(24.01.2012) Jeder kann Geschichten erfinden! So könnte man das Fazit dieses wunderbaren Werkes Geschichten-Erfinder-Buch („Und was passiert dann? Fragen, Erzählen, Fabulieren in der Kita“) für alle, die mit Kindern zu tun haben, beschreiben.

Andrea Behnke nimmt den Erwachsenen die Angst, beim Erfinden einer Geschichte zu scheitern, sie macht ihnen vielmehr Mut, mit den Kindern gemeinsam Geschichten zu erfinden. Damit das auch wirklich klappt, gilt es zu beachten, was Kinder von Geschichten erwarten: Sie möchten sich wiederfinden, sehnen sich aber auch nach einem kleinen Nervenkitzel, der für Kinder noch ganz anders aussieht als für uns Erwachsene. Sie brauchen weder Morde noch Action, für sie reicht es, wenn unklar ist, ob der Held eine Aufgabe bewältigt oder womöglich scheitert. Und solche Situationen kennen wir alle aus dem täglichen Leben.

Andrea Behnke belässt es nicht bei ihrem theoretischen Exkurs in den Aufbau einer Geschichte, ihr Buch besteht vor allem aus vielen Übungen zum Lockern der Gedanken fürs Fabulieren, zum Geschichten erfinden zu Bildern, zum Ersinnen ganz eigener Geschichten auf ganz unterschiedlichen Wegen und zu den verschiedensten Themen und schließlich zur Umsetzung der Geschichten in szenische Spielformen.

Die anregenden Übungen sind so beschrieben, dass sie auch ungeübte Geschichtenerfinder gut umsetzen können. Schon bei der Lektüre des Buches juckt, es einem geradezu im Kopf, sich wieder einmal Zeit zu nehmen, Geschichten zu erfinden. Wann das in der Kita sein könnte, darauf gibt die Autorin auch eine Antwort, ob eine wöchentliche Geschichten-Zeit oder ein Geschichten-Geburtstag, ein Hörspiel- oder ein Buchstaben-Projekt, das Buch enthält so viele Anregungen, dass wirklich niemand sagen kann, dass er in dem Buch nichts Neues erfahren hat.

Eine empfehlenswerte Lektüre, auf die ich besonders gespannt war, habe ich seine Entwicklung doch vom ersten Tag an mitbekommen, dennoch habe ich es gestern und heute zum ersten Mal gelesen und wünsche dem Buch viele Leserinnen und Leser.

Obwohl ich schon viel über das Buch und seine Entstehung weiß, habe ich doch nicht mehr alles genau in Erinnerung und daher Andrea folgende Fragen gestellt:

Wie bist du auf die Idee für das Buch gekommen?

Ursprünglich hatte ich das Buch als Elternratgeber geplant. Ich erfinde mit meiner eigenen Tochter Geschichten, habe beim Theaterspielen Geschichten erfunden, leite kreative Schreib- und Lesewerkstätten – wo auch fabuliert wird. Da Erzählen eine wunderbare und spielerische Methode der Sprachförderung ist, dachte ich mir: „Daran möchte ich andere Eltern teilhaben lassen“. Herausgekommen ist ein Ratgeber für Erzieherinnen geworden, der aber auch eine Fundgrube für Eltern ist.

Woher kennst du all die tollen Übungen?

Geschichten zu erfinden begleitet mich schon viele, viele Jahre. Ich habe unter anderem an der Jugendkunstschule Unna eine Weiterbildung zur Improvisations-Theaterpädagogin absolviert, dort ging es immer um das spontane Erfinden von Geschichten. Viele Übungen habe ich umgestrickt oder weiterentwickelt. Zum anderen habe ich sieben Jahre Erzähltheater gespielt. So ist ein großer Fundus zusammengekommen. Und: Viele Übungen stammen auch aus meinen Werkstätten, nur landen da die Geschichten zumeist auf dem Papier. Zudem liebe ich es generell, mir Übungen auszudenken. Und natürlich eigene Geschichten!

Welches ist deine Lieblingsübung?

Ui, das ist ja eine schwierige Frage – letztlich mag ich sie alle. Ich habe sie alle selbst ausprobiert oder angeleitet. Besonders gerne mag ich die Verbindung von Geschichten und Theater, hier besonders „Geschichten und Puppenspiel mit Haushaltsgegenständen“. Dann liegen mit die „Quatschnamen-Geschichten“ sehr am Herzen und die „Geschichten nach Überschriften“. Letztere hat nämlich meine Tochter erfunden.

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