder viele Projekte dieser Art auf der ganzen Welt begegnet und ich war begeistert, dass ich mit meiner Initiative hier in Hagen Teil davon war.

Die Legende der 1.000 Kraniche

Zur Erinnerung noch einmal kurz: Einer japanischen Legende zufolge geht ein Herzenswunsch in Erfüllung, wenn man 1.000 Kraniche faltet. Deshalb hat Sadako Sasaki, ein 12-jähriges Mädchen, das 1955 an den Folgen der Atombombe von Hiroshima tödlich erkrankte, versucht 1.000 Kraniche zu falten. Weil sie es nicht geschafft hat, haben ihre Freunde weitergefaltet. So wurde der Papierkranich zunächst ein Symbol für die Anti-Atomwaffen-Bewegung und ist heute ein Friedenssymbol. Jährlich falten auf der ganzen Welt Menschen allein oder in Gruppen 1.000 Kraniche für den Frieden, weil das ein Herzenswunsch ist.

Meine Aktion in Zahlen, Worten und Gesten

Vom 15. August bis zum 29. September 2018 habe ich im KunstSchaufenster der Rathausgalerie Hagen mit Hagenerinnen und Hagenern 1.000 Kraniche für den Frieden gefaltet, 1.462 waren es am Schluss mit Kranichspenden aus einer Grundschule, von der Autorenkollegin Alice Grünfelder aus der Schweiz und der Hagner Künstlerin Ate Depprich. Etwa 350 Menschen haben sich an dem Projekt beteiligt, indem sie mitgefaltet haben, die jüngste Falterin war vier Jahre und die älteste 90 Jahre alt. Darüber hinaus haben aber viele BesucherInnen der Rathausgalerie uns motiviert, indem sie uns oder mich angesprochen haben und einfach mal eben ins KunstSchaufenster gekommen sind, um mitzuteilen, dass sie das Projekt toll finden, aber entweder keine Zeit oder keine Nerven für das Falten eines Kranichs haben. Manchmal war es nur ein gehobener Daumen als Zeichen für Anerkennung und Motivation.

Ein Resumee

Ganz ehrlich, das Projekt war toll und mein größter Dank geht an die Rathausgalerie Hagen, dass sie mir das KunstSchaufenster für eine solche Aktion zur Verfügung gestellt haben. Das Projekt war aber auch ein wahnsinniger Kraftakt. Deshalb haben mir die kleinen Motivationsschübe durch die BesucherInnen und auch Kommentare bei Facebook sehr geholfen. Ich hätte gerne noch mehr dafür getan, dass die Aktion bekannt wird, aber meine Mutter ist am 11. August ins Krankenhaus gekommen und es war klar, dass kurzfristig ein erneuter Umzug anstand. So habe ich die Zeit, die ich für Kranich-PR gebraucht hätte, auf der Autobahn und in Borken verbracht. Umso schöner ist es, dass doch so viele Menschen kamen und die 1.000er-Marke geknackt wurde. Was vor allem bleibt ist die Erfahrung, dass es nicht immer (nur) die Freunde sind, die einen unterstützen und voranbringen, sondern Motivation oftmals von ganz anderer Seite kommt. Schon für diese Erkenntis hat sich der Aufwand gelohnt – und für das Erlebnis durch die Kranichketten zu gehen, das will ich auf jeden Fall noch einmal haben. Falls also jemand einen Raum weiß, der längere Zeit leerstehen wird – dafür würde ich gerne noch einmal 1.000 Kraniche falten 🙂 © Birgit Ebbert

Weitere Fotos finden sich in meinem Foto-Blog 🙂