(23.10.2018) Heute vor einem Jahr habe ich das erste Quadrat für mein Projekt „365Papersquares“ gefaltet, natürlich mit der Hoffnung, dass ich es wirklich 365 Tage schaffe, ein Quadrat zu falten.

Es kam alles anders

Meine Sorge damals war eher, dass mir keine neuen Inhalte für das Quadrat einfallen würden. Das war kein Problem. Nicht die Ideen waren knapp, sondern die Zeit. Manches Quadrat habe ich mit letzter Kraft gefaltet, nachdem ich 15 Stunden auf den Beinen war, Stunden im Stau stand und unzählige Taschen mit Habseligkeiten meiner Mutter aus meinem Elternhaus in ihre Wohnung, meine Wohnung oder an andere Orte getragen habe. In einer freien Stunde habe ich irgendwann einen ganzen Stapel Papiere vorgefaltet, nicht komplett, sondern die Grundform, die – fast jedes Quadrat hat.

Die Inhalte der Quadrate

Ehe ich das Projekt begann, hatte ich mir eine Liste gemacht, womit ich die Quadrate füllen könnte. In die Liste habe ich ein einziges Mal geschaut und gerade eben, um zu sehen, ob ich eine besonders kreative Idee vergessen habe J – über 40 mögliche Inhalte hätte ich noch abzuarbeiten. Aber das Projekt ist beendet und das nächste steht schon in den Startlöchern, ganz anders, aber nicht weniger spannend. Doch zu den Inhalten, da gibt es verschiedene Kategorien, von denen aus sich meist automatisch die Inhalte entwickelten:

Erinnerungen und Fundstücke, die tauchten in meiner Vorab-Liste gar nicht auf, diese Kategorie hat sich dadurch ergeben, dass ich mein Elternhaus ausgeräumt und wirklich jeden Schrank geöffnet und geprüft habe.

Gedenktage, auch die kamen in der Liste nicht vor, ob der Tag der Papiertüte oder der Emoji-Tag, der Welttag der Praline oder der Todestag von Herti Kirchner, sie und mehr waren Anlass für passende Inhalte im Quadrat.

Erlebnisse natürlich, mir kommt es ja so vor, als hätte ich das letzte Jahr auf der Autobahn verbracht, aber ein bisschen was habe ich doch erlebt 🙂 – schon am ersten Tag, wie das erste Quadrat zeigt, aber auch zwischendurch immer mal wieder.

Bücher bzw. Bezüge zu Buchprojekten, da gab es in diesem Jahr einige, manche finden sich mit ihrem Cover hier, zu anderen gibt es passende Inhalte.

LiteraturArt, PapierZen und Origami finden sich natürlich auch, manches stand auf meiner Vorab-Liste, aber einige Dinge haben sich im Laufe des Jahres ergeben.

Projekte, die ich neben meinen Buch- und Papierobjekten realisiert habe, ein Interview für einen Artikel über Münster, die Schreibwerkstatt in der Stadtbücherei oder Vorträge.

Gedanken, hier finden sich Quadrate, die aus Gedanken entstanden sind oder mich zum Nachdenken gebracht haben

Mein Fazit

Das Projekt war toll, aber auch sehr anstrengend. Ich habe ja nicht nur ein Quadrat gefaltet, gestaltet und bei Facebook gepostet, sondern es bei Pinterest und Instagram eingestellt und auf der Projektseite auf PapierZen.de und in einem eigenständigen Blog veröffentlicht. Letzteres habe ich gemacht, weil einige Menschen die Quadrate abonnieren wollten. Ich hätte die Quadrate ebensogut per Mail versenden können, aber heute bin ich froh, dass ich die Seite erstellt habe. Hier kann ich schnell alle Quadrate anschauen und die Titel der Beiträge verraten mir, welchen Hintergrund die Quadrate haben. Auf diese Weise ist ein ganz besonderes Journal mein 55. Lebensjahr entstanden. Es zeigt mir allgemein, dass sich an jedem noch so schweren Tag etwas Positives finden lässt, und konkret verrät, was ich in dem erlebt habe, obwohl es mir so vorkommt, als hätte ich es auf der Autobahn, in Borken oder am Schreibtisch verbracht. Ob ich das Projekt wiederholen würde? Fragt mich das am Ende des Jahres noch einmal 🙂 Sicher werde ich noch manches Mal – vermutlich schon heute Abend – denken: Oh, das würde ins Quadrat passen. Vielleicht falte ich dann doch wieder ein Quadrat 🙂 © Birgit Ebbert

Die ersten 100 Tage 365Papersquares